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Solana hat am 28. August 2026 seine erste bindende On-Chain-Governance-Abstimmung abgeschlossen: Validatoren nahmen den Vorschlag SGP-0002 mit 67,0 Prozent Zustimmung an und verdoppeln damit die jährliche Disinflationsrate von SOL von 15 auf 30 Prozent. Der Token war im Vorfeld der Abstimmung im Monatsvergleich um rund 44 Prozent gestiegen, gab am Abstimmungstag jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab.
Das Wichtigste im Überblick
- SGP-0002 wurde mit 67,0 Prozent bei einer erforderlichen Schwelle von 66,67 Prozent angenommen.
- Die Disinflationsrate von SOL steigt von 15 auf 30 Prozent, der Inflationsfloor von 1,5 Prozent wird 2029 statt 2032 erreicht.
- Über sechs Jahre sollen dadurch rund 18,9 Mio. SOL weniger neu ausgegeben werden.
- Die Solana Constitution, SGP-0001, wurde mit 86,0 Prozent bestätigt, während die Gebührenreform SGP-0003 mit 53,9 Prozent scheiterte.
- Nach einer Einschätzung von 21Shares könnte die Staking-Rendite von etwa 5,25 auf etwa 2,25 Prozent binnen drei Jahren sinken.
SGP-0002 beschleunigt Solanas Emissionspfad
Solana schloss die Abstimmung über ein neues, stake-gewichtetes On-Chain-Governance-System ab, in dem Validatoren und ihre Delegatoren erstmals verbindlich mitentscheiden konnten. Im Zentrum stand SGP-0002, der Vorschlag Double Disinflation, der auf dem technischen Vorschlag SIMD-550 von Ingenieuren der Infrastruktur-Firma Helius basiert.
Solanas Inflation sinkt bereits jedes Jahr in Richtung eines festen Floors von 1,5 Prozent. Mit SGP-0002 wird dieser Weg beschleunigt: Statt 2032 soll der Floor nun bereits 2029 erreicht werden. Über die kommenden sechs Jahre entspricht dies rund 18,9 Mio. SOL weniger neu geschaffenen Token.
SOL reagiert nach der Abstimmung schwächer
SOL stieg im Monatsvergleich vor der Abstimmung um rund 44 Prozent. Am Tag der Abstimmung drehte die Bewegung jedoch: Die Tageskerze auf Coinbase eröffnete bei 109,18 US-Dollar, erreichte ein Hoch von 110,14 US-Dollar, fiel auf 103,63 US-Dollar und schloss bei 105,00 US-Dollar.

Das entspricht einem Rückgang von 3,83 Prozent gegenüber dem Eröffnungskurs und rund 5,4 Prozent unter dem jüngsten Swing-Hoch nahe 111 US-Dollar. Laut Primärquelle fiel die Wende zeitlich mit dem Scheitern des zusätzlichen Gebührenvorschlags SGP-0003 zusammen. Eine sichere kausale Aussage über die künftige Kursentwicklung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Kraken-Stimmenwechsel zeigt die Governance-Spannung
Wie knapp das Ergebnis ausfiel, zeigt der Fall Kraken: Die Krypto-Börse verfügte über eine Stimmkraft von 8,92 Mio. SOL und votierte über weite Strecken der Zählung gegen SGP-0002, bevor sie ihre Position kurz vor Schluss änderte. Ohne diesen Wechsel wäre der Vorschlag an der Zwei-Drittel-Schwelle gescheitert.

Kraken-Co-CEO Arjun Sethi äußerte sich öffentlich zur Rolle von Verwahrstellen bei Abstimmungen, während Helius-CEO Mert Mumtaz zuvor für eine Zustimmung geworben hatte. Der Vorgang verdeutlicht, welchen Einfluss einzelne große Stimmen in einem stake-gewichteten Governance-System auf ein knappes Ergebnis haben können.
Die beiden anderen Governance-Vorschläge
Neben der Disinflations-Frage standen zwei weitere Vorschläge zur Abstimmung. SGP-0001, die Solana Constitution, wurde mit 86,0 Prozent angenommen und formalisiert die Funktionsweise des neuen Abstimmungssystems.
SGP-0003, die Resource and Inclusion Fee, scheiterte hingegen mit 53,9 Prozent an der Zwei-Drittel-Hürde. Der Vorschlag hätte die Transaktionsgebühr aufgeteilt: eine weiterhin an Validatoren fließende Inclusion Fee sowie eine an den Rechenaufwand gekoppelte Resource Fee, die vollständig verbrannt worden wäre. Die täglichen SOL-Burns hätten dadurch von aktuell rund 650 SOL auf bis zu 9.000 SOL steigen können, ein Anstieg um das 12- bis 14-Fache.
Weniger Ausgabe, aber geringere Staking-Rendite
Die Emissionsrate finanziert die Rewards jener Staker, die SOL zur Absicherung des Netzwerks hinterlegen. Sinkt die Ausgabe schneller, kann dies auch die Rendite dieser Gruppe verringern. Laut der Einschätzung von 21Shares könnte die Staking-Rendite von derzeit etwa 5,25 Prozent auf rund 2,25 Prozent innerhalb von drei Jahren zurückgehen.
Eine geringere jährliche Ausgabe verändert das Angebotsprofil von SOL. Ob dies sich auf den Kurs auswirkt, hängt unter anderem von der Nachfrage ab und ist nicht garantiert.
Floor 2029 und Folgen für Staker beobachten
Der Inflationsfloor von 1,5 Prozent soll nun 2029 erreicht werden, drei Jahre früher als ursprünglich geplant. Damit rückt auch die Entwicklung der Staking-Rendite in den Fokus, für die 21Shares einen Rückgang auf rund 2,25 Prozent binnen drei Jahren erwartet.
Die technische Umsetzung von SIMD-550 steht noch bevor. Bei SGP-0003 ging es dagegen um die Aktivierung eines Vorschlags, dessen Code-Review durch die beiden Solana-Client-Teams Anza und Firedancer bereits erfolgt war.
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