Am Freitag, 25. September, laufen auf Deribit Bitcoin-Optionen mit einem Nominalwert von rund 15,6 Milliarden US-Dollar aus. Rund 182.000 BTC stecken in offenen Kontrakten, verteilt auf deutlich mehr Calls als Puts. Entscheidend für den Kursverlauf ist dabei weniger die schiere Summe als die Frage, wie sich die Absicherungsströme der Händler nach dem Settlement verhalten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin-Optionen im Nominalwert von rund 15,6 Milliarden US-Dollar verfallen am Freitag um 08:00 UTC auf Deribit
  • Rund 182.000 BTC sind gebunden, aufgeteilt in etwa 106.200 Calls und 75.900 Puts – Put-to-Call-Ratio von 0,71
  • Der Max-Pain-Punkt liegt bei 76.000 US-Dollar, rund 9.000 Dollar unter dem aktuellen Niveau nahe 85.000 Dollar
  • Der belebteste Strike liegt bei 70.000 US-Dollar mit 8.705 BTC in Calls und 7.653 BTC in Puts
  • Nach dem Deribit-Settlement folgt um 15:00 UTC das CME-Futures-Close, dazwischen liegen US-Konjunkturdaten

Bitcoin-Optionsverfall bei Deribit: 15,6 Milliarden Dollar im Nominalwert

Die offenen Kontrakte auf Deribit teilen sich in etwa 106.200 Call-Optionen und 75.900 Put-Optionen auf. Daraus ergibt sich ein Put-to-Call-Verhältnis von 0,71 – ein Wert, der auf eine gewisse Tendenz zu höheren Kursniveaus hindeutet, ohne dass daraus ein garantierter Ausblick ableitbar wäre.

Wichtig für die Einordnung: Die 15,6 Milliarden US-Dollar sind ein nominaler Wert. Es findet am Verfallstag kein automatischer Bargeldtransfer in dieser Höhe statt, sondern die Zahl spiegelt lediglich wider, wie viel Bitcoin-Exposure die Optionen abbilden. Erst nach der Abrechnung übersetzt sich das in konkrete Gewinne oder Verluste. Das Deribit-Settlement selbst ist für 08:00 UTC am Freitag terminiert, wie unsere Analyse zum Bitcoin-Optionsverfall bei Deribit im Detail beschreibt.

Marktreaktion: Max Pain bei 76.000 Dollar, größter Strike bei 70.000 Dollar

Besondere Aufmerksamkeit bekommt der sogenannte Max-Pain-Punkt – jenes Niveau, bei dem rechnerisch der größte Anteil der Kontrakte wertlos verfällt. Deribit beziffert diesen Wert für Freitag auf 76.000 US-Dollar, also rund 9.000 Dollar unter einem Kursniveau nahe 85.000 Dollar.

Der mit Abstand lebhafteste Strike liegt bei 70.000 US-Dollar: Dort stehen sich 8.705 BTC in Calls und 7.653 BTC in Puts gegenüber. Diese Konzentration kann den Verfallstag zu einem regelrecht magnetischen Bereich machen, weil Händler ihre Absicherungspositionen entlang der realen Preisbewegung nachjustieren müssen – mehr zur Funktion von Bitcoin-Optionen im Derivatemarkt liefert unser Hintergrundartikel dazu.

Der Mechanismus dahinter: Ist ein Dealer netto short in Calls und der Kurs steigt, kauft er häufig Bitcoin, um seine Position abzusichern – bei fallendem Kurs wird entsprechend verkauft. Dieser fortlaufende Ausgleich kann eine Rally zusätzlich verstärken. Sobald die Verträge am Freitag verfallen, fällt ein Teil dieses Hedging-Flows weg, während ein anderer Teil in Folgereihen rollt.

Kontext: Optionsverfall trifft auf Makro- und Saisonfaktoren

Der Verfall fällt in ein enges Zeitfenster mit weiteren Terminen. In den USA stehen kurz danach Daten zu Durable Goods Orders sowie der finale September-Stand eines Stimmungsindikators an, bevor um 15:00 UTC das CME-Futures-Settlement im September-Kontraktformat folgt.

Auch die geldpolitische Lage bleibt relevant: Die US-Notenbank hatte den Zielkorridor für die Fed Funds am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Historisch kommt ein saisonales Muster hinzu, das als „Red September“ bekannt ist – in acht der vergangenen 13 Jahre schloss Bitcoin den Monat tiefer. Dieses Muster ersetzt keine Fundamentalanalyse, liefert aber eine zusätzliche Linse für die Marktstimmung, wie auch unsere Einordnung zu Derivatedaten rund um wichtige Kursmarken zeigt.

Die nächsten Beobachtungspunkte

Der erste harte Test ist das Deribit-Settlement um 08:00 UTC am Freitag, gefolgt vom CME-Futures-Close um 15:00 UTC. Entscheidend wird, ob Bitcoin sich in Richtung des Max-Pain-Niveaus von 76.000 Dollar bewegt oder sich am dicht besetzten 70.000-Dollar-Strike orientiert, sobald der bisherige Hedging-Flow wegfällt.

Parallel verdienen die US-Konjunkturdaten Beachtung: Überraschungen bei zins- und wachstumssensitiven Releases können die Risikoprämie rasch verschieben und damit entscheiden, ob der Markt nach dem Optionsverfall in einen risikofreudigeren oder vorsichtigeren Modus wechselt.

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Patrick Krauss
Patrick Krauss
Krypto-Analyst & Review-Faktenchecker

Patrick Krauss ist Krypto-Analyst und Autor bei 99Bitcoins und verantwortlich für das Faktenchecking von Krypto-Börsen- und Broker-Reviews. Er prüft sämtliche Inhalte auf fachliche Richtigkeit, Aktualität und Nachvollziehbarkeit und stellt sicher, dass Angaben zu Gebühren, Handelsbedingungen, Regulierung, Sicherheitsstandards und Risikohinweisen korrekt... Mehr lesen

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