Der Bitcoin startet schwächer in die neue Handelswoche. Parallel geraten auch die internationalen Aktienmärkte unter Druck, während der Ölpreis nach der erneuten Eskalation zwischen den USA und Iran deutlich anzieht. Dadurch rücken neue Inflationsrisiken in den Fokus, da höhere Energiekosten mögliche Zinssenkungen erschweren könnten. Bitcoin reagiert mit leichten Verlusten, hält sich jedoch weiterhin oberhalb des bisherigen Bärenmarkttiefs bei rund 58.000 US-Dollar. Diese Marke besteht bereits seit mehreren Monaten.
Der Makroanalyst Jamie Coutts bleibt dennoch langfristig optimistisch. Seine Modelle sehen zunächst 200.000 bis 250.000 US-Dollar als realistischen Basispfad und langfristig sogar Kurse von einer Million US-Dollar.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin startet schwächer, bleibt aber weiterhin oberhalb des Bärenmarkttiefs bei 58.000 US-Dollar.
- Jamie Coutts sieht sinkende Volatilität und nachlassendes negatives Momentum als Bodenhinweise an.
- Strategy könnte laut Coutts mit neuen Kapitalplänen bald den entscheidenden Markt-Katalysator liefern.
- Bis 2033 hält Coutts langfristig weiterhin eine Million Dollar für möglich.
Bitcoin bis eine Million Dollar: Das zeigen die Modelle von Jamie Coutts
Jamie Coutts, Chief Crypto Analyst bei Real Vision, unterscheidet bei seiner Bitcoin-Prognose deutlich zwischen dem mittelfristig realistischen Basisszenario und einem langfristigen Modellziel. Für die kommenden zwei bis drei Jahre hält er einen Bitcoin-Kurs zwischen 200.000 und 250.000 US-Dollar für den plausibleren Ausgang. Dieses Niveau wäre aus seiner Sicht weniger spekulativ als eine sofortige Prognose von einer Million US-Dollar und lasse sich eher mit der erwarteten Entwicklung von Liquidität, Adoption und Marktgröße begründen.
Das deutlich höhere Kursziel bleibt dennoch Bestandteil seiner langfristigen Modelle. Coutts hält es für möglich, dass Bitcoin zwischen 2032 und 2033 die Marke von einer Million US-Dollar erreicht. Entscheidend ist dabei vor allem seine Erwartung, dass das globale Finanzsystem in den kommenden Jahren erneut mit einer starken Ausweitung der Geldmenge reagieren muss. Steigende Staatsverschuldung, hohe Refinanzierungsbedürfnisse und strukturelle Haushaltsdefizite könnten Zentralbanken und Regierungen dazu zwingen, zusätzliche Liquidität bereitzustellen.
🚨 INSIGHT: @Jamie1coutts tells @itsciaranlyons Bitcoin reaching $200K to $250K in the next 2 to 3 years is the more realistic base case.
His long term models still point toward $1M by 2032 to 2033, driven by the scale of money printing he expects ahead.
"The next few years are… pic.twitter.com/VcIbljoD7N
— Cointelegraph (@Cointelegraph) July 13, 2026
Bitcoin würde in diesem Szenario von seiner festen Angebotsbegrenzung profitieren. Während klassische Währungen durch neue Geldschöpfung verwässert werden können, bleibt die maximale Bitcoin-Menge auf 21 Millionen Einheiten begrenzt. Fließt gleichzeitig mehr institutionelles und privates Kapital in den Markt, kann ein wachsendes Geldangebot auf ein knappes digitales Gut treffen.
Coutts betont allerdings, dass die kurzfristige Entwicklung weiterhin deutlich schwieriger einzuschätzen sei. Seine Modelle beschreiben langfristige Wahrscheinlichkeiten und keinen geradlinigen Kursverlauf. Weitere Korrekturen, längere Seitwärtsphasen und hohe Schwankungen bleiben daher möglich. Die Million-Dollar-Prognose ist somit kein kurzfristiges Kursziel, sondern das Ergebnis eines langfristigen monetären Szenarios.
Bitcoin-Boden in Sicht? Erste Stabilisierung tritt auf
Jamie Coutts sieht zunehmende Hinweise darauf, dass sich Bitcoin einer möglichen Bodenbildung nähert. Ein zentrales Argument ist die deutlich gesunkene Volatilität. Diese liege mittlerweile rund 50 Prozent unter dem Niveau des vorherigen Marktzyklus. Für Coutts spricht das dafür, dass Bitcoin trotz der anhaltenden Kursschwäche nicht mehr dieselbe extreme Abwärtsdynamik entwickelt wie in früheren Phasen des Bärenmarktes. Die aktuelle Preiszone könnte daher bereits in der Nähe eines zyklischen Tiefpunkts liegen.
🚨 INSIGHT: @Jamie1coutts of @realvision on whether Bitcoin has found its floor.
Volatility is down 50% from the last cycle, so on that basis this price zone could be near a bottom. He's watching a bullish divergence build on longer timeframes even as short-term trend signals… pic.twitter.com/UZFaNQk2Z3
— Cointelegraph (@Cointelegraph) July 12, 2026
Zusätzlich beobachtet der Real-Vision-Analyst auf den längerfristigen Zeitebenen den Aufbau einer bullischen Divergenz. Dabei fällt der Kurs weiterhin oder bewegt sich auf niedrigen Niveaus, während wichtige Momentum-Indikatoren nicht mehr entsprechend neue Tiefstände bilden. Das negative Momentum schwächt sich somit ab. Coutts betont jedoch, dass dies noch keine bestätigte Trendwende bedeutet. Kurzfristige Trendindikatoren bleiben weiterhin bärisch, weshalb zusätzliche Rücksetzer oder eine längere Seitwärtsphase möglich seien. Der Markt könnte sich einem Boden nähern, ohne den Bärenmarkt bereits endgültig verlassen zu haben.
🚨 INSIGHT: @Jamie1coutts of @realvision on the catalyst that ends this bear market.
He points to MicroStrategy's new capital plans as the trigger, conditioning the market to trust that MicroStrategy will do whatever it takes to save itself, via @itsciaranlyons.
"He took way… pic.twitter.com/3xdVAtAF74
— Cointelegraph (@Cointelegraph) July 12, 2026
Als möglichen Auslöser für das Ende der Schwächephase nennt Coutts ausgerechnet Strategy, ehemals MicroStrategy. Das Unternehmen habe in der Vergangenheit sehr hohe Risiken aufgenommen und sei durch den Bitcoin-Einbruch stark unter Druck geraten. Die neuen Kapitalpläne könnten jedoch einen Wendepunkt markieren. Entscheidend sei, ob Strategy dem Markt glaubhaft vermitteln könne, dass das Unternehmen alles Notwendige unternehmen werde, um seine Finanzierungsstruktur zu stabilisieren und eine erzwungene Abwicklung zu vermeiden.
Gelingt dies, könnte die Angst vor umfangreichen Bitcoin-Verkäufen zurückgehen. Nach Coutts’ Einschätzung wäre damit ein wesentlicher Belastungsfaktor beseitigt – und das Vertrauen könnte schrittweise in den Markt zurückkehren.
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