Die geopolitische Lage bleibt angespannt, und auch wenn sich Bitcoin seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs zunächst vergleichsweise stabil gezeigt hat, nimmt der Druck zuletzt wieder zu. Während klassische Risiko-Assets deutlich korrigierten, konnte sich BTC zwischenzeitlich behaupten, doch in den vergangenen Tagen werden Unsicherheiten zunehmend auch im Kryptomarkt eingepreist.

Der Kurs fiel von über 70.000 US-Dollar auf aktuell rund 66.500 US-Dollar, was einem Wochenverlust von etwa 3,5 Prozent entspricht. Damit bleibt Bitcoin klar in seiner Seitwärtsrange gefangen, und ein erneuter Test der Zone um 60.000 US-Dollar rückt wieder in den Fokus. Einige Analysten warnen daher bereits vor einer längeren Schwächephase in ihren Bitcoin Prognosen

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin-Bärenmarkt könnte noch mehrere Monate dauern, so Onchain-Daten.
  • Bitcoin-Wale bauen langsam im Hintergrund ihr Exposure aus, während Retail an der Seitenlinie bleibt.
  • Ein weiterer Crash auf 50.000 US-Dollar könnte drohen, Test der Tiefs bei 60.000 US-Dollar zunächst indiziert

Realized Price als entscheidender Widerstand – drohen weitere Monate Schwäche?

Ein zentraler Indikator, den Analyst Darkfost aktuell hervorhebt, ist der sogenannte Realized Price – allerdings in einer angepassten Variante. Dabei wird die Umlaufmenge bereinigt, indem Coins ausgeschlossen werden, die seit mehr als sieben Jahren nicht bewegt wurden. Diese gelten als verlorene Coins oder als langfristig gehaltene Bestände („Diamond Hands“) und verzerren die tatsächliche Kostenbasis des Marktes.

Durch diese Bereinigung ergibt sich ein deutlich realistischeres Bild der aktiven Marktteilnehmer. Aktuell liegt dieser bereinigte Realized Price bei rund 72.500 US-Dollar – und genau dieser Bereich fungiert derzeit als harter Widerstand. Bitcoin handelt nun seit etwa zwei Monaten unterhalb dieser Marke und schafft es bislang nicht, diese zurückzuerobern.

Historisch betrachtet ist das ein kritisches Signal: In früheren Bärenmärkten notierte Bitcoin häufig zwischen sechs und zehn Monaten unterhalb dieser Kostenbasis, ohne sie zurückzuerobern. Sollte sich dieses Muster erneut bestätigen, könnte der Markt vor einer längeren Phase der Schwäche stehen. Das würde bedeuten, dass kurzfristige Erholungen eher als technische Gegenbewegungen zu werten sind, während der übergeordnete Trend vorerst angeschlagen bleibt.

Letzte Korrektur auf 50.000 Dollar?

Ein weiterer Trader, Jesse Olson, verfolgt aktuell eine klar bearish geprägte These für Bitcoin im größeren Zeitrahmen. Bereits vor rund sechs Monaten veröffentlichte er eine Roadmap für den Bärenmarkt – und sieht sich nun bestätigt, da zentrale Stationen dieser Struktur bislang exakt getroffen wurden. Dazu zählen volatile Ausschläge am Top, eine ausgeprägte bearish Divergenz sowie die nahezu vollständige Rückkehr an eine wichtige Unterstützungszone, die nur knapp verfehlt wurde.

Aus seiner Sicht handelt es sich dabei nicht um eine kurzfristige Prognose, sondern um wiederkehrende Marktstrukturen, die sich in Zyklen immer wieder zeigen. Der aktuelle Kursbereich um 70.000 US-Dollar ändert für ihn nichts an diesem übergeordneten Bild. Vielmehr sieht er weiterhin eine sogenannte „Opportunity Zone“ bevorstehen – also eine tiefere Korrekturphase, die erst die Grundlage für den nächsten Bullenmarkt schafft.

Konkret hält Olson einen finalen Dip in Richtung 50.000 US-Dollar für realistisch. Erst nach dieser Bereinigung, in der schwache Marktteilnehmer aus dem Markt gedrängt werden, erwartet er eine nachhaltige Trendwende und den Start einer neuen Aufwärtsbewegung.

Wale akkumulieren im Hintergrund – langfristig bullisches Signal?

Trotz der kurzfristigen Unsicherheit zeigen andere Daten ein deutlich konstruktiveres Bild im Hintergrund. Während der Futures-Markt aktuell stark von Retail-Investoren dominiert wird – häufig mit hohem Leverage und entsprechendem Liquidationsrisiko – agieren große Marktteilnehmer deutlich strategischer.

On-Chain- und Orderflow-Daten deuten darauf hin, dass Wale aktuell verstärkt im Spot-Markt akkumulieren und gleichzeitig eher konservative, niedrig gehebelte Long-Positionen aufbauen. Dieses Verhalten ist typisch für fortgeschrittene Marktphasen, in denen erfahrene Investoren beginnen, Positionen aufzubauen, während weniger erfahrene Marktteilnehmer weiterhin spekulativ agieren.

Historisch betrachtet war genau dieses Muster oft ein Vorbote für spätere Aufwärtsbewegungen. Akkumulation in schwachen Marktphasen spricht dafür, dass langfristig orientiertes Kapital Vertrauen in höhere Kurse hat. Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Strategie: Statt kurzfristigen Bewegungen hinterherzujagen, kann ein disziplinierter DCA-Ansatz sinnvoll sein, um schrittweise Positionen aufzubauen.

Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit entstehen häufig die besten langfristigen Einstiegsmöglichkeiten – auch wenn sich diese im Moment noch nicht im Kurs widerspiegeln.

bitcoin

Kurzfristig macht die aktuelle Schwäche jedoch Sorgen – solange Bitcoin nicht erneut über 71.000 US-Dollar steigt, dürfte das präferierte Szenario ein erneuter Test der Tiefs bei 60.000 US-Dollar sein.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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