Im Verlauf von nur wenigen Tagen tauchten im Bitcoin-Netzwerk ungewöhnlich viele Transaktionen mit besonders kleinem Umfang auf, welche zwar gültig waren, aber keinen ökonomischen Nutzen aufweisen konnten. BitMEX Research nahm dies zum Anlass, um die sogenannten 64-Byte-Transaktionen genauer unter die Lupe zu nehmen. Mögliche Auswirkungen auf die Netzwerksicherheit standen hier im Fokus der Aufmerksamkeit.
Das Wichtigste im Überblick:
Auffällige Muster im System
Wer in den letzten Tagen Bitcoin kaufen wollte, hat möglicherweise bemerkt, dass die Transaktionsgebühren kurzzeitig angestiegen waren. Dieser Effekt ist teilweise auf die Flut an 64-Byte-Transaktionen zurückzuführen. BitMEX Research beschreibt in der Analyse vom 10. Dezember 2025 den sprunghaften Anstieg von Transaktionen mit einer minimalen Größe von 64 Bytes.
Da die Transaktionen keinen sonstigen Nutzen zu scheinen haben, gerieten diese schnell in den Verdacht, gezielt bestimmte strukturelle Eigenschaften des Systems auszunutzen. So beanspruchen diese Transaktionen beispielsweise sehr wenig Blockspace, erhöhen aber im gleichen Zug die Anzahl der Einträge im Mempool deutlich.
Beobachtungen öffentlicher Mempool-Daten, wie sie auf Plattformen wie Mempool.space dargestellt werden, unterstützen diese Einschätzung. Die Transaktionen häufen sich ohne erkennbaren wirtschaftlichen Zweck, was auf Testzwecke, Datensammlung oder das Provozieren von Engpässen hindeutet.
Der technische Hintergrund liegt im Merkle-Baum, der Transaktionen in Blöcken organisiert. Der Hash einer Transaktion (TXID) beträgt 32 Bytes. Im Merkle-Tree werden zwei TXIDs verkettet (64 Bytes), um eine vereinfachte Struktur zu bilden. Eine 64-Byte-Transaktion kann hier als solche missverstanden werden, was SPV-Nachweise (Simplified Payment Verification) bei Krypto Wallets manipulierbar macht. BitMEX stuft das Risiko als moderat bis niedrig ein, da die Ausführung komplex ist.
Mögliche Motive und der technische Hintergrund
Laut BitMEX greifen diese Transaktionen auf eine sehr einfache Skript-Struktur zurück, welche sie formal gültig machen. Sie erhalten dabei jedoch keine konkreten Befehle oder Smart-Contract-Code. Durch die reine Anzahl dieser 64-Byte-Transaktionen wird die Infrastruktur von Full Nodes jedoch nachhaltig stärker belastet. Da kein finanzieller Nutzen aus diesen Transaktionen hervorgeht, spekuliert das BitMEX-Team über den wahren Nutzen der Transaktionen.
So könnten Urheber diese nutzen, um verschiedene Netzwerkteilnehmer zu testen, Daten zu sammeln oder auch, um das Netzwerk gezielt zu belasten. Dabei verstoßen diese Transaktionen jedoch nicht gegen bestehende Konsensregeln und lassen sich zudem nicht einem einzelnen Akteur oder auch einem bestimmten Ziel zuordnen.
64-Byte-Transaktionen und potenzielle Angriffsvektoren
Im Bericht zur Untersuchung betont BitMEX, dass es sich hierbei nicht um einen klassischen Angriff handelt, sondern eher um einen Grenzfall zwischen der regulären Nutzung des Systems und missbräuchlichem Verhalten. Die 64-Byte-Attacke hat keinen Einfluss auf die langfristige Bitcoin Prognose, könnte aber kurzfristig die On-Chain-Aktivität und damit die Gebühren beeinflussen.
Die Transaktionen zeigen deutlich, dass auch kleinste Spielräume im Protokoll ausgenutzt werden können, um systemische Effekte zu erzeugen. Es stellt sich vornehmlich die Frage, ob die bestehenden ökonomischen Anreize ausreichen, um solche Phänomene auf lange Sicht eindämmen zu können.Zusammenfassend unterstreicht BitMEX, dass kein akuter Alarm besteht. Full Nodes und SPV-Nodes können sich durch bestimmte Praktiken schützen. Die genaue Analyse kann jedoch als Lektion in Sachen Protokoll-Möglichkeiten dienen.
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