Der Kryptomarkt zeigt sich zum Wochenstart erneut stabiler. Nach deutlichen Gewinnmitnahmen am Wochenende infolge geopolitischer Unsicherheiten rund um den Iran-Konflikt sehen wir das bekannte Muster der letzten Wochen: Risiko wird reduziert, Exposure abgebaut – und zum Wochenbeginn folgt der Rebound.
Bitcoin legt heute rund zwei Prozent zu und notiert wieder bei etwa 67.500 US-Dollar. Dennoch bleibt das große Bild unverändert: Der Markt bewegt sich weiterhin in einer breiten Seitwärtsrange zwischen 60.000 und 72.000 US-Dollar.
Doch droht jetzt der letzte Bitcoin-Crash?
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin-Markt hat noch keine finale Kapitulation gesehen.
- Kurzfristige Halter unter Druck, verkaufen STH mehr Bitcoin?.
- Aktuelle Marktphase könnte sich für DCA-Strategie eignen.
Bitcoin-Markt unter Stress, aber noch keine Kapitulation
Die aktuelle On-Chain-Analyse von CryptoQuant und dessen Head of Research Julio Moreno zeigt, dass sich der Markt in einer späten Stressphase befindet, jedoch noch keine vollständige Kapitulation erreicht hat.
Konkret geht es um die Kennzahl NUPL (Net Unrealized Profit/Loss), die misst, ob Investoren im Durchschnitt noch im Gewinn oder bereits im Verlust sind. Laut Moreno nähert sich insbesondere die NUPL der Long-Term-Holder (LTHs) einem kritischen Wendepunkt.
The Last Leg of Stress Before the Real Opportunity?
“The current environment resembles a late-stage stress phase rather than full capitulation.” – By @MorenoDV_ pic.twitter.com/UZWPEhOWha
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) March 30, 2026
Historisch betrachtet entstehen nachhaltige Markt-Tiefs erst dann, wenn langfristige Investoren in den Bereich nicht realisierter Verluste gedrückt werden. Genau diese Phase – echte Kapitulation – ist aktuell noch nicht erreicht.
Zwar ist die Profitabilität der LTHs seit dem Hoch im Oktober 2025 massiv gefallen, von rund 58 Prozent auf nur noch etwa 3 Prozent innerhalb von rund 140 Tagen. Dennoch liegt die Kennzahl weiterhin knapp über der Nulllinie. Das bedeutet: Viele Investoren stehen unter Druck, haben ihre Gewinne weitgehend verloren, aber verkaufen noch nicht mit Verlust.
Diese Unterscheidung ist entscheidend. Laut Moreno entstehen echte Böden nicht in Phasen von Stress, sondern erst dann, wenn Marktteilnehmer gezwungen sind, Verluste zu realisieren. Aktuell sehen wir also eine fortgeschrittene Bereinigung, aber noch keinen finalen Ausverkauf. Die „letzte Phase des Schmerzes“ könnte demnach noch bevorstehen, so die Bitcoin Prognose.
Kurzfristige Halter unter Druck: Was jetzt für Bitcoin?
Parallel dazu zeigt auch Axel Adler, dass kurzfristige Investoren bereits deutlich stärker unter Druck stehen. Der sogenannte Short-Term-Holder Realized Price liegt aktuell bei rund 85.000 US-Dollar, während Bitcoin selbst nur bei etwa 67.000 US-Dollar handelt. Das bedeutet, dass diese Marktteilnehmer im Schnitt rund 18.000 US-Dollar im Minus sind. Zusätzlich befindet sich die SOPR-Kennzahl seit über 110 Tagen unter 1, was signalisiert, dass Coins im Verlust bewegt werden – ein klares Zeichen für anhaltenden Verkaufsdruck und schwache Marktstruktur im kurzfristigen Bereich.
Short-term holders are trapped.
STH Realized Price: $85KBTC price: $67K
That puts the average short-term holder $18,000 underwater.SOPR has stayed below 1.0 for 110+ straight days.And STH Realized Price YoY just turned negative for the first time since the 2022 bear market.… pic.twitter.com/amkLnEVxkN
— Axel 💎🙌 Adler Jr (@AxelAdlerJr) March 30, 2026
Dennoch zeigt sich ein differenziertes Bild. Während kurzfristige Anleger bereits kapitulieren, halten langfristige Investoren weiterhin ihre Positionen. Genau diese Divergenz ist typisch für Übergangsphasen im Marktzyklus.
Auch Michaël van de Poppe bleibt vorsichtig optimistisch. Er sieht zwar eine kurzfristige Erholung, betont jedoch, dass eine Bestätigung erst bei einem nachhaltigen Ausbruch über 71.000 US-Dollar erfolgen würde. Gleichzeitig hält er ein letztes „Liquidity Sweep“-Szenario in Richtung 65.000 US-Dollar für möglich, bevor eine stärkere Aufwärtsbewegung einsetzt.
Great bounce upwards, but nothing confirmed as of yet on #Bitcoin.
All depends on macroeconomic events; however, I'd rather see a breakout above $71K for confirmation.
On the other hand, a classic little sweep to $65K just before the push upwards would signal that we're going… pic.twitter.com/GaUpXE74gE
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) March 30, 2026
Damit verdichtet sich das Gesamtbild: Der Markt ist angeschlagen, befindet sich in einer fortgeschrittenen Stressphase, aber die finale Kapitulation könnte noch ausstehen.
Genau diese Phase entscheidet oft darüber, ob sich ein tragfähiger Boden bildet – oder ob eine letzte Abwärtsbewegung notwendig ist, bevor ein neuer Aufwärtstrend starten kann. Vorsicht bleibt damit geboten, doch der Markt wird für Anleger wieder spannender.
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