Bitcoin notiert aktuell rund 40 Prozent unter seinem Allzeithoch – historisch betrachtet eine völlig normale Phase innerhalb eines Zyklus. Dennoch befindet sich der Markt aus technischer Sicht weiterhin in einem Bärenmarkt. Gleichzeitig zeigt sich zuletzt eine zunehmende Stabilisierung: Die Kursbewegung verläuft seitwärts, Rücksetzer werden schneller aufgekauft und die Volatilität nimmt ab.

Genau solche Phasen gelten oft als Grundlage für neue Aufwärtsbewegungen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob Bitcoin aktuell womöglich sogar unterbewertet ist.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin verharrt 40 Prozent unter dem Allzeithoch, Bewertung wirkt weiterhin günstig.
  • Bitcoin könnte Aufholpotenzial gegen den Aktienmarkt haben.
  • MVRV Z-Score zeigt günstige Bewertung von BTC.

Ist Bitcoin aktuell unterbewertet?

Der bekannte Krypto-Analyst Michaël van de Poppe argumentiert, dass Bitcoin derzeit fundamental günstiger bewertet sein könnte, als es auf den ersten Blick erscheint. Seine Analyse basiert vor allem auf einem Vergleich mit dem Aktienmarkt, insbesondere dem Nasdaq Composite, der zuletzt eine außergewöhnlich starke Rallye hingelegt hat. Historisch gab es nur wenige Phasen, in denen der Nasdaq über einen so langen Zeitraum kontinuierlich gestiegen ist, während Bitcoin gleichzeitig hinterherhinkt – konkret nennt er 2013, 2017 und die aktuelle Marktphase.

In beiden historischen Fällen folgte auf diese Divergenz eine massive Aufwärtsbewegung bei Bitcoin. 2013 stieg der Kurs innerhalb von sechs Monaten um rund 1.000 Prozent, 2017 waren es immerhin noch etwa 400 Prozent. Auch wenn solche extremen Renditen heute unwahrscheinlicher sind, zeigt der Vergleich ein klares Muster: Bitcoin reagiert oft verzögert auf starke Bewegungen im Tech-Sektor, holt diese jedoch mit überproportionaler Dynamik nach.

Der zentrale Punkt seiner Argumentation liegt im sogenannten Beta-Faktor. Bitcoin gilt als riskanteres Asset als klassische Aktienindizes. In Phasen von Unsicherheit – etwa durch makroökonomische Spannungen oder starke Bewegungen bei Rohstoffen wie Gold oder Öl – wird Bitcoin daher häufig zuerst verkauft. Genau das war Anfang 2026 zu beobachten, als steigende Goldpreise und Unsicherheit an den Märkten Druck auf den Kryptomarkt ausübten.


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Sobald jedoch wieder mehr Vertrauen in die Märkte zurückkehrt, fließt Kapital typischerweise zeitverzögert in risikoreichere Assets wie Bitcoin. In früheren Zyklen betrug diese Verzögerung im Schnitt zwei bis drei Wochen. Anschließend folgten oft überdurchschnittlich starke Rallyes, bei denen Bitcoin den Nasdaq um ein Vielfaches outperformte.

Erst Nasdaq, jetzt Bitcoin?

Van de Poppe sieht genau diese Konstellation aktuell erneut: Während der Nasdaq bereits deutlich gestiegen ist, zeigt Bitcoin noch Zurückhaltung. Für ihn ist das kein Schwächesignal, sondern vielmehr ein Hinweis darauf, dass der Markt noch nicht vollständig „aufgeholt“ hat. Seine Basiserwartung liegt daher bei einem ersten Anstieg in Richtung 85.000 bis 88.000 US-Dollar. Sollte die positive Dynamik an den Aktienmärkten anhalten, hält er sogar neue Allzeithochs im Laufe des Jahres 2026 für realistisch.

Diese Metrik zeigt: Bitcoin so günstig wie seit 2023 nicht mehr

Ein weiterer spannender Hinweis auf eine mögliche Unterbewertung liefert der MVRV Z-Score, eine der bekanntesten On-Chain-Metriken im Kryptomarkt. Vereinfacht gesagt vergleicht der MVRV Z-Score den aktuellen Marktwert von Bitcoin mit seinem „realisierten Wert“ – also dem durchschnittlichen Preis, zu dem alle Coins zuletzt bewegt wurden. Dadurch lässt sich erkennen, ob der Markt überhitzt oder unterbewertet ist.

Historisch gilt: Befindet sich der MVRV Z-Score auf niedrigen Niveaus, wurde Bitcoin häufig nahe zyklischer Tiefpunkte gehandelt. Genau das ist aktuell wieder der Fall. Die Metrik signalisiert ein Bewertungsniveau, das zuletzt im Jahr 2023 erreicht wurde – eine Phase, die sich im Nachhinein als attraktive Einstiegszone herausstellte.

bitcoin

Besonders relevant: Trotz stabiler Preise und zunehmender Marktresilienz bleibt der Z-Score vergleichsweise niedrig. Das deutet darauf hin, dass viele Marktteilnehmer noch nicht vollständig investiert sind. In früheren Zyklen war genau diese Kombination oft der Ausgangspunkt für größere Aufwärtsbewegungen.

Power-Law-Modell bestätigt: Historisch seltene Unterbewertung

Auch das sogenannte Bitcoin Power Law Modell liefert aktuell ein klares Signal für eine mögliche Unterbewertung. Dieses Modell beschreibt die langfristige Preisentwicklung von Bitcoin entlang eines mathematischen Wachstumspfads und teilt die Kursbewegung in verschiedene Bewertungszonen ein. Besonders relevant ist dabei die Einordnung in sogenannte Quantile, die zeigen, wie „teuer“ oder „günstig“ Bitcoin im historischen Vergleich gehandelt wird.

Aktuell ist Bitcoin unter das 20. Quantil gefallen – konkret liegt der Wert bei rund 18,5 %. Das bedeutet: In nur etwa 18,5 % der gesamten Bitcoin-Historie wurde der Kurs auf einem ähnlich niedrigen Bewertungsniveau gehandelt. Solche Phasen traten in der Vergangenheit typischerweise nahe bedeutender Tiefpunkte auf.

Damit bestätigt auch diese Metrik das Bild: Trotz stabiler Marktstruktur und zunehmender Resilienz bewegt sich Bitcoin derzeit in einer Zone, die historisch als attraktiv für langfristige Investoren galt. Sollte sich die Marktstimmung weiter aufhellen, könnte genau diese Unterbewertung als Fundament für die nächste größere Aufwärtsbewegung dienen.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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