Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat ein Bundesgericht ersucht, die Klage der CME Group gegen die Zulassung von Krypto-Perpetual-Futures abzuweisen. Der am Mittwoch beim U.S. District Court for the District of Columbia eingereichte Antrag richtet sich gegen die Klagebefugnis der CME und bezeichnet den Streit als „viel Lärm um nichts“. Eine gerichtliche Entscheidung darüber, ob die Klage tatsächlich abgewiesen wird, liegt bislang nicht vor.
Das Wichtigste im Überblick:
- Die CFTC hat einen Abweisungsantrag gegen die CME-Klage zu Krypto-Perpetual-Futures gestellt, ein Urteil steht noch aus
- Die CME klagte im Juni gegen die Genehmigung von Kalshis Bitcoin-Perpetual-Futures und die Erlaubnis für weitere Handelsplätze
- Die CFTC argumentiert, der CME fehle die Klagebefugnis, da kein nachgewiesener Wettbewerbsschaden vorliege
- Die CME muss ihre Erwiderung bis zum 2. Oktober einreichen, die CFTC hat zusätzlich eine mündliche Anhörung beantragt
CFTC beantragt Abweisung der CME-Klage
Der Streit geht auf die Anordnung der CFTC vom 29. Mai zurück, mit der die Behörde Kalshis Bitcoin-Perpetual-Futures-Kontrakt genehmigte und zugleich klarstellte, dass auch andere designierte Kontraktmärkte (DCMs) ähnliche Produkte als Futures listen dürfen. Die CME reichte daraufhin am 18. Juni Klage ein und argumentierte, solche Kontrakte müssten nach dem Commodity Exchange Act und dem Dodd-Frank-Gesetz als Swaps eingeordnet werden, nicht als Futures.

In ihrem aktuellen Antrag entgegnet die CFTC, der CME fehle schlicht die Klagebefugnis, weil sie keine plausible Wettbewerbsschädigung dargelegt habe. Die Behörde verweist zudem darauf, dass es der CME jederzeit freistehe, dieselben Perpetual-Futures selbst zu listen – die Börse habe aber öffentlich erklärt, ihre eigenen Kunden fragten solche Produkte nicht nach. Aus den im Schriftsatz zitierten Zahlen geht zudem hervor, dass der Handel mit Bitcoin– und Ether-Futures der CME im Juni und August höher lag als im Mai, dem Monat der ursprünglichen Anordnung.
Positionen der Streitparteien
Die CME sieht durch die Genehmigung neue Konkurrenten in ihrem angestammten Retail-Futures-Geschäft, die gezielt um Privatanleger werben. Die CFTC hält dem entgegen, ein etwaiger Schaden sei selbst verursacht, da sich die CME schlicht geweigert habe, Perpetual-Futures überhaupt zum Handel zuzulassen.

Die Behörde argumentiert außerdem, selbst eine gerichtliche Neueinstufung der Kontrakte als Swaps würde der CME nicht helfen: Kalshi und andere DCMs könnten die Produkte dann einfach unter dieser Bezeichnung weiter anbieten. Die regulatorischen und steuerlichen Unterschiede zwischen beiden Kategorien seien nach Ansicht der CFTC zu gering, um die Klage der CME plausibel zu machen.
Kontext und Bedeutung für Krypto-Derivate
Der Fall berührt eine grundsätzliche Frage der künftigen Zuständigkeit der CFTC für Krypto-Märkte: ob eines der meistgehandelten Krypto-Produkte rechtlich als Future oder als Swap gilt. Die Behörde verweist in ihrem Antrag auf den Zweck des Commodity Exchange Act, der auf Selbstregulierung, Marktintegrität und fairen Wettbewerb unter Handelsbörsen aufgebaut sei – der Versuch der CME, das Gesetz gegen Wettbewerb einzusetzen, stelle diesen Zweck auf den Kopf, so die CFTC.
Der Rechtsstreit ist Teil eines größeren Wettbewerbs um US-Perpetual-Futures. Kalshi hat bei der CFTC bereits Anträge gestellt, um Perpetual-Futures auf einen US-Aktienindex mit 500 Titeln sowie auf Kupfer zu listen, und bewegt sich damit über Krypto hinaus näher an die traditionellen Märkte der CME. Parallel sucht Hyperliquid über lizenzierte Vermittler einen Weg zu US-Tradern; Präsident Donald Trump erklärte laut Bericht, die CFTC arbeite daran, die Plattform legal ins Land zu holen. Wie sich dieser wachsende Wettbewerb um regulierte Derivate auf etablierte Börsen auswirkt, dürfte auch CME-Positionsdaten bei anderen Krypto-Futures künftig beeinflussen.
Ausblick: Erwiderung und nächste Verfahrensschritte
Die CME muss ihre Erwiderung auf den Abweisungsantrag bis zum 2. Oktober beim Gericht einreichen. Die CFTC hat zusätzlich eine mündliche Anhörung beantragt, ein Termin dafür steht noch nicht fest.
Offen bleibt, ob das Gericht der Argumentation der CFTC zum fehlenden nachgewiesenen Wettbewerbsschaden folgt oder die Klage der CME zur inhaltlichen Prüfung zulässt. Bis dahin gilt weiterhin die Anordnung vom 29. Mai, wonach registrierte Handelsplätze Krypto-Perpetuals als Futures listen dürfen, wie CoinDesk berichtet.
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