2025 war für Gold ein Ausnahmejahr: Mit einer massiven Rallye erlebte das wertvollste Edelmetall eines seiner stärksten Jahre überhaupt und zeigte eine ungewöhnlich bullische Entwicklung. Bitcoin hingegen lag im gleichen Zeitraum rund fünf Prozent im Minus, eine auffällige Diskrepanz. Nun scheint BTC aufholen zu wollen: Der Kurs springt heute auf etwa 93.500 US-Dollar. Das Jahr 2026 ist solide gestartet. Gleichzeitig rückt eine neue Perspektive in den Fokus. Denn dank der Spot-ETFs erscheint sogar eine parabolische Rallye zunehmend denkbar, so ein führender Experte:
Das Wichtigste im Überblick:
- Gold explodierte 2025, während Bitcoin zeitweise rund fünf Prozent verlor.
- Bitwise-CIO Hougan erwartet bei Bitcoin eine verzögerte, aber starke Rallye.
- Spot-ETFs kaufen seit 2024 mehr als hundert Prozent neuer Bitcoin.
- Bisher dämpfen Verkäufe alter Halter den Preisanstieg noch deutlich.
- Versiegen diese Verkäufe, könnte Bitcoin ähnlich wie Gold parabolisch steigen.
Bitwise-Experte sieht Bitcoin vor Rallye
Der Bitwise-CIO Matt Hougan zieht in einem neuen Post auf X einen spannenden Vergleich zwischen Gold und Bitcoin. So erklärt er, dass nicht kurzfristige Schlagzeilen, sondern langfristige Angebots- und Nachfrageeffekte die Preise bestimmen. Bei Gold habe man das eindrucksvoll gesehen: Zwar begannen Zentralbanken bereits 2022 massiv Gold zu kaufen, doch der große Preissprung kam erst Jahre später. 2022 und 2023 reagierte der Markt nur moderat, 2024 stieg der Preis stärker und erst 2025 wurde die Bewegung wirklich parabolisch.
Der Grund: Anfangs gab es noch genügend Verkäufer, die ihre Bestände auf den Markt warfen. Doch irgendwann war dieses „Angebot aus alten Beständen“ erschöpft.
Bitcoin's price will go parabolic if ETF demand persists long-term. A lesson from gold's 2025 move…
The price of both gold and bitcoin are set by supply-and-demand. The popular story is that gold prices spiked in 2025 (up 65%) because central bank purchases tilted the… https://t.co/yIzin9D0zs pic.twitter.com/EUAmKRCqxr
— Matt Hougan (@Matt_Hougan) January 13, 2026
Genau dieses Muster sieht Hougan nun bei Bitcoin. Seit dem Start der Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 kaufen diese Fonds laut ihm mehr als 100 Prozent der neu entstehenden Bitcoin-Menge auf. Trotzdem blieb die ganz große Explosion im Kurs bislang aus. Warum? Weil langjährige Bitcoin-Halter weiterhin bereit waren, Teile ihrer Bestände zu verkaufen und so den zusätzlichen Nachfrage-Druck abzufedern.
Nachfrage bleibt übergeordnet hoch
Doch hier liegt der Kern seiner These: Wenn die ETF-Nachfrage langfristig anhält, wird auch dieses Verkaufsangebot irgendwann versiegen. Dann trifft eine strukturell hohe, stetige Nachfrage auf ein extrem knappes Angebot. In diesem Moment, so die Argumentation, könnte sich der Bitcoin-Preis ähnlich wie Gold 2025 plötzlich stark und beschleunigt nach oben bewegen. Das sei eine klassische Angebots-Nachfrage-Dynamik mit potenziell weitreichenden Folgen für BTC.
Langfristig zeigt sich bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs ein klarer Aufwärtstrend bei den gehaltenen Beständen. Trotz kurzfristiger Schwankungen, die immer wieder für Unsicherheit sorgen, bleibt die übergeordnete Entwicklung eindeutig positiv. Solche Zwischenkorrekturen sind normal und sogar gesund für den Markt, bei den Gold-ETFs war dieses Muster in früheren Jahren ebenfalls zu beobachten. Entscheidend ist, dass die strukturelle Nachfrage weiter zunimmt.
Kurzfristig zeigt die Metrik der US-Spot-Bitcoin-ETFs zuletzt mehr Abflüsse als Zuflüsse. Der Markt befindet sich damit in einer erneuten Konsolidierungsphase, in der es an klarer Dynamik fehlt. Für Anleger wird entscheidend sein, den Moment im Blick zu behalten, an dem die Inflows wieder deutlich anziehen. Sobald frisches Kapital spürbar in die ETFs zurückkehrt, dürfte dies ein starkes bullisches Signal für Bitcoin sein.
Bitcoin gegen Gold: Rätselhafte Lücke, oder?
Die aktuelle Entwicklung von Gold und Bitcoin wirft eine spannende Frage auf. Während Gold 2025 um rund 64 Prozent gestiegen ist und neue Allzeithochs markiert, notiert Bitcoin noch etwa 27 Prozent unter seinem jüngsten Hoch. Relativ zu Gold ist Bitcoin damit so günstig wie nie zuvor. Diese Diskrepanz lässt sich auf zwei Arten deuten: Pessimisten sehen darin ein Zeichen, dass das Narrativ des digitalen Goldes nicht aufgeht und Kapital lieber in das klassische Edelmetall fließt. Optimisten hingegen sprechen von einer historischen Chance.
🚨 Bitcoin is at its cheapest point in history EVER relative to gold
→ Gold: At an all-time high, up +64% in 2025.
→ Bitcoin: 27% below its recent high.There are two ways to read this:
BEARISH: The “digital gold” thesis has failed.
Capital is choosing real gold.BULLISH:… pic.twitter.com/lbqFYZW80a
— Nicolas Mourot (@cryptonick222) January 13, 2026
Historisch betrachtet zeigte sich dieses Muster bereits mehrfach: Zunächst startete Gold eine starke Rallye, während Bitcoin noch hinterherhinkte. Erst wenn das Edelmetall sein Hoch ausbildete und die Dynamik nachließ, begann Bitcoin aufzuholen und teils deutlich stärker zu steigen. Genau dieses Szenario könnte sich nun erneut abzeichnen. Sollte Gold in den kommenden Wochen sein zyklisches Top finden, wäre der Weg frei für eine kräftige Aufholbewegung bei Bitcoin.
For the fourth time in the history of #Bitcoin, the RSI against Gold is hitting <30.
The previous three times this occurred:
– Bottom in 2015 bear market.
– Bottom in 2018 bear market.
– Bottom in 2022 bear market.It's not a guarantee, but it can clearly say that one of the… pic.twitter.com/uZHSxMzyaR
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) December 15, 2025
Schon im Dezember deuteten Daten darauf hin, dass Bitcoin im Vergleich zu Gold günstig und unterbewertet wirkt. Der Analyst Michaël van de Poppe verwies darauf, dass der RSI von Bitcoin gegen Gold zum vierten Mal in der Geschichte unter die Marke von 30 gefallen ist. In den drei früheren Fällen markierte dies jeweils wichtige Tiefpunkte in den Jahren 2015, 2018 und 2022. Auch van de Poppe hält Gold aktuell für überbewertet und erwartet mittelfristig eine Rotation zurück in Richtung Bitcoin.
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