Am Kryptomarkt macht sich nach wie vor Unsicherheit breit. Bitcoin droht erneut, unter die 90.000 Dollar Marke zu fallen und das sorgt dafür, dass viele Anleger daran zweifeln, ob die Kryptowährung noch die richtige Wahl ist und ob die bullishen Prognosen Realität werden können. Einer, der schon lange vor dem Kurseinbruch extrem bearish eingestellt war, ist Peter Schiff. Der Ökonom spricht seit über einem Jahrzehnt von einer Blase, die sich rund um Bitcoin gebildet haben soll. Nun wurde er in einer öffentlichen Debatte vom Binance-Gründer zumindest kurzfristig ruhiggestellt.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Auf der Binance Blockchain Week sind CZ und Peter Schiff aufeinander getroffen.
  • CZ ist der Gründer von Binance, der größten Kryptobörse der Welt. Schiff gilt als einer der bekanntesten Bitcoin-Kritiker.
  • In einer Diskussion auf der Bühne hat CZ Schiff mit einem einfachen Trick überlistet.
  • Ob das ausreichen wird, um Schiff von Bitcoin zu überzeugen, bleibt jedoch fraglich.

Besser als Gold

Die Debatte, ob Bitcoin als digitales Gold physischem Gold das Wasser reichen kann, ist fast schon so alt wie Bitcoin selbst. Viele Bitcoin-Prognosen bauen darauf auf, dass die Kryptowährung leicht auf eine Million Dollar steigen kann, weil die Marktkapitalisierung dann immer noch niedriger wäre als die von physischem Gold.

Ein Kritiker, der davon überhaupt nichts wissen will und auf das Edelmetall schwört, ist Peter Schiff. Der Ökonom äußert sich immer wieder negativ über den Kryptomarkt und spricht von einer reinen Spekulationsblase. Dabei hat er die Kryptowährung schon früh auf dem Radar gehabt, lange vor den meisten, die heute Bitcoin-Befürworter sind. Schiff hätte also extrem hohe Renditen erzielen können, wenn er Bitcoin gegenüber nicht so abgeneigt gewesen wäre.

Immer wieder zählt Schiff die Vorteile auf, die physisches Gold seiner Meinung nach hat, während er Bitcoin alle Vorteile abspricht. Auf der Binance Blockchain Week sind Binance-Gründer CZ und Peter Schiff auf der Bühne aneinandergeraten, wobei CZ Schiff mit einem einfachen Trick bloßgestellt hat.

CZ packt einen Goldbarren aus, den er erst kürzlich bekommen hat, wie er erzählt. Schiff zeigt sich zunächst noch sichtlich begeistert, dass der Krypto-Befürworter doch auch auf Edelmetalle setzt. Die Stimmung kippt jedoch, als CZ Schiff fragt, ob er denn erkennen könnte, ob es echtes Gold sei oder nicht. Auf die Schnelle lässt sich das nämlich nicht feststellen.

Zwar gibt es Methoden, schlechte, billige Fälschungen schnell zu erkennen, wenn es dann aber ums Eingemachte geht, ist auch der Prüfungsprozess schwieriger. Das Publikum applaudiert CZ sofort, weil es weiß, worauf er hinaus möchte. Bitcoin ist dezentral und völlig transparent, sodass jeder zu jeder Zeit die Echtheit überprüfen und Kontostände verifizieren kann.

Wurde Peter Schiff überzeugt?

Sowohl CZ als auch Schiff haben sich auf der Bühne natürlich professionell verhalten und über den Einwand gelacht, wobei der Binance-Gründer später in den Kommentaren auch betont, dass er Peter Schiffs Meinung schätzt und ihn respektiert. CZ merkt an, dass man erkennt, dass Schiff sich nicht erst seit gestern mit Bitcoin beschäftigt. CZ geht sogar so weit, dass er behauptet, die beiden wären durch das Treffen Freunde geworden.

Dass sich Schiff auf einer Veranstaltung wie der Binance Blockchain Week überhaupt blicken lässt, zeigt schon, dass er es mit seiner Kritik nicht ganz so ernst meint und auch die Kryptoszene anerkennt. Viele werfen ihm eher ein verletztes Ego vor und dass er einfach bereuen dürfte, dass er Bitcoin nicht schon vor über 10 Jahren gekauft hat, als er sich zum ersten Mal dagegen ausgesprochen hat.

Auch wenn Schiff laut CZ mehr von Bitcoin versteht als die meisten, scheint er in seinen Krypto-Prognosen befangen zu sein. Immer wieder hat er auch gegen Strategy scharf geschossen und behauptet, dass das Unternehmen Bitcoin verkaufen müsste, sobald der Durchschnittspreis von 74.000 Dollar unterschritten wird. Als Ökonom sollte er das Modell von Strategy allerdings besser verstehen und wissen, dass der Durchschnittspreis nichts damit zu tun hat, ob Strategy verkaufen muss, da die Verschuldung des Unternehmens nur einen Bruchteil der Bitcoin-Bestände ausmacht.

Alles in allem hat Schiff auf der Blockchain Week also eher nur einen neuen Freund, aber keine neue Einsicht gewonnen. Dass er jetzt selbst beginnen wird, Bitcoin zu kaufen, ist eher unwahrscheinlich.

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Manuel Lippitz

Nach 10 Jahren als leitender Angestellter hat sich Manuel 2019 mit einer eigenen Immobilienfirma in die Selbstständigkeit gewagt. Bis heute hat er vier Unternehmen gegründet oder mit aufgebaut und mit dem Bau des ersten eigenen Mining Rigs wurde neben der... Mehr lesen

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