Strategy Inc. (Nasdaq: MSTR) hat MSCI am 31. August aufgefordert, einen geplanten Eligibility-Test zurückzuziehen, der das Unternehmen aus den Global Investable Market Indexes entfernen könnte. In einem von Executive Chairman Michael Saylor und CEO Phong Le unterzeichneten Schreiben bezeichnet Strategy die Methodik als diskriminierend, willkürlich und irreführend. Ein möglicher Ausschluss könnte indexgebundene Kapitalflüsse in die größte börsennotierte Bitcoin-Holding beeinflussen – ob und in welchem Ausmaß, ist bislang jedoch offen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Strategy fordert MSCI auf, den geplanten Eligibility-Test für Nicht-Betriebsgesellschaften zurückzuziehen
- Eine Simulation mit Mai-Daten identifiziert Strategy, Metaplanet und Yellow Cake als potenzielle Streichungen aus dem MSCI ACWI IMI
- Fonds, die MSCI-GIMI-Indizes abbilden, halten rund 13 Millionen MSTR-Aktien – 3,1 % der Grundaktien und 60 % des durchschnittlichen Tagesvolumens
- MSCI will seine Entscheidung bis zum 16. Oktober bekanntgeben, mögliche Änderungen würden zum 1. Dezember wirksam
MSCI prüft Ausschluss von Strategy aus seinen Indizes
MSCI eröffnete die aktuelle Konsultation am 3. August. Im Kern geht es um eine zweistufige Prüfung: Unternehmen, deren operative Vermögenswerte mehr als 50 % der Gesamtvermögenswerte ausmachen, bleiben indexfähig. Wer diesen Test nicht besteht, wird anhand von fünf Kennzahlen bewertet – operative Vermögenswerte, operative Ausgaben, operativer Cashflow, Fair-Value-Änderungen und Abhängigkeit von externer Finanzierung.
Unternehmen, die mindestens vier dieser Kriterien reißen, könnten aus den Indizes fliegen. Bestehende Indexmitglieder erhalten dabei weniger strenge Schwellenwerte und müssten den Test zwei Jahre in Folge nicht bestehen, während neue Kandidaten bereits nach einer Überprüfung ausscheiden könnten. Eine Simulation auf Basis von Mai-Daten identifizierte neben Strategy auch das japanische Unternehmen Metaplanet sowie den Uran-Investor Yellow Cake als mögliche Streichungen aus dem MSCI ACWI Investable Market Index. Die Konsultation läuft bis zum 30. September, eine Entscheidung wird bis zum 16. Oktober erwartet.
Strategys Argument gegen die MSCI-Einstufung
Strategy weist die implizite Einordnung von Bitcoin als nicht-operatives Asset zurück. Weder US-GAAP noch IFRS würden Vermögenswerte in der von MSCI vorgeschlagenen Weise als operativ oder nicht-operativ klassifizieren, argumentiert das Unternehmen in seiner Antwort. Strategy führt seine Bitcoin-Treasury-Aktivitäten als separates operatives Segment und verbucht Gewinne und Verluste aus dem Bitcoin-Bestand innerhalb der operativen Aufwendungen.

Zusätzlich verweist das Unternehmen auf sein Softwaregeschäft für Unternehmensanalytik mit rund 1.500 Mitarbeitern und knapp 500 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Strategy begibt zudem Bitcoin-besicherte Kreditinstrumente und weitere Wertpapiere, die aus dem Bestand Wert schöpfen sollen – ein Merkmal, das die Struktur nach Ansicht des Unternehmens von einem passiven Investmentfonds unterscheidet. Der aktuelle Vorstoß folgt auf eine frühere, 2025 zurückgezogene MSCI-Initiative, die gezielt Unternehmen mit einem Digital-Asset-Anteil von mindestens 50 % der Bilanzsumme betraf; die neue Methodik sei laut Strategy lediglich eine Neuauflage dieses Vorschlags, ergänzt um weitere Kennzahlen. Wer die Entwicklung des Bitcoin-Buchgewinns von Strategy verfolgt, erkennt, wie eng operatives Ergebnis und Kursverlauf mittlerweile verzahnt sind.
Warum die Entscheidung für Strategy und Bitcoin wichtig ist
Fonds, die MSCI-GIMI-Indizes nachbilden, halten laut Strategy rund 13 Millionen MSTR-Aktien – das entspricht 3,1 % der Grundaktien des Unternehmens und 60 % des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens der vergangenen 30 Tage. In der Simulation entfielen rund 23,93 Milliarden US-Dollar der insgesamt 27,55 Milliarden US-Dollar an float-bereinigter Marktkapitalisierung der sechs betroffenen Unternehmen allein auf Strategy.

In seiner öffentlichen Kampagne gegen den Vorschlag behauptet Strategy, ein Ausschluss würde das operative Geschäft nicht wesentlich beeinträchtigen – eine Einschätzung des Unternehmens selbst, keine unabhängig bestätigte Tatsache. MSCI hatte digitale Asset-Treasury-Unternehmen im Januar bereits einmal in seinen Indizes belassen, nachdem der frühere, enger gefasste Vorschlag zurückgezogen wurde, und kündigte damals eine breitere Konsultation zu nicht-operativen, investitionsorientierten Unternehmen an. Wie stark sich institutionelle Kapitalflüsse generell auf den Bitcoin-Markt auswirken, zeigt sich zuletzt an den Bewegungen rund um Spot-ETFs.
Die nächsten Termine im MSCI-Verfahren
Die laufende Konsultation endet am 30. September. MSCI will seine Entscheidung bis zum 16. Oktober bekanntgeben, mögliche Änderungen an der Zusammensetzung der Indizes würden am 11. November veröffentlicht. Sollte MSCI die Methodik übernehmen, träten die Anpassungen zum 1. Dezember in Kraft.
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