Strategy und Strive haben in der vergangenen Woche gemeinsam rund 183 Millionen US-Dollar in Bitcoin investiert und damit 2.305 BTC zu ihren Treasuries hinzugefügt. Der Kauf fällt zusammen mit einer Rally, die Bitcoin am Montag erstmals seit Januar über 85.000 US-Dollar trieb.
Das Wichtigste im Überblick:
- Strategy und Strive kauften zusammen 2.305 BTC für rund 183 Mio. USD
- Strategy hält wieder 846.000 BTC bei einem Durchschnittspreis von 75.416 USD
- Strive erhöhte seinen Bestand auf 26.355 BTC, finanziert über SATA-Vorzugsaktien
- Bitcoin notiert über 85.000 USD, rund 30 Prozent über dem August-Tief – der gesamte Treasury-Sektor liegt damit wieder über seiner Kostenbasis
Strategy und Strive kehren zu Bitcoin-Käufen zurück
Strategy Inc., der größte börsennotierte Bitcoin-Halter, erwarb laut einer Pflichtmitteilung vom Montag zwischen dem 14. und 20. September 950 BTC für 75,7 Millionen US-Dollar, durchschnittlich 79.670 USD pro Coin. Damit stieg der Gesamtbestand auf 846.000 BTC, angesammelt zu Gesamtkosten von 63,8 Milliarden USD und einem Durchschnittspreis von 75.416 USD.
Strive kaufte separat zwischen dem 14. und 18. September 1.355 BTC für 107,7 Millionen USD zu durchschnittlich 79.475 USD und brachte seinen Bestand auf 26.355 BTC. Die Barreserven stiegen im selben Zeitraum auf 229,6 Millionen USD – mehr zur Entwicklung von Strives Bitcoin-Treasury zeigt unsere frühere Einordnung. Beide Käufe erfolgten unterhalb des aktuellen Marktpreises.
Sektor kehrt zurück in die Gewinnzone
Der Kaufimpuls fällt in eine Phase, in der die breitere Treasury-Bewegung börsennotierter Unternehmen deutlich abgekühlt ist. Laut einem Bericht von Glassnode, zitiert in einer Analyse von CryptoSlate, haben Unternehmen in den vergangenen drei Monaten insgesamt nur rund 5.900 BTC hinzugekauft – im Juli 2025 allein waren es rund 89.000 BTC.
Glassnode schätzt die durchschnittliche Einstiegskostenbasis des gesamten Sektors auf rund 80.500 USD. Da Bitcoin zum Zeitpunkt der Studie noch darunter notierte, saß die Kohorte kollektiv auf unrealisierten Verlusten. Der Sprung über 85.000 USD am Montag hat das Bild gedreht und die Gruppe wieder über ihre Kostenbasis gehoben.
Strategys Bilanz profitiert, Strive setzt auf Vorzugsaktien
Für Strategy hat die Rally besonders große bilanzielle Folgen. Zum Ende des zweiten Quartals lag Bitcoin bei 58.714 USD, während das Unternehmen bereits die heutigen 846.000 BTC hielt – der Kursverfall trug zu einem Verlust auf digitale Vermögenswerte von 8,32 Milliarden USD bei, davon 8,31 Milliarden USD unrealisiert. Bei 85.000 USD wäre der Bestand rund 71,9 Milliarden USD wert, etwa 8,1 Milliarden USD über den Anschaffungskosten.
Parallel dazu lenkt Strategy Kapital in die Steuerung seiner Finanzierungsinstrumente: Vergangene Woche kaufte das Unternehmen 1,77 Millionen Aktien der variabel verzinsten STRC-Vorzugsaktie für 174 Millionen USD zurück und wandte weitere 57,4 Millionen USD für Dividenden und Zinszahlungen auf. Die Dollarreserve lag zum 20. September bei 5,04 Milliarden USD, hinzu kommen 1,05 Milliarden USD gesondert ausgewiesene Mittel – insgesamt bereits rund 1,1 Milliarden USD an STRC-Rückkäufen. Wie dieses Finanzierungsmodell aus Aktienemissionen und Vorzugsaktien die Bitcoin-Strategie stützt, haben wir bereits eingeordnet.
Strive wiederum stützt sich zunehmend auf seine SATA-Vorzugsaktie: Ausübungen von Optionsscheinen brachten laut Unternehmensangaben vergangene Woche zusätzliche 21,2 Millionen USD ein, wodurch SATA inzwischen 57,7 Prozent des gesamten aufgenommenen Kapitals ausmacht. Die Zahl der ausstehenden SATA-Aktien stieg um 786.194 auf 11,18 Millionen, während sich die Class-A-Aktien um rund 2,07 Millionen erhöhten.
Worauf Anleger jetzt achten sollten
- Rückkehr weiterer Käufer: Ob Unternehmen, die seit Monaten an der Seitenlinie stehen, angesichts der Erholung über die Sektor-Kostenbasis von 80.500 USD ebenfalls wieder zukaufen.
- Strategys Kapitalsteuerung: Ob das STRC-Rückkaufprogramm die Bitcoin-Käufe künftig weiter ergänzt statt zeitweise zu verdrängen.
- Strives Kauftempo: Ob das wöchentliche Zukaufmuster trotz wachsender Abhängigkeit von SATA-Vorzugsaktien stabil bleibt.
Ob die Nachfrage aus 2025 – mit monatlich zehntausenden gekauften BTC – wieder erreicht wird, bleibt nach Einschätzung von Glassnode offen: Die Käufe konzentrieren sich derzeit auf eine kleine Gruppe aggressiver Akteure. Einordnung zum Zusammenhang zwischen institutionellen Zuflüssen und dem aktuellen Marktzyklus liefert unsere Analyse institutioneller Bitcoin-Käufe.
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