Die weltweite Krypto-Adoption gewinnt zunehmend an Dynamik, besonders Stablecoins rücken dabei in den Fokus. Immer mehr Finanzhäuser, Zahlungsdienstleister und Technologieunternehmen experimentieren mit eigenen Modellen, um digitale Dollar effizienter nutzbar zu machen.

Traditionelle Finanzinstitute integrieren Stablecoins in ihre Abläufe, während große Tech-Konzerne an eigenen tokenisierten Zahlungsmitteln arbeiten. Inmitten dieser Entwicklung verfolgt Stable einen deutlich ambitionierteren Ansatz: Statt nur einen weiteren Stablecoin auszugeben, entsteht hier eine vollständig neue Layer-1-Blockchain, die speziell für die globale Zahlungsabwicklung mit stabilen digitalen Werten gebaut wurde.

Jetzt wurde das Mainnet gestartet, das Ökosystem punktet bereits jetzt mit namhaften Unternehmen. Insbesondere die Unterstützung vom führenden Stablecoin-Emittenten Tether weckt Fantasie.

Das Wichtigste im Überblick:

  • StableChain startet als erste USDT-native Layer-1 für globale Zahlungsabwicklung.
  • Stable gründet Foundation und launcht STABLE-Token für Governance und Sicherheit.
  • Seed-Finanzierung über 28 Millionen US-Dollar stärkt Netzwerkaufbau und strategische Expansion.
  • Über zwei Milliarden Dollar Pre-Deposits zeigen enorme Nachfrage nach Stable-Infrastruktur.
  • Day-1-Ökosystem umfasst über 100 Partner aus Payments, DeFi, Custody und Infrastruktur.
  • Stable sieht Stablecoins als zukünftigen globalen Zahlungsstandard mit effizienteren Rails.
  • StableChain schließt nach eigener Aussage infrastrukturelle Lücke.

StableChain startet: Neues Kapitel für Stablecoin-Infrastruktur

Der Markt für Stablecoins erhält einen der bedeutendsten Impulse des Jahres: Das Unternehmen Stable hat am 8. Dezember 2025 offiziell das StableChain-Mainnet freigeschaltet. Dabei handelt es sich um die erste USDT-native Layer-1-Blockchain, die vollständig auf große, verlässliche und vorhersehbare Abwicklungen im realen Zahlungsverkehr ausgelegt ist. Die Ankündigung aus New York markiert nach eigener Aussage einen Meilenstein für die Integration von Stablecoins in bestehende Finanzsysteme, da StableChain institutionelle und dezentrale Anwendungen gleichermaßen adressiert.

Mit dem Start des Mainnets operiert nun erstmals ein eigenes Blockchain-Netzwerk, das ausschließlich auf USDT-gestützte Zahlungsprozesse optimiert ist. Parallel hierzu gründete Stable die Stable Foundation. Dies ist eine unabhängige Organisation, die Entwicklung, Governance und Ökosystem-Aufbau vorantreiben soll. Zudem gibt es den nativen STABLE-Token, der künftig als Governance- und Utility-Token im Netzwerk dient.

Die Entwicklung von StableChain basiert auf einer starken finanziellen und strategischen Basis. Anfang 2025 sammelte Stable 28 Millionen US-Dollar in einer Seed-Runde ein, angeführt von Bitfinex und Hack VC, flankiert von prominenten Branchenfiguren wie Paolo Ardoino. Zu den jüngsten Partnern zählen unter anderem Anchorage Digital und PayPal.

Besonders positiv ist der Erfolg der zweiphasigen Pre-Deposit-Kampagne, bei der über 2 Milliarden US-Dollar von mehr als 24.000 Wallets eingezahlt wurden. Dieses Ergebnis gilt als klarer Indikator für die Nachfrage nach einem dedizierten Stablecoin-Netzwerk.

Mit StableChain verschärft sich der Wettbewerb für Blockchain-basierte Zahlungssysteme, mit dem Anspruch, Stablecoins noch stärker in den globalen Finanzverkehr einzubinden.

Das Team hinter Stable sieht sich inmitten einer zukunftsträchtigen Vision:

„Die Welt bewegt sich auf eine Zukunft zu, in der Zahlungen mit Stablecoins zum globalen Standard werden: Sie fördern den Handel, erweitern den Zugang und ermöglichen grenzüberschreitende finanzielle Teilhabe. Damit diese Zukunft Realität werden kann, muss die zugrunde liegende Infrastruktur zuverlässig und zugänglich sein und für den tatsächlichen Nutzungsumfang ausgelegt sein.

StableChain ist ein Schritt in Richtung dieser Vision.“

StableChain: Massives Ökosystem rund um L1

Mit dem Start des StableChain-Mainnets hebt Stable heute nicht nur eine neue Layer-1-Blockchain in Betrieb, sondern positioniert sich zugleich im Zentrum einer wachsenden Infrastruktur rund um USDT-basierte Zahlungen. Das Projekt folgt einer klaren These: Stablecoins gehören längst zu den meistgenutzten digitalen Vermögenswerten der Welt, doch die darunterliegenden Netzwerke wurden nie für schnellen, planbaren Zahlungsverkehr entwickelt. Stable formuliert diesen Rückstand als strukturelles Problem und als Chance, eine dedizierte Architektur aufzubauen.

Bereits am ersten Tag zeigt sich, wie stark die Nachfrage nach einer solchen spezialisierten Infrastruktur ist. Das veröffentlichte Partner-Ökosystem umfasst über 100 Unternehmen aus allen relevanten Bereichen der Krypto- und Payment-Industrie.

Unter Infrastructure & Tools finden sich Namen wie Chainlink, Alchemy, The Graph, ThirdWeb oder RedStone. Dies sind zentrale Bausteine, um Daten, Entwicklerzugänge und Orakel-Funktionalitäten für stabile Zahlungsnetzwerke bereitzustellen. Im Segment Payments & Utilities treten Partner wie TravelSwap, Chipper Cash, PXP, Gnosis Business, PayPal und Mesh auf, was eine Verbindung Verbraucher-Services und Unternehmenslösungen schafft.

Ökosystem Stable

Auch der DeFi-Sektor ist breit vertreten: Uniswap, Pendle, Renzo, Frax Finance oder OpenOcean unterstützen StableChain von Beginn an. Ergänzt wird das Ökosystem durch zentrale Exchanges & Wallets wie Bitfinex, Gate, Curve, Metamask oder OKX Wallet. Für institutionelle Integrationen stehen Custody-Player wie Anchorage Digital, Paxos, Fireblocks und Finoa bereit. Hinzu kommen Neobanks wie Axal, El Dorado oder OrbitX und Interoperabilitätspartner wie LayerZero, Stargate oder Transak.

Gamechanger oder nutzlose L1? Jetzt wird es spannend

Stable selbst beschreibt Mainnet-Start und Ökosystem als Meilenstein: Stablecoins hätten die Welt erobert, doch ihre technische Basis hinke hinterher. StableChain soll genau diese Lücke schließen.

Spannend dürften die kommenden Monate zeigen, welche Adoption StableChain wirklich verzeichnet. Denn viele Token-Launches und Mainnet-Starts im laufenden Jahr wurden tendenziell wieder abverkauft.

Trotz der breiten Aufmerksamkeit begleitet den StableChain-Start auch deutliche Kritik aus Teilen der DeFi-Community. Kritiker wie der Analyst Ignas bemängeln eine aus ihrer Sicht mangelnde Transparenz und werfen dem Projekt vor, Insider hätten bereits vor der öffentlichen Ankündigung erhebliche Pre-Deposits tätigen können. Auch die Tokenverteilung ist Kritikpunkt, da große Anteile an VCs, Teammitglieder und interne Pools fließen. Zudem wird dem Projekt fehlende technische Innovation vorgeworfen, da StableChain primär Gebühren in USDT erhebt und kaum neue Mechanismen einführt. Kritiker sehen außerdem die extrem kurze Entwicklungszeit skeptisch.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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