Der Kryptomarkt präsentiert sich zum Wochenende deutlich stabiler. Bitcoin kann in den letzten 24 Stunden um rund vier Prozent zulegen und steigt wieder über die Marke von 72.500 US-Dollar.

Auffällig ist dabei vor allem die relative Stärke gegenüber den traditionellen Finanzmärkten: Während viele Aktienindizes eine schwache Handelswoche verzeichneten, zeigte sich Bitcoin zunehmend widerstandsfähig gegenüber negativen Nachrichten. Rücksetzer werden aktuell schneller aufgefangen, was auf eine stabilere Marktstruktur hindeutet.

Dennoch bleibt der mittelfristige Abwärtstrend weiterhin intakt. Seit Wochen bewegt sich Bitcoin in einer breiten Seitwärtsrange, ohne bislang einen klaren Ausbruch zu liefern. Aus technischer Sicht wäre ein nachhaltiger Anstieg über die Marke von 75.000 US-Dollar notwendig, um ein stärkeres bullisches Signal für die Bitcoin Prognose zu senden.

Fidelity-Analyst sieht 60.000 US-Dollar als möglichen Bodenbereich

Der bekannte Fidelity-Makrostratege Jurrien Timmer sieht den Markt weiterhin in einer Phase der Bodenbildung. Aus seiner Sicht befindet sich Bitcoin aktuell in einem typischen Suchprozess nach einem zyklischen Tiefpunkt. Dabei verweist Timmer insbesondere auf zwei Modelle, die historisch häufig Hinweise auf wichtige Unterstützungsbereiche geliefert haben: das sogenannte Power-Law-Modell von Bitcoin sowie das Verhältnis zwischen Bitcoin und Gold.

Das Power-Law-Modell beschreibt langfristige Wachstumstrends von Bitcoin innerhalb eines logarithmischen Kanals. Historisch bewegte sich der Kurs häufig entlang dieser strukturellen Kurve, wobei größere Bärenmärkte meist in der Nähe der unteren Unterstützungszone des Modells endeten. Laut Timmer verläuft diese langfristige Unterstützung aktuell im Bereich von rund 60.000 US-Dollar.

Er betont jedoch, dass ein kurzfristiges Unterschreiten dieses Levels nicht ausgeschlossen werden kann. Märkte neigen in späten Phasen von Korrekturen häufig dazu, wichtige Unterstützungen kurzzeitig zu unterschreiten, bevor sich ein nachhaltiger Boden bildet.

Zusätzlich betrachtet Timmer das Bitcoin-Gold-Verhältnis, das häufig als Indikator für relative Bewertung und makroökonomische Kapitalströme dient. Auch dieses Modell deutet seiner Analyse zufolge darauf hin, dass sich Bitcoin aktuell in einem Bereich befindet, der historisch eher mit langfristigen Kaufzonen als mit Hochpunkten des Zyklus korreliert.

Trotz dieser Hinweise bleibt Vorsicht angebracht. Solange Bitcoin die aktuelle Seitwärtsrange nicht klar nach oben verlässt, bleibt der Markt technisch betrachtet in einer Übergangsphase zwischen möglicher Bodenbildung und fortgesetzter Konsolidierung.

Gold-Bitcoin-Verhältnis als wichtiger Bewertungsmaßstab

Der Fidelity-Makrostratege Jurrien Timmer argumentiert schon seit längerer Zeit, dass Bitcoin zwar eine wichtige Rolle im modernen Geldsystem spielen könne, jedoch nicht zwangsläufig alle anderen Anlageklassen verdrängen werde. In seiner Analyse beschreibt er Bitcoin vielmehr als eine Art „Junior-Mitglied“ im Team der sogenannten Hard-Money-Assets, das traditionell von Gold angeführt wird. Während Gold weiterhin die zentrale Rolle als globaler Wertspeicher einnimmt, sieht Timmer Bitcoin eher als ergänzendes Asset – ähnlich wie Silber.

Aus dieser Perspektive betrachtet er insbesondere das Gold-Bitcoin-Verhältnis als hilfreichen Indikator für Marktphasen. Ähnlich wie Analysten das Gold-Silber-Verhältnis nutzen, könne auch das Verhältnis zwischen Gold und Bitcoin Hinweise darauf liefern, wann sich Übertreibungen oder mögliche Wendepunkte im Markt bilden.

In seiner jüngsten Analyse verweist Timmer auf ein Modell, das neben der bekannten Bitcoin-Power-Law-Kurve auch einen Z-Score des Gold-Bitcoin-Verhältnisses betrachtet. Historisch zeigte dieser Indikator mehrfach divergierende Signale an wichtigen Wendepunkten: Sowohl beim Markt-Hoch im Jahr 2021 als auch beim lokalen Top im Jahr 2025 bildete sich eine bearish Divergenz, während beim Tiefpunkt im Bärenmarkt 2022 eine bullische Divergenz auftrat.

Aktuell befindet sich dieser Indikator laut Timmer zwar bereits auf einem relativ hohen Niveau, jedoch noch nicht in den extremen Bereichen früherer Tiefpunkte. Mit einem Wert von rund 91 Prozent sei das Signal noch nicht stark genug, um eine endgültige Bodenbildung zu bestätigen.

Daher hält Timmer es für wahrscheinlich, dass Bitcoin zunächst mehr Zeit in der Zone zwischen etwa 60.000 und 70.000 US-Dollar verbringt. Eine längere Konsolidierung – möglicherweise sogar mit einem kurzen Unterschreiten der 60.000-Dollar-Marke – könnte laut seiner Einschätzung notwendig sein, um sowohl zeitlich als auch preislich eine stabile Basis für den nächsten größeren Marktzyklus zu schaffen. Dann dürfte der nächste Bitcoin-Bullenmarkt starten.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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