Ethereum zeigt nach den jüngsten Verlusten wieder erste Stärke. In den vergangenen 24 Stunden legt ETH rund 2 Prozent zu und nähert sich damit erneut der psychologisch wichtigen Marke von 2.000 US-Dollar. Auch auf Wochensicht notiert die zweitgrößte Kryptowährung etwas fester. Von einer bestätigten Trendwende kann dennoch keine Rede sein: Ethereum liegt weiterhin rund 60 Prozent unter seinem Allzeithoch und befindet sich übergeordnet im Bärenmarkt. Dennoch stabilisiert sich der Kurs zunehmend. Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise auf eine größere Bewegung. Denn sowohl oberhalb als auch unterhalb des aktuellen Kurses befinden sich umfangreiche Liquiditätszonen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Ethereum überschreitet erstmals die Marke von 200 Millionen gefüllten Wallets.
- Das Netzwerk wächst trotz Bärenmarkt und weiterhin schwacher Kursentwicklung weiter.
- Mehr Wallets erhöhen langfristig Nachfrage nach Anwendungen, Blockspace und ETH.
- Fundamentales Wachstum könnte einer späteren nachhaltigen Kurserholung deutlich vorausgehen.
Clarity Act als Kurstreiber: Steht Ethereum vor einer heftigen Bewegung?
Die aktuelle Ethereum-Prognose wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: die bevorstehende politische Entscheidung rund um den Clarity Act und die auffällige Verteilung der Liquidität im Markt. Die dargestellte Liquidations-Heatmap zeigt, dass sich sowohl oberhalb als auch unterhalb des aktuellen ETH-Kurses große gehebelte Positionen konzentrieren. Besonders helle Bereiche markieren Kurszonen, in denen zahlreiche Trader liquidiert werden könnten.
Oberhalb des aktuellen Kurses befinden sich größere Liquiditätspools insbesondere zwischen rund 2.000 und 2.400 US-Dollar. Ein Ausbruch über die psychologische Marke von 2.000 US-Dollar könnte daher eine Kettenreaktion auslösen. Short-Positionen würden geschlossen oder zwangsliquidiert, wodurch zusätzliche Käufe entstehen. Ein solcher Short-Squeeze könnte Ethereum kurzfristig deutlich nach oben treiben.
$ETH liquidity is stacked to both sides.
And the next big move depends on the Clarity Act.
If Clarity Act gets approved, ETH will take out the upside liquidity first before dumping.
If Clarity Act isn't approved, ETH will sweep the liquidity around $1,500.
In either case, I… pic.twitter.com/NdrcuIX8Bs
— Niels (@Web3Niels) July 25, 2026
Der Analyst Niels verknüpft dieses Szenario mit dem Clarity Act. Sollte das Gesetz verabschiedet werden und für mehr regulatorische Sicherheit am US-Kryptomarkt sorgen, könnte Ethereum zunächst die oberhalb liegende Liquidität abholen. Allerdings erwartet er selbst in diesem bullischen Szenario anschließend noch einmal einen deutlichen Rücksetzer.
Scheitert der Clarity Act dagegen, dürfte sich der Blick verstärkt auf die Unterseite richten. Dort liegt rund um 1.500 US-Dollar eine besonders ausgeprägte Liquiditätszone. Negative Nachrichten könnten einen Abverkauf auslösen, bei dem Long-Positionen liquidiert werden und den Kurs zusätzlich unter Druck setzen.
Die Heatmap liefert dabei keine sichere Kursprognose. Sie zeigt lediglich mögliche Zielbereiche, zu denen sich der Markt aufgrund der dort liegenden Liquidität bewegen könnte. Klar ist jedoch: Ethereum nähert sich einer Entscheidung. Ein nachhaltiger Ausbruch über 2.000 US-Dollar wäre ein erstes positives Signal. Solange dieser fehlt, bleibt das Risiko eines erneuten Rücksetzers jedoch hoch.
200 Millionen Ethereum-Wallets: Warum dieser Meilenstein bullisch wirkt
Während der Ethereum-Kurs weiterhin deutlich unter seinem Allzeithoch notiert, wächst das Netzwerk im Hintergrund kontinuierlich weiter. Laut den dargestellten Daten hat Ethereum mittlerweile die Marke von 200 Millionen nicht leeren Wallets überschritten. Gemeint sind Adressen, auf denen tatsächlich ETH oder andere Ethereum-basierte Vermögenswerte liegen. Damit erreicht das Netzwerk einen wichtigen Adoptionsmeilenstein.
Bullisch wirkt diese Entwicklung vor allem, weil sie zeigt, dass die Nutzung nicht vollständig vom kurzfristigen Kursverlauf abhängt. Trotz Bärenmarkt, schwacher Stimmung und fehlender Dynamik nimmt die Zahl aktiver beziehungsweise kapitalisierter Adressen weiter zu. Nutzer halten ETH, verwenden Stablecoins, greifen auf DeFi-Anwendungen zu, handeln NFTs oder interagieren mit weiteren Onchain-Diensten.
Ethereum just crossed a massive milestone – 200 million+ non-empty wallets.
Let that sink in.
While headlines keep talking about "boring markets" and sideways price action, the network keeps doing exactly what matters most: growing its user base.
This isn't just another… pic.twitter.com/TavV6gwHfm
— Lucky (@LLuciano_BTC) July 29, 2026
Allerdings entspricht eine Wallet nicht automatisch einem einzelnen Nutzer. Eine Person kann mehrere Adressen besitzen, während Börsen teilweise Millionen Kunden über wenige Wallets verwalten. Dennoch verdeutlicht der langfristige Aufwärtstrend, dass sich die wirtschaftliche Aktivität auf Ethereum zunehmend verbreitert.
Für Anleger könnte dies ein positives fundamentales Signal sein. Wächst die Nutzerbasis weiter, steigt langfristig auch die potenzielle Nachfrage nach Blockspace, Anwendungen und ETH zur Bezahlung von Transaktionsgebühren. Der Kurs spiegelt diese Entwicklung aktuell noch nicht vollständig wider. Genau diese Diskrepanz zwischen schwachem Preis und wachsendem Netzwerk könnte bei einer verbesserten Marktstimmung neues Aufwärtspotenzial eröffnen.
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