Das neue Video von “Altcoin Daily” sorgt für Diskussionen. Der Kanal zählt über 1,66 Millionen Abonnenten und gilt als feste Größe in der Szene. Thema ist ein mögliches Albtraum-Szenario für 2026. Dabei geht es weniger um kurzfristige Schwankungen, sondern um strukturelle Risiken, die den Markt über Monate belasten könnten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Altcoin Daily skizziert für 2026 ein mögliches Negativszenario mit Bitcoin-Kursen im Bereich von 60.000 bis 65.000 US-Dollar.
  • Fidelity rechnet auf Basis des klassischen 4-Jahres-Zyklus mit einem schwachen Kryptojahr 2026 und sieht zentrale Unterstützungen zwischen 65.000 und 75.000 US-Dollar.
  • Ein geleaktes Funstrat-Dokument zeigt intern deutlich defensivere Prognosen, obwohl Tom Lee öffentlich weiter optimistisch auftritt.
  • Politische Unsicherheiten wie der Rückzug von Senatorin Cynthia Lummis treffen auf regulatorische Fortschritte wie mögliche Steuererleichterungen für Krypto-Transaktionen.
  • Makro-Analysten und Stimmen wie Cathie Wood oder Jordi Visser halten einen langen Bärenmarkt für 2026 nicht für zwingend und verweisen auf Liquidität, Adoption und Konjunkturzyklen.

Ein zentrales Argument stammt aus einer aktuellen Analyse von Fidelity. Deren Global-Macro-Direktor Jurian Timmer geht davon aus, dass Bitcoin erneut dem klassischen 4-Jahres-Zyklus folgt. Demnach markierte das Hoch bei rund 126.000 US-Dollar im Oktober den Zyklusgipfel. Für 2026 würde das ein klassisches Down-Jahr in der Bitcoin Prognose bedeuten. Als mögliche Unterstützungszone nennt Fidelity einen Bereich zwischen 65.000 und 75.000 US-Dollar.

Diese Einschätzung sorgt für Unruhe, weil sie an frühere Zyklen erinnert. Auch damals folgten auf euphorische Phasen längere Korrekturen. Kritisch bleibt dabei die Frage, ob dieser Zyklus heute noch gültig ist. Die Marktstruktur hat sich verändert, institutionelle Akteure spielen eine größere Rolle, und Liquidität fließt anders als in früheren Jahren.

Funstrat-Leak bringt Tom Lee in Erklärungsnot

Zusätzlichen Druck erzeugte ein geleaktes Dokument aus dem Umfeld von Funstrat. Darin werden für 2026 deutlich niedrigere Kursziele genannt. Bitcoin zwischen 60.000 und 65.000 US-Dollar, Ethereum im Bereich von 1.800 bis 2.000 US-Dollar, Solana sogar nur noch bei 50 bis 75 US-Dollar. Diese Zahlen sorgten für Verwirrung, da Tom Lee öffentlich weiter optimistische Aussagen verbreitet hatte.

Später stellte Lee klar, dass es sich um die Einschätzung eines Analysten handelte und nicht um seine persönliche Meinung. Dennoch zeigt das Papier, wie defensiv selbst bullishe Häuser intern rechnen. Erwähnt wird ein möglicher Drawdown im ersten Halbjahr 2026, gefolgt von einer Bodenbildung im Laufe des Jahres. Besonders Altcoins ohne klare Nachfragebasis gelten dabei als anfällig, ebenso kryptoaffine Aktien.

Politische Unsicherheit und verlorene Fürsprecher

Ein weiterer Belastungsfaktor ist die politische Ebene. Senatorin Cynthia Lummis kündigte an, nicht erneut zu kandidieren. Sie galt als treibende Kraft hinter der Idee einer strategischen Bitcoin-Reserve in den USA. Ihr Rückzug sorgt für Unsicherheit, auch wenn laufende Gesetzesinitiativen weiterverfolgt werden.

Gleichzeitig zeigt sich, dass Regulierung nicht ausschließlich Gegenwind bedeutet. In den USA liegt ein Gesetzesentwurf vor, der Krypto-Transaktionen unter 200 US-Dollar von der Kapitalertragssteuer befreien würde. Auch der sogenannte Clarity Act bleibt auf der Agenda. Solche Schritte könnten mittelfristig eher stabilisierend wirken, selbst wenn einzelne politische Figuren wegfallen.

Gegenpositionen und der Blick über den Tellerrand

Nicht alle teilen das düstere Bild. Makro-Analysten verweisen auf den Liquiditäts- und Konjunkturzyklus, der sich vom klassischen 4-Jahres-Modell gelöst haben könnte. Nach dieser Lesart wurde der Zyklus durch die Pandemie um etwa ein Jahr verschoben. Ein längerer Aufschwung bis weit in das Jahr 2026 hinein oder eine Altcoin Season wäre dann plausibel.

Auch Cathie Wood von ARK Invest sieht Chancen. Sie spricht von einem möglichen “Goldlöckchen-Jahr” mit moderatem Wachstum und sinkender Inflation.

Zusätzlich wächst die globale Krypto-Adoption weiter. Brasilien verzeichnete zuletzt ein Plus von 43 Prozent bei der Aktivität, mit steigenden Investitionssummen pro Nutzer.
Wall-Street-Analyst Jordi Visser hält einen längeren Rückgang unter 80.000 US-Dollar für eher unwahrscheinlich. Voraussetzung wäre ein deutlicher Einbruch an den Aktienmärkten. Solange sich die Konjunkturdaten stabil entwickeln, bleibt dieses Szenario aus seiner Sicht ein Randfall.

Unterm Strich zeigt sich ein gespaltenes Bild. 2026 könnte holprig starten, mit hoher Volatilität und scharfen Rücksetzern. Gleichzeitig sprechen Liquidität, Regulierung und globale Adoption gegen einen dauerhaften Absturz. Der Markt bewegt sich zwischen Angst und Gegenargumenten, und genau diese Spannung dürfte das kommende Jahr bestimmen.

 

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Stefan Haas
Stefan Haas

Nach dem Maschinenbaustudium war Stefan mehrere Jahre als leitender Angestellter tätig, bevor er 2020 in die Selbstständigkeit wechselte. Erste Berührungspunkte mit Bitcoin hatte er bereits 2016 – damals noch im kurzfristigen Trading. Später baute und betrieb er ein eigenes Mining... Mehr lesen

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