Bitcoin zeigt sich zum Wochenstart wieder etwas fester und notiert aktuell über 75.000 US-Dollar. Nach den jüngsten Rücksetzern stabilisiert sich der Markt damit vorerst.
Dennoch bleibt die übergeordnete Einordnung klar: Vom Allzeithoch ist Bitcoin weiterhin rund 40 Prozent entfernt und befindet sich definitionsgemäß in einem Bärenmarkt.
Während kurzfristige Schwankungen dominieren, richtet sich der Blick vieler Analysten bereits auf die größere Struktur. Eine neue Modellrechnung liefert nun Hinweise darauf, welches Kursniveau im nächsten Zyklus realistisch sein könnte – vorausgesetzt, der Boden wurde bereits gesehen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Wenn 60.000 US-Dollar der Boden waren, könnte Bitcoin über 200.000 Dollar steigen.
- Einige Analysten sehen sukzessiven, gemächlichen Bullenmarkt, mit Zielen über 300.000 Dollar.
- Bärenmarkt weiter intakt – folgt auf Bullenfalle der finale Crash mitsamt Kapitulation?
Diese Analyse zeigt das mögliche Bitcoin-Top im nächsten Zyklus
Im Fokus der aktuellen Analyse steht ein wiederkehrendes Muster über mehrere Bitcoin-Zyklen hinweg: die sogenannte „Bottom-to-Top Multiple“, also das Verhältnis zwischen Tiefpunkt und darauffolgendem Hoch. Historisch zeigt sich hier eine klare Tendenz sinkender Renditen. Während frühere Zyklen noch extreme Vervielfachungen ermöglichten, komprimiert sich dieses Wachstum zunehmend. Konkret bedeutet das: Jeder neue Zyklus erreicht nur noch etwa 40 bis 50 Prozent der Performance des vorherigen Zyklus – gemessen vom jeweiligen Tiefpunkt aus.
Das Modell basiert auf einer einfachen, aber aussagekräftigen Formel: Das nächste Hoch ergibt sich aus dem aktuellen Boden multipliziert mit dem vorherigen Zyklus-Multiple und einem Abschwächungsfaktor (k). Im letzten Zyklus lag dieses Multiple bei etwa dem 7- bis 8-Fachen vom Tief bis zum Hoch. Wird dieser Wert nun mit einem Faktor von etwa 0,4 bis 0,5 gewichtet, ergibt sich für den kommenden Zyklus eine erwartbare Spanne von etwa dem 3- bis 4-Fachen.
If 60K is the bottom, this is the price where the next Bitcoin top likely sits.
Over the last four cycles, BTC’s bottom‑to‑top multiple has been compressing in a very clean way. Every new cycle gives you roughly 40-50% of the previous cycle’s upside off the low.
If the… pic.twitter.com/TNpquE0Ptp
— Ardi (@ArdiNSC) April 20, 2026
Setzt man beispielsweise einen Boden bei 60.000 US-Dollar an, ergibt sich daraus ein realistisches Zielband für den nächsten Zyklus. Die sogenannte „Base Case“-Zone – also ein normaler Marktverlauf ohne extreme Übertreibung – läge demnach im Bereich von rund 190.000 bis 200.000 US-Dollar. In einer euphorischen Marktphase könnte Bitcoin sogar in Richtung 240.000 US-Dollar steigen. Alles darüber hinaus würde bereits auf einen außergewöhnlichen Superzyklus hindeuten.
Interessant wird das Modell auch bei leicht abweichenden Annahmen. Sollte der tatsächliche Boden eher bei 50.000 US-Dollar liegen, verschiebt sich die gesamte Zielstruktur nach unten. In diesem Fall würde sich die Basiszone eher im Bereich um 160.000 US-Dollar bewegen, während die obere Zielregion näher an 200.000 US-Dollar liegt.
Die Kernaussage der Analyse bleibt jedoch unabhängig von der exakten Bodenbildung gleich: Solange die historische Zyklusstruktur intakt bleibt, ergibt sich daraus eine relativ klare Erwartungsspanne für das nächste Markt-Top in der Bitcoin Prognose.
300.000 US-Dollar für Bitcoin ohne Hype? Das steckt hinter dieser These
Eine weitere Analyse argumentiert, dass ein Bitcoin-Kurs von 300.000 US-Dollar innerhalb von zwei Jahren sogar ohne klassischen „Blow-off-Top“-Hype möglich wäre. Der zentrale Gedanke: Es braucht keinen extremen Bullrun mit spekulativer Euphorie, sondern lediglich eine Rückkehr zum langfristigen Trend. Historisch zeigt Bitcoin nach starken Drawdowns überdurchschnittlich hohe Renditen in den darauffolgenden zwei Jahren. Genau darauf baut diese These auf.
$300,000 BITCOIN IN 2 YEARS… WITHOUT A BULL RUN?!?!
The Bitcoin bears looked at a 15 year trend structure, a massive drawdown, historically strong forward returns, and a market cap target that still leaves Bitcoin tiny relative to gold, then bravely concluded, “hmm yes,… pic.twitter.com/xUbvXPAF3T
— Adam Livingston (@AdamBLiv) March 28, 2026
Hinzu kommt die Beobachtung, dass längere Seitwärtsphasen häufig die Grundlage für starke Aufwärtsbewegungen bilden. Nach Phasen geringer Volatilität und schwachem Sentiment kann sich neues Kapital aufbauen, das später für Dynamik sorgt. Entscheidend ist zudem die Marktkapitalisierung: Selbst bei 300.000 US-Dollar wäre Bitcoin im Vergleich zu Gold weiterhin relativ klein, was weiteres Wachstum statistisch plausibel erscheinen lässt.
Analysten warnen weiter vor tieferer Korrektur im Bärenmarkt
Neben den bullischen Szenarien gibt es am Markt weiterhin auch deutlich vorsichtigere Stimmen. Einige Analysten verweisen darauf, dass Bitcoin trotz der jüngsten Stabilisierung charttechnisch noch immer in einer fragilen Lage steckt. Aus dieser Sicht könnte die aktuelle Erholung lediglich eine kurzfristige Gegenbewegung innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends sein. Genau dann sprechen Marktbeobachter häufig von einer sogenannten Bull Trap – also einer scheinbaren Trendwende, die neue Käufer anzieht, bevor der Kurs erneut deutlich fällt.
Als Warnsignal gilt dabei die Ähnlichkeit zu früheren Marktphasen innerhalb dieses Zyklus, in denen auf eine kurze Aufwärtsbewegung ein weiterer scharfer Abverkauf folgte. Besonders bearishe Stimmen halten deshalb sogar einen Rückgang in Richtung 40.000 US-Dollar für denkbar. Das würde zu der These passen, dass der Bärenmarkt noch nicht abgeschlossen ist und Bitcoin zunächst einen tieferen Boden ausbilden muss, bevor ein neuer nachhaltiger Aufwärtstrend starten kann.
🚨 THE LAST BITCOIN BULL TRAP IS FORMING RIGHT NOW.
This looks exactly like the bull trap we saw earlier in this cycle.
Is $40,000 the next target for Bitcoin? pic.twitter.com/3cZnBBwZH9
— Coinvo Trading (@CoinvoTrading) March 28, 2026
Fazit: Vieles offen – Bodenbildung bleibt entscheidend
Ob Bitcoin seinen finalen Boden bereits gefunden hat, lässt sich aktuell nicht mit Sicherheit sagen. Zwar liefern verschiedene Modelle und historische Vergleiche spannende Anhaltspunkte, doch die Marktstruktur ist weiterhin fragil. Genau diese Unsicherheit macht es derzeit schwierig, belastbare Kursziele für den nächsten Bullenmarkt abzuleiten.
Entscheidend wird sein, ob sich eine nachhaltige Bodenbildung bestätigt oder ob weitere Rücksetzer folgen. Die Vergangenheit zeigt, dass zu frühe und zu konkrete Prognosen oft danebenlagen. Anleger sollten daher weniger auf fixe Preisziele achten, sondern vielmehr die übergeordnete Marktstruktur sehen – und hier befinden wir uns (noch) in einem Bärenmarkt.
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