Eine Krypto-Wallet voll mit wertvollen ETH ist der Traum vieler Anleger. Ein Investor hält mehr ETH als der Gründer Vitalik Buterin, hat aber den Zugang zur digitalen Geldbörse verloren.
Unter allen Einzelinvestoren hält Rain Lohmus die meisten Ether, und zwar 250.000 ETH. Erst auf Platz 2 folgt Vitalik Buterin selbst, der 240.000 ETH hält. Doch es gibt einen großen Unterschied zwischen beiden Ethereum-Vermögen.
Das Wichtigste in Kürze:
ETH ist beliebt, auch Justin Bieber und Mark Cuban halten Ethereum
Rain Lõhmus ist 58 Jahre alt und stammt aus Estland. Der Mitgründer von SIA Livonia Partners und der LHV Group, einer estnischen Bank, ist der größte private Besitzer von Ethereum. Das alleine ist schon eine beeindruckende Aussage. Doch dem Geschäftsmann ist der Zugang zu seinen privaten Schlüsseln verloren gegangen, weshalb er derzeit nicht an das Ethereum-Vermögen kommt.
Doch damit ist er nicht allein. Während viele ETH-Adressen ihren Eigentümern zugeordnet werden können, darunter Justin Bieber und Mark Cuban, gibt es bei anderen nur Vermutungen und die Erkenntnis, dass die enthaltenen ETH verloren sind. CCN berichtet, dass über 913.000 ETH für immer weg sind, und zwar, weil ihre Besitzer, ähnlich wie Lõhmus, entweder Zugangsdaten verloren oder diese vergessen haben. Aber auch Hacks und Smart Contract Fehler sollen für die hohe Zahl verlorener ETH verantwortlich sein, berichtet CCN.
Lõhmus hat sich als früher Investor schon beim ICO im Jahr 2014 an Ethereum beteiligt und damals zugegriffen. Die Preise für Ether waren deutlich niedriger, und so bezahlte er für das Investment nur rund 75.000 $. Doch die 250.000 ETH sind nach heutigem Ethereum-Preis rund 1,12 Milliarden $ wert!
Erneuter Ethereum-Hack kostet rund 6 Millionen USD
Ein Phishing-Angriff im Wert von 6 Millionen USD wurde durch einen Ethereum-Wal ausgelöst. Dieser verlor die oben genannte Summe durch ein komprimiertes Signaturverfahren bei Off-Chain-Transaktionen. Die gebührenfreien Signaturen gelten schon länger als Sicherheitslücke und Schwachstelle bei Off-Chain-Berechtigungen. Die Überprüfung von Signaturen obliegt zunächst den Krypto-Wallets innerhalb der Ökosysteme.
Wer der Ethereum-Wal ist, ist unbekannt. Auch die Angreifer konnten bisher nicht identifiziert werden. Experten weisen schon länger auf die zunehmende Bedrohung durch Phishing-Attacken hin, wenn Transaktionen ohne Gas-Gebühren von Layer-2 Lösungen fürs Ethereum-Ökosystem ausgelöst werden.
Der erneute Ethereum-Hack zeigt, dass strengere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Änderungen auf Protokollebene können dazu führen, dass Anwender keine solchen gebührenfreien Transaktionen auslösen können. Doch am Ende zielt jede Phishing-Attacke darauf ab, Fehlverhalten von Anwendern auszunutzen. Daher sollten Besitzer von Krypto-Wallets niemals unbegrenzte oder verdächtige Berechtigungen genehmigen.
Ist Ethereum tot?
Ethereum ist ganz sicher nicht am Ende oder gar tot. Stattdessen gibt es neue Pläne und eine erweiterte Ethereum-Roadmap. Die besagt, dass beispielsweise alle Layer-2-Blockchains ein so nahtloses Benutzererlebnis bieten sollen, dass Anwender gar nicht mehr merken, dass sie sich nicht im Ethereum-Mainnet befinden. Die Roadmap von Ethereum wurde für die neueste Vision von Vitalik Buterin extra um drei strategische Säulen erweitert.
Diese Aktualisierungen zeigen, genau wie jüngst bekanntgewordene Partnerschaften und Projekte, dass Ethereum ein globaler Krypto-Player ist und wohl auch bleiben wird. Coinbase Payments ist gerade dem Open Intents Framework als Hauptmitglied beigetreten und wird dort an den Ethereum-Standards für nahtlose Interoperabilität, den Cross-Chain-Transaktionen, mitarbeiten.
Das Entwickeln solcher Prozesse ist extrem komplex und beinhaltet verschiedene Sicherheitsstandards. Auch wenn die Betrügereien bei Cross-Chain-Exploits zunehmen, könnte auch weiterhin Fehlverhalten wie das von Lõhmus der Grund dafür sein, dass viele ETH verloren sind.
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