Trump-verknüpfte Anlagekonten kauften am 24. und 27. Juli Aktien von Strategy (Nasdaq: MSTR), kurz bevor die Aktie von 91,67 beziehungsweise 98,65 US-Dollar auf 167,33 US-Dollar am 22. September kletterte. Das geht aus einer Ethik-Offenlegung des Office of Government Ethics (OGE) hervor, in der Präsident Donald Trump als Begünstigter der Konten genannt wird – die Unterlagen belegen jedoch nicht, wer die Trades tatsächlich veranlasst hat.
Das Wichtigste im Überblick:
- Trump-verknüpfte Konten kauften Strategy-Aktien am 24. Juli und 27. Juli, bevor MSTR um rund 80 Prozent stieg
- Strategy hielt zum 21. September 846.000 BTC zu aggregierten Kosten von etwa 63,8 Milliarden US-Dollar
- Die OGE-Unterlagen zeigen 1.156 Wertpapiergeschäfte allein im Juli, nennen aber keine exakten Beträge oder Stückzahlen
Trump-verknüpfte Konten kaufen Strategy während des Kurstiefs
Der am 22. September veröffentlichte OGE-Bericht umfasst 37 Seiten und enthält allein für Juli 1.156 Wertpapiergeschäfte. Darunter finden sich drei Transaktionen mit Strategy-Class-A-Aktien: ein Verkauf am 8. Juli im Bereich von 1.001 bis 15.000 US-Dollar, ein Kauf am 24. Juli in derselben Spanne und ein deutlich größerer Kauf am 27. Juli zwischen 50.001 und 100.000 US-Dollar.
Bereits zuvor hatten die Konten verkauft: Eine frühere Meldung weist zwei Strategy-Verkäufe am 23. und 24. Juni im Gesamtbereich von 16.002 bis 65.000 US-Dollar aus, während für Juni keine Käufe gemeldet wurden. Wichtig bleibt die Einschränkung der Offenlegungsform – die Formulare nennen nur Wertspannen, keine exakten Beträge, Stückzahlen oder Ausführungspreise, und auch der aktuelle Gesamtbestand der Konten bleibt unbekannt. Wie Strategy solche Kursschwankungen über Kapitalmaßnahmen abfedert, erklärt unsere Einordnung zu den Aktienemissionen des Unternehmens.
MSTR steigt von 91,67 auf 167,33 US-Dollar
Die Kursbewegung im Anschluss an die Käufe fällt deutlich aus. Strategy schloss am 24. Juli bei 91,67 US-Dollar und am 27. Juli bei 98,65 US-Dollar; bis zum 22. September stieg die Aktie auf 167,33 US-Dollar – ein Plus von rund 80 Prozent gegenüber dem ersten und etwa 70 Prozent gegenüber dem zweiten Kaufdatum.
Am Mittwoch gab MSTR mit einem Schlusskurs von 162,20 US-Dollar um mehr als 2 Prozent nach, nachdem auch Bitcoin zurückgefallen war. Zum 21. September meldete Strategy einen Bestand von 846.000 BTC zu aggregierten Kosten von etwa 63,8 Milliarden US-Dollar. Dass die Aktie derart stark auf Bitcoin-Bewegungen reagiert, hängt direkt mit der Größe dieser Treasury zusammen – ein Muster, das sich auch bei anderen Firmen des Sektors zeigt, wie unsere Analyse zum Bitcoin-Treasury-Sektor beschreibt. Belegt ist damit lediglich die zeitliche Abfolge, nicht dass die Konten oder ihre Manager die Erholung vorhersahen.
Strategy pausiert Bitcoin-Käufe und nimmt sie wieder auf
Der Kontext erklärt einen Teil der Volatilität: In den Wochen vom 13. bis 19. Juli und vom 20. bis 26. Juli hielt Strategy unverändert 843.775 BTC, während das Unternehmen über sein At-the-Market-Programm Stammaktien verkaufte und eine Dollar-Reserve von mehr als 3 Milliarden US-Dollar aufbaute. Erst als Bitcoin sich Richtung der mittleren 80.000-Dollar-Spanne erholte, kehrte Strategy zur Akkumulation zurück.
Das ursprünglich auf Business Intelligence ausgerichtete Unternehmen hatte sich ab 2020 weitgehend in eine Bitcoin-Treasury-Firma verwandelt. Externe Einflüsse auf den Aktienkurs, etwa durch Indexentscheidungen, sind dabei ein wiederkehrendes Thema – Details dazu liefert unser Beitrag zum MSCI-Ausschluss.
Die Offenlegung sagt nicht, wer die Trades ausführte
Trump wird als Begünstigter der Konten geführt, doch die Unterlagen weisen nicht nach, dass er Aktien, Zeitpunkte oder Orders persönlich auswählte. Das Weiße Haus und die Trump Organization erklärten laut Bericht, dass externe Finanzmanager die Konten kontrollieren und weder Trump noch seine Familie die Käufe oder Verkäufe steuern – teils folgen Transaktionen demnach Modellportfolios, die anerkannte Indizes nachbilden.
Senatorin Elizabeth Warren und Abgeordneter Robert Garcia hatten Trump im August zu seinen Finanzoffenlegungen befragt und dabei mehr als 14.000 gemeldete Trades im Jahr 2025 sowie 3.555 im ersten Quartal 2026 angeführt. Das sind Fragen und Vorwürfe demokratischer Abgeordneter – keine Feststellung, dass Trump die Geschäfte angeordnet oder gegen geltendes Recht verstoßen hat, wie Bitcoin.com ausdrücklich festhält.
Offene Fragen bleiben bestehen
Künftige Offenlegungen könnten weitere Details zu Beständen und Transaktionsabfolgen liefern, doch der aktuelle Bericht nennt keine exakten Stückzahlen oder Ausführungspreise. Beobachtenswert bleibt vor allem, wie stark MSTR weiterhin auf Bitcoin-Bewegungen reagiert – und wer letztlich hinter den Kaufentscheidungen der Trump-Konten steht, lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht klären.
Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können
99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.
Wöchentliche Recherche
100k+Monatliche Leser
Experten
2000+Krypto-Projekte unter die Lupe genommen
