Über die Feiertage zeigte sich der Kryptomarkt kurstechnisch wenig dynamisch. Bitcoin und größere Altcoins bewegten sich überwiegend seitwärts, das Handelsvolumen blieb moderat. Dennoch brachten die vergangenen Tage durchaus spannende Nachrichten, insbesondere aus fundamentaler Sicht. Mehrere Entwicklungen unterstreichen, dass sich unter der Oberfläche strukturell viel bewegt. Vor allem das DeFi-Segment bleibt weiterhin dynamisch. Was gibt es also Neues rund um Uniswap, Robinhood, Hyperliquid, Base und Co.?

Das Wichtigste im Überblick:

  • Uniswap aktiviert Fee-Switch und beteiligt UNI-Inhaber erstmals direkt an Protokollerträgen.
  • Robinhood bringt über 1.900 tokenisierte Aktien und ETFs auf Arbitrum.
  • Hyperliquid behandelt HYPE-Token im Assistance Fund dauerhaft als ökonomisch verbrannt.
  • Base App startet weltweit und öffnet DeFi-Zugang für Nutzer in 140 Ländern.
  • Solanas Kora ermöglicht gebührenfreie Transaktionen und flexible Gaszahlungen in beliebigen Tokens.
  • Michael Selig übernimmt CFTC-Führung und signalisiert innovationsfreundlichere Krypto-Regulierung in den USA.
  • Polygon integriert Shift4 und ermöglicht globale Stablecoin-Zahlungen rund um die Uhr.

UNIfication aktiviert Uniswaps lang erwarteten Fee-Switch

Der Governance-Vorschlag zur Aktivierung des sogenannten „Fee Switch“ bei Uniswap wurde von der Community verabschiedet und markiert einen wichtigen Schritt für das führende DeFi-Protokoll. Konkret ermöglicht die Entscheidung, dass ein Teil der Handelsgebühren aus ausgewählten Liquiditätspools künftig an das Protokoll beziehungsweise indirekt an UNI-Staker fließen kann. Bisher gingen die Gebühren vollständig an die Liquiditätsanbieter.

Hier geht es konkret um das „UNIfication“-Proposal. Die Uniswap-DAO hat den Vorschlag am 25. Dezember 2025 mit überwältigender Mehrheit von fast 100 Prozent verabschiedet.

Inhaltlich wird damit der bislang “schlafende” Protocol-Fee-Mechanismus auf Uniswap v2 und ausgewählten Uniswap-v3-Pools aktiviert.  Zusätzlich gehört eine 100-Mio.-UNI-Burn-Komponente zum Paket, die den Token-Überhang reduzieren soll.

Robinhood tokenisiert fast 2000 Aktien

Der Online-Broker Robinhood hat bislang mehr als 1.900 tokenisierte Aktien und ETFs auf der Layer-2-Blockchain Arbitrum bereitgestellt und setzt damit ein starkes Signal im DeFi-Segment. Bei den sogenannten tokenisierten Aktien handelt es sich um blockchainbasierte Abbildungen realer Wertpapiere, die rund um die Uhr handelbar sind und sich nahtlos in dezentrale Anwendungen integrieren lassen. Zuletzt erweiterte der Online-Broker das Angebot um 500 weitere Aktien.

Robinhood nutzt Arbitrum aufgrund niedriger Transaktionskosten und hoher Skalierbarkeit, um den Handel effizient abzuwickeln. Die Token sind vollständig durch reale Aktien hinterlegt, die von regulierten Verwahrstellen gehalten werden.

Hyperliquid verbucht HYPE offiziell als Burn

Die Hyperliquid Foundation hat bestätigt, dass die im Assistance Fund gehaltenen HYPE-Token bilanziell als verbrannt behandelt werden. Konkret handelt es sich um Token, die während früher Stabilisierungsmaßnahmen in den Fonds geflossen sind und nun dauerhaft aus dem zirkulierenden Angebot herausgerechnet werden. Eine Rückführung in den Markt oder eine spätere Umverteilung ist laut Foundation ausgeschlossen.

Durch diese Entscheidung reduziert sich der effektive Umlaufbestand von HYPE, was die Token-Ökonomie transparenter und für Marktteilnehmer besser kalkulierbar macht. Der Schritt folgt auf Community-Diskussionen über die tatsächliche Angebotsstruktur und mögliche Verwässerungseffekte.

Wichtig ist dabei: Es fand kein neuer On-Chain-Burn statt, sondern eine formale Neubewertung bereits isolierter Token. Dennoch wirkt der Effekt ökonomisch wie eine Angebotsverknappung.

Base App startet globalen öffentlichen Rollout

Die von Coinbase entwickelte Base-App ist offiziell für Nutzer in über 140 Ländern live gegangen. Damit öffnet Coinbase den Zugang zu seinem Layer-2-Ökosystem erstmals für die breite Öffentlichkeit außerhalb einer geschlossenen Beta. Die App bündelt Wallet-Funktionen, On-Chain-Identität, Social-Features sowie den direkten Zugang zu DeFi- und Consumer-Apps auf Base.

Technisch basiert die Base App auf einer selbstverwalteten Smart-Wallet-Struktur mit Account Abstraction, wodurch Gas-Fees vereinfacht und Onboarding-Hürden gesenkt werden. Nutzer können ohne klassische Seed-Phrase starten und Transaktionen teilweise über integrierte Sponsoring-Modelle abwickeln. Der Fokus liegt klar auf Alltagsanwendungen statt reinem Trading.

Mit dem globalen Rollout verfolgt Coinbase das Ziel, Base als Consumer-Layer für Ethereum zu etablieren.

Solana führt Kora für flexible Gebühren ein

Die Solana Foundation hat mit Kora einen neuen Mechanismus vorgestellt, der gebührenfreie Transaktionen sowie das Bezahlen von Netzwerkgebühren in beliebigen Tokens auf Solana ermöglicht. Technisch basiert Kora auf einem Fee-Abstraction-Modell, bei dem Drittparteien die Transaktionskosten für Nutzer übernehmen oder diese automatisch in SOL umwandeln.

Für Anwender entfällt damit die Notwendigkeit, vorab SOL für Gas-Fees zu halten. Stattdessen können Gebühren beispielsweise direkt in USDC, Governance-Tokens oder App-spezifischen Assets beglichen werden. Das Ziel ist es, das Nutzererlebnis deutlich zu vereinfachen und Reibungsverluste beim Onboarding zu reduzieren.

Die Solana Foundation positioniert das Netzwerk damit klar als Infrastruktur für massentaugliche On-Chain-Anwendungen und konkurriert direkt mit ähnlichen Abstraktionsansätzen auf Ethereum-Layer-2s. Die Solana Foundation erklärt, dass Kora entwickelt wurde, weil es bislang keinen modernen Standard für Fee-Sponsoring und Remote-Signing auf Solana gab. Zwar ermögliche das Solana-Account-Modell diese Funktionen grundsätzlich, es fehlte jedoch eine sofort einsetzbare Lösung. Kora schließt diese Lücke, indem es Gebühren vollständig sponsoren kann, Zahlungen in beliebigen Tokens erlaubt und das Signieren sicher an externe Umgebungen wie Cloud-Key-Management-Systeme auslagert.

Michael Selig beginnt pro-Krypto-Ära bei CFTC

Michael Selig ist offiziell als Vorsitzender der CFTC eingestellt worden, nachdem der US-Senat seine Bestätigung im Dezember 2025 abgeschlossen hat und er am 22. Dezember 2025 seinen Amtseid ablegte.

Selig gilt als stark krypto-freundlich: Er war zuvor Chef-Berater der Crypto Task Force bei der SEC und vertritt eine Politik, die auf klaren Regeln statt regulatorischer Durchsetzung über Einzelfälle setzt.

 In seinen ersten öffentlichen Aussagen betonte er, dass die US-Behörde in einer Phase rascher technologischer Innovationen und wachsender Beteiligung privater Anleger steht und eine praxisnahe, innovationsfreundliche Regulierung etablieren will.

Zudem positioniert Selig die CFTC als zentrale Instanz für die bevorstehende legislative Marktstrukturreform für digitale Vermögenswerte in den USA und strebt eine harmonisierte Zusammenarbeit mit der SEC an, um Rechtssicherheit für Krypto-Märkte zu schaffen.

Polygon bringt Stablecoin-Zahlungen in den Handel

Polygon hat angekündigt, dass die Stablecoin-Settlement-Plattform von Shift4 offiziell auf Polygon gestartet ist. Damit ermöglicht Shift4 erstmals rund um die Uhr verfügbare Stablecoin-Zahlungen für den globalen Handel. Händler können Zahlungen in Stablecoins nahezu in Echtzeit abwickeln, unabhängig von Banköffnungszeiten oder klassischen Zahlungsnetzwerken.

Die Lösung richtet sich insbesondere an internationale Unternehmen mit hohem Zahlungsvolumen. Stablecoins werden dabei als Settlement-Layer genutzt, während bestehende Point-of-Sale- und E-Commerce-Systeme angebunden bleiben. Polygon dient als kostengünstige und schnelle Infrastruktur, um Transaktionen effizient zu verarbeiten.

Das Polygon-Team beschreibt den Start der Stablecoin-Settlement-Lösung von Shift4 als einen entscheidenden Schritt hin zu global nutzbaren Blockchain-Zahlungsschienen. Während traditionelle Zahlungssysteme an Banköffnungszeiten, Batch-Verarbeitung und Intermediäre gebunden sind, ermöglicht Polygon eine durchgehende, Echtzeit-Abwicklung direkt on-chain. Händler können Stablecoins wie USDC, USDT, EURC oder DAI jederzeit empfangen und weiterbewegen, unabhängig von Ländern oder Zeitzonen.

Polygon betont, dass Shift4 bereits heute hunderttausende Händler in Bereichen wie Einzelhandel, Reisen, E-Commerce und Gastronomie bedient. Die Integration auf Polygon modernisiert bestehende Zahlungsflüsse im großen Maßstab, ohne diese neu aufsetzen zu müssen. Für Händler bedeutet das schnelleren Zugang zu Liquidität, geringere Abhängigkeit vom Bankensystem und eine planbare, programmierbare Zahlungsinfrastruktur.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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