Der Krypto Crash färbt Kurse tiefrot. Neben massiven Abflüssen vom Kryptomarkt warnt die EZB vor Risiken bei Großbanken.

Bitcoin zeigt derzeit nur nach unten und zieht die anderen Werte mit sich. Es gab zwar kurzfristige Anzeichen für eine zumindest kurze Erholungsphase durch die positiven Unternehmenszahlen von Nvidia. 

Doch der massive Druck an den Kapitalmärkten bleibt, und mittendrin warnt die EZB vor toxischen Risiken bei Großbanken. Steht eine neue Welle von Bankenpleiten an, wenn nicht, wie von der Europäischen Zentralbank jetzt gefordert, mehr Liquidität aufgebaut wird?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die EZB warnt vor Gefahren, nennt aber keine regulatorischen Konsequenzen.
  • EZB, BaFin und Bundesbank ringen um Regulierungshoheit.
  • Die Europäische Zentralbank warnt vor toxischer Mischung für Großbanken.
  • Handelskonflikte, plötzliche Turbulenzen und Unsicherheiten sind die Gefahren.
  • Risiko extremer Ereignisse sei hoch wie nie zuvor, so die EZB in einer Mitteilung.

Welche Warnung spricht die EZB für Großbanken aus?

Zunächst die gute Nachricht: Laut der aktuellen Meldung der Europäischen Zentralbank stehen die Geldhäuser allgemein gut da. Allerdings sind internationale Spannungen und mögliche Extremereignisse Anlass zur Sorge. Sie sind nicht nur wahrscheinlich geworden, sondern stellen die Großbanken vor neue Herausforderungen.

Genau sieht die EZB aber Handlungsbedarf. 

Geopolitische Spannungen, eine veränderte Handelspolitik, Klima- und Naturkrisen, der demografische Wandel und technologische Umbrüche verschärfen strukturelle Schwachstellen. 

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Die Warnung klingt nach einer neuen Welle von Bankenpleiten auf internationaler Ebene, wenn sich die großen Finanzhäuser nicht mit ausreichend Liquidität für die Schreckensszenarien vorbereiten, so die EZB weiter. Extreme Finanzschocks könnten die Märkte jederzeit treffen. Als oberste Priorität sieht man für die Geschäftsbanken der Währungsunion die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit. 

Neuer Stresstest für EU-Banken geplant

Neben den Warnungen weist die EZB aber auch darauf hin, dass die allgemeinen Kapitalanforderungen für das kommende Jahr stabil bleiben sollen. Bedeutet: Es ist nicht notwendig, derzeit weitere Liquidität aufzubauen, um in Krisenzeiten gerüstet zu sein. Allerdings sollen aufgrund der unvorhersehbaren Risiken neue Stresstests durchgeführt werden. 

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Die Institute sollen auf Basis eines vorgegebenen Kapitalbedarfs Szenarien entwickeln, die dann von der EZB bewertet werden. Offenbar gehen die Experten der Zentralbank nicht davon aus, dass das günstige Umfeld der vergangenen Jahre so schnell wiederkommt. Die Risiken zeigen sich vor allem bei:

  • den Handelsspannungen zwischen den USA und der EU
  • allgemeinen geopolitischen Gefahren

Die plötzlichen Korrekturen an den Finanzmärkten führen dann wahrscheinlich auch zu einem potenziellen Rückgang der Vermögensqualität führender Branchen. Vor allem solche mit hohem Exportvolumen wie die Automobil-, Chemie- oder Pharmaindustrie nennt die EZB in diesem Zusammenhang. Bisher müssen Banken eine harte Kernkapitalquote von mindestens 11,2 Prozent aufweisen. Diese Quote soll laut EZB vorerst erhalten bleiben. 

Die von der EZB beaufsichtigten Banken zeigen im zweiten Quartal 2025 robuste Kapital- und Liquiditätszahlen. Die Notenbank lobt deren Risikomanagement, das wie die IT- und Cyber-Resilienz zu den Aufsichtsprioritäten der kommenden drei Jahre zählt. 

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Allerdings weisen viele Banken bereits eine höhere Quote auf. So lag der durchschnittliche Wert im zweiten Quartal 2025 bei 16,1 %, was bedeutet, dass die Banken Verluste sehr gut absorbieren können. Am geringsten fiel die Quote in Spanien mit 13,18 % und am höchsten mit 23,71 % in Lettland aus, heißt es in der Pressemitteilung der EZB vom 17.09.2025. 

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Für einzelne Banken gab es bereits hervorragende Nachrichten von der EZB. So muss unter anderem die Deutsche Bank 2026 weniger Kapital vorhalten, was angesichts der jüngsten Warnung einen Widerspruch darstellen könnte. 

Das Frankfurter Geldhaus muss damit im nächsten Jahr eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 11,22 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva (RWA) einhalten. Mit 14,50 Prozent lag die CET1-Quote zum 30. September deutlich darüber.

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Was bedeutet das für den Kryptomarkt?

Die von der EZB ausgegebene Quote betrifft die von der Zentralbank beaufsichtigten Banken. Kryptowährungen stehen zur CET1-Quote nicht in direktem Zusammenhang. Aber bei Banken, die in Kryptowährungen investieren oder damit handeln, gibt es relevante Zusammenhänge. Mit hoher Quote signalisiert eine Bank Finanzkraft und Stabilität. Das Einhalten der Mindestanforderungen sorgt für Sicherheit der Anleger, daher beeinflusst eine hohe Quote auch die Risiken von Kryptowährungen für die Banken. 

Ein Krypto-Crash, wie er dieser Tage häufig in den Nachrichten erwähnt wird, beeinflusst indirekt auch den Stresstest für Banken. Er zeigt, wie Banken auf Schocks reagieren, ob am Kryptomarkt oder auf den traditionellen Märkten. Da immer mehr Banken im EU-Raum auch in Kryptowährungen investieren oder den Handel mit ihnen anbieten, wäre ihre Widerstandskraft im Falle eines Totalabsturzes von Bitcoin & Co. unmittelbar gefährdet. 

Innerhalb der EU sind folgende Banken bekannt, die derzeit den Handel mit Kryptowährungen direkt oder indirekt über Partner anbieten:

  1. Sparkassen
  2. Commerzbank
  3. Neobanken wie N26
  4. Solaris Bank
  5. Sutor Bank
  6. Fidor Bank
  7. Trade Republic als Vollbank

Von den neuerlichen Gefahren profitieren auch anonyme Kryptowährungen, wie der derzeit stark unterbewertete ZEK-Coin von Zcash.

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Paul Schröder
Paul Schröder

Paul ist hauptberuflicher Content-Writer mit einem Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Finanzthemen. Seine Leidenschaft für Krypto begann 2016, als er seinen ersten Bitcoin für rund 900 Dollar kaufte. Seitdem hat er sich immer wieder intensiv mit dem Markt beschäftigt. 2024 machte er... Mehr lesen

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