Bittensor zählte in den vergangenen Wochen zu den spannendsten KI-Coins am Kryptomarkt. Das Projekt kombiniert Blockchain und künstliche Intelligenz, indem es ein offenes Netzwerk für spezialisierte Subnets aufbaut, in denen Miner, Validatoren und Entwickler für nützliche Beiträge mit dem nativen Token TAO belohnt werden.

Genau diese Verbindung aus AI-Narrativ, technischer Komplexität und neuer Onchain-Ökonomie machte TAO zuletzt für viele Anleger attraktiv.

bittensor

Doch in dieser Woche kippte die Stimmung abrupt: Nach zuvor klarer relativer Stärke kam es zu einem heftigen Abverkauf. Aus der heißen KI-Wette wurde binnen Stunden wieder ein hochriskanter Altcoin.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bittensor crasht in dieser Woche, Belastung im Ökosystem nimmt zu.
  • Governance im Fokus der Kritik, Schlüssel-Projekte verlassen Bittensor.
  • Retest des ehemaligen Supports könnte Short-Setup ermöglichen.

Darum ist TAO in dieser Woche so stark eingebrochen

Hinter dem jüngsten Crash steckt vor allem kein gewöhnlicher Marktimpuls, sondern eine konkrete Belastung aus dem eigenen Ökosystem.

Auslöser war der öffentliche Bruch zwischen Bittensor und Covenant AI, einem bekannten Subnet-Betreiber innerhalb des Netzwerks. Covenant AI kündigte den Rückzug aus dem Bittensor-Ökosystem an und warf Mitgründer Jacob Steeves vor, zu viel Kontrolle über das Netzwerk auszuüben.

Besonders schwer wogen dabei die Vorwürfe, ein einzelner Akteur könne Emissionen beeinflussen, Community-Strukturen übersteuern und Projekte ohne transparenten Prozess faktisch entmachten. Genau das trifft den empfindlichsten Punkt bei Bittensor: die Glaubwürdigkeit des Dezentralisierungs-Narrativs.

Für den Markt ist das brisant, weil Bittensor gerade davon lebt, dass viele eigenständige Subnets unter einem gemeinsamen TAO-System koordiniert werden. Offiziell beschreibt das Projekt diese Struktur als Netzwerk vieler unabhängiger Subnets, in denen Miner, Validatoren, Subnet-Ersteller und Staker über Anreize zusammenarbeiten. Wenn dann jedoch ein prominenter Builder öffentlich erklärt, die gelebte Governance widerspreche dem Anspruch eines permissionless Netzwerks, entsteht sofort Vertrauensschaden. Das erklärt auch, warum die Reaktion so heftig ausfiel: Bei KI-Coins wird nicht nur Code bewertet, sondern vor allem Zukunftserwartung. Wird diese beschädigt, brechen Bewertungen schnell ein.

Hinzu kommt, dass Covenant AI zuletzt ein besonders sichtbarer Teil der Bittensor-Story war. Rund um diese erhöhte Sichtbarkeit war TAO im März stark gestiegen. Der jetzige Rückzug radiert damit nicht nur operative Hoffnung aus, sondern auch einen Teil der vorangegangenen Rallye-Erzählung. Steeves wies die Vorwürfe zwar zurück und erklärte, er könne Emissionen gar nicht selbst stoppen. Für den Kurs war der Schaden trotzdem bereits da. Der Markt preiste also weniger einen bewiesenen technischen Defekt ein, sondern vor allem Governance-Risiko, Unsicherheit und einen Reputationsschock mitten in einer ohnehin nervösen Altcoin-Phase.


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Spannendes Trading-Setup bei Bittensor

Der bekannte Trader Ardi sieht nach dem Einbruch nun zunächst kein sofort bullisches Reversal, sondern einen klassischen Retest verlorener Unterstützungen. Konkret nennt Ardi die Zone zwischen 283 und 294 US-Dollar als entscheidenden Bereich, den er jetzt beobachtet. Seine These: Diese frühere Support-Zone dürfte nach dem Bruch nun als Widerstand fungieren. Genau das ist ein typisches Muster nach impulsiven Abverkäufen. Der Markt fällt durch eine wichtige Unterstützung, stabilisiert sich kurzfristig und läuft danach noch einmal von unten an die alte Zone heran. Erst dort entscheidet sich, ob echte Stärke zurückkehrt oder ob Verkäufer erneut dominieren.

Ardi formuliert das Setup klar: Sollte TAO diese rote Zone zurückerobern und halten, könnten die aktuell „günstigen“ Niveaus als Sprungbrett für eine stärkere Gegenbewegung dienen. Sein Basisszenario ist aber vorsichtiger. Er erwartet eher, dass TAO in die Spanne von 283 bis 294 US-Dollar steigt, dort keinen nachhaltigen Ausbruch schafft und anschließend wieder nach unten dreht.

Technisch wäre das dann ein tieferes Hoch beziehungsweise ein Lower High – also eher ein bärisches Fortsetzungssignal als schon die Trendwende. Für kurzfristige Trader ist diese Zone damit nun der zentrale Prüfstein.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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