Der FTX-Crash im November 2022 war einer der größten Schocks der Kryptogeschichte. Die Börse von Sam Bankman-Fried galt zuvor als seriöser Riese, bis sich zeigte, dass Kundengelder und die Handelsfirma Alameda Research eng verflochten waren. Nach dem Kollaps folgte die Insolvenz, Vermögenswerte mussten verkauft oder umgeschichtet werden, um Gläubiger zu bedienen.
Für Solana war das besonders relevant, weil Alameda und FTX zu den größten Unterstützern des Ökosystems gehörten und enorme SOL-Bestände hielten. Seitdem hing über Solana ein ständiger Angebotsüberhang: Der Markt wusste, dass diese Tokens früher oder später in den Rückzahlungsprozess einfließen würden.
Das Wichtigste im Überblick:
- FTX-Crash hatte massiv Auswirkungen auf Solana, enge Verbindungen.
- Langsam könnte der letzte Verkaufsdruck eingepreist sein, Rally-Potenzial für Solana.
- SBF bekräftigt erneut, dass FTX zu keinem Zeitpunkt insolvent gewesen ist.
Dank FTX: Analyst sieht jetzt Kurspotenzial bei Solana
Der folgende Analyst argumentiert im Kern, dass sich ein Belastungsfaktor, der den SOL-Kurs über Jahre begleitet hat, langsam dem Ende nähert. Gemeint sind die fortlaufenden, gerichtlich überwachten Verkäufe beziehungsweise Ausschüttungen aus dem FTX-/Alameda-Komplex. Tatsächlich wurden Mitte April erneut rund 198.425 SOL im Wert von etwa 16 Millionen US-Dollar entstakt und an eine Wallet für Gläubigerausschüttungen transferiert. Gleichzeitig werden Alameda-nahe Restbestände aktuell auf etwa 3,5 bis 3,57 Millionen SOL geschätzt. Das ist immer noch relevant, aber deutlich weniger als der Markt in den Jahren nach dem FTX-Zusammenbruch befürchten musste.
Event horizon: Update on Alameda/FTX $SOL court ordered liquidations
The $SOL event we have all been waiting for is approuching. We are all aware that $SOL has been enduring the Alameda/FTX bankcrupcy liquidation for years now, supressing the price as the court ordered sales…
— MartyParty (@martypartymusic) April 17, 2026
Die bullische These lautet nun: Solana musste über lange Zeit einen permanenten Verkaufsdruck absorbieren, ohne daran fundamental zu zerbrechen. Genau das wertet der Analyst als Stärke. Denn obwohl regelmäßig neue SOL-Tranchen in den Markt kamen oder zumindest als mögliches Angebot im Raum standen, blieb ein großer Kurseinbruch aus. Dazu kommt, dass diese Tokens eben nicht einfach blind auf den Markt geworfen werden. Ein Teil geht direkt an Gläubiger, ein Teil wird über OTC-Strukturen oder Market Maker abgewickelt, um Slippage zu begrenzen. Der Angebotsdruck war also real, aber kontrolliert.
Entscheidend ist für den Analysten jedoch die andere Seite der Gleichung: die Nachfrage und Nutzung. Solana hat laut Artemis im ersten Quartal 2026 rund 1,1 Billionen US-Dollar an wirtschaftlicher Aktivität erreicht und damit einen neuen Rekord markiert.
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Solanas Fundamentaldaten wirken nach FTX stärker
Auch Berichte über anhaltend hohe Aktivität bei Adressen und Transaktionen stützen das Narrativ, dass das Netzwerk operativ stärker dasteht, als es der Kurs zuletzt widerspiegelte. Wenn nun der FTX-bedingte Überhang Schritt für Schritt kleiner wird, könnte der Markt beginnen, stärker auf Fundamentaldaten statt auf Altlasten zu schauen.
Genau daraus leitet der Analyst sein Pump-Szenario ab. Fällt die jahrelange Sondersituation weg, könnte SOL näher an das bewertet werden, was Nutzung, Aktivität und Ökosystemwachstum eigentlich rechtfertigen. Das ist keine Garantie für eine Rallye, aber die Logik dahinter ist nachvollziehbar: weniger struktureller Verkaufsdruck bei gleichzeitig starker Netzwerknachfrage ist grundsätzlich ein bullisches Setup.
Was Sam Bankman-Fried zuletzt über FTX sagt
Sam Bankman-Fried hat zuletzt versucht, seinen Fall noch stärker politisch aufzuladen. Dabei behauptete er, er sei Opfer einer Art „political lawfare machine“ geworden und stellte sich als Zielscheibe der Biden-Regierung dar. Zugleich argumentierte er erneut, FTX sei angeblich „immer solvent“ gewesen und er habe wichtige finanzielle Belege nicht ausreichend vor der Jury präsentieren können.
Parallel dazu lief eine neue juristische Offensive: Im Februar 2026 beantragte er ein neues Verfahren und machte geltend, dass zentrale Aussagen und Entlastungspunkte im ursprünglichen Prozess nicht angemessen berücksichtigt worden seien. Damit knüpft er an seine bekannte Verteidigung an, wonach weniger Betrug als vielmehr ein Fehlurteil vorgelegen habe.
🚨JUST IN: @SBF_FTX has accused the Biden administration of running a “political lawfare machine,” saying he was targeted after shifting from being a Democratic donor to supporting Republicans and becoming a vocal critic of Gary Gensler.
Bankman-Fried also argued that FTX “was… pic.twitter.com/HcV0JC1sDm
— SolanaFloor (@SolanaFloor) February 9, 2026
Auf sich aufmerksam machte SBF aber nicht nur mit diesen Aussagen, sondern auch mit seiner öffentlichen Strategie. Bereits zuvor hatte er in einem vielbeachteten Interview seine Nähe zu Republikanern betont, Biden kritisiert und sich damit sichtbar in Richtung eines politischen Rebrandings bewegt.
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