Der Kryptomarkt zeigt sich nach wie vor von seiner schwachen Seite. Das liegt aber nicht daran, dass die Märkte im Allgemeinen schlecht laufen. Ganz im Gegenteil. Aktien notieren nahe an ihren Höchstständen, wichtige Indizes erreichen regelmäßig neue Allzeithochs und die Rallye von Gold und Silber ist beispiellos. Nur Bitcoin und andere Kryptowährungen wollen nicht in die Gänge kommen. Dabei zeigen die aktuellen Daten, dass sich das aber schon bald ändern könnte.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin notiert weiterhin unter 90.000 Dollar, während Silber schon wieder ein neues Allzeithoch erreicht hat.
- Allerdings sind die Kapitalzuflüsse bei Silber überschaubar.
- Die Rallye kommt eher durch ein knappes Angebot zustande, als durch extrem hohe Nachfrage.
- Auch bei Bitcoin könnte das Angebot schon bald sehr knapp werden.
- In dieser Woche ist allerdings nochmal mit hoher Volatilität zu rechnen.
- Die USA könnten einen weiteren Shutdown erleben und der Zinsentscheid der Fed wird mit Spannung erwartet.
Überschaubare Kapitalzuflüsse bei Silber
Die große Frage, die sich viele Anleger im Zusammenhang mit Bitcoin stellen, lautet, wo das Kapital jetzt noch herkommen soll, um den Kurs in die Höhe zu treiben. Institutionelle Investoren ziehen Kapital aus den ETFs ab, die politischen Entwicklungen in den USA scheinen nichts gebracht zu haben und auch Privatanleger zeigen nur überschaubares Interesse.
Dabei sind die Kapitalzuflüsse bei Silber auch überschaubar. Die Kursentwicklung legt zwar die Vermutung nahe, dass extreme Summen in das Edelmetall investiert werden, allerdings zeigen aktuelle Daten, dass das nicht ganz richtig ist. Die Kapitalzuflüsse beim größten Silber ETF waren in den letzten 6 Monaten deutlich niedriger als beim größten Bitcoin ETF.
Natürlich sind Kapitalzuflüsse bei ETFs nur eine Kennzahl von vielen, da es bei Silber auch eine ganze Industrie gibt, die das Edelmetall verarbeitet, allerdings gibt es natürlich auch am Kryptomarkt viele Investoren, die direkt Bitcoin kaufen und nicht über ETFs investieren. Auch das tägliche Handelsvolumen am Spotmarkt ist bei Bitcoin höher.
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Knappheit reicht bereits als Kurstreiber
Die Entwicklungen bei Silber machen einmal mehr deutlich, dass es keine enormen Summen an frischem Kapital benötigt, um den Kurs eines Assets in die Höhe zu treiben. Es reicht, wenn das Angebot knapp wird, was beim Edelmetall aktuell der Fall ist. Und auch bei Bitcoin könnte schon bald die Phase erreicht werden, in der nur noch wenige bereit sind, zu verkaufen.
Seit dem Erreichen der 100.000 Dollar Marke hat sich der Kurs die meiste Zeit über in einem Radius von 20 % darüber oder darunter bewegt. Wer Bitcoin noch vor 7 bis 8 Jahren gekauft hat, konnte sein Kapital seitdem mehr als verdreißigfachen und die psychologisch wertvolle 100.000 Dollar Marke war bei vielen Investoren wohl ein Kursziel, bei dem sie zum ersten Mal bereit wären zu verkaufen.
Aktuell braucht es für jeden Bitcoin, der damals für 3.000 Dollar gekauft wurde, fast 90.000 Dollar, um diesen Verkauf zu kompensieren. Und genau das findet nun seit Monaten im großen Stil statt. Immer mehr Coins wechseln von alten in neue Hände, von Langzeithaltern zu neuen Langzeithaltern, da institutionelles Kapital eher langfristig orientiert ist.
THE BIGGEST BITCOIN SUPPLY SHIFT YOU’VE NEVER SEEN
This isn’t weak hands selling — it’s some of the oldest $BTC finally moving.
2024 to 2025 saw more long-term holders (2+ years) move coins than any period in #Bitcoin’s history. Not panic. Not forced selling. Just veterans… pic.twitter.com/cPDmq45RAo
— CryptosRus (@CryptosR_Us) January 22, 2026
Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, kann es auch bei Bitcoin zu einer ähnlichen Situation wie bei Silber kommen, da immer mehr Investoren zum aktuellen Preis kaufen und keine Buchgewinne haben, die sie realisieren könnten. Institutionelle Investoren, die heute hunderte Millionen Dollar in Bitcoin investieren, verkaufen in der Regel nicht zwei Monate später, wenn sich der Kurs kaum bewegt hat.
Damit stehen die Chancen gut, dass sich auch bei Bitcoin bald keine Verkäufer mehr finden. Da der Kurs nicht nur durch Nachfrage, sondern eben auch durch das verfügbare Angebot und die Anzahl der Verkäufer bestimmt wird, reicht dann schon verhältnismäßig wenig Kapital, um den Kurs stark anzutreiben, genau wie es aktuell bei Silber beobachtet werden kann.
Die kurzfristigen Krypto-Prognosen fallen nochmal bescheiden aus, da es in dieser Woche zu einem erneuten Shutdown der USA kommen könnte und der Zinsentscheid der Fed ansteht. Langfristig ändert das allerdings nichts daran, dass Bitcoin seinen Weg zur Millionen Dollar Marke fortsetzen könnte.
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