Bitcoin zeigt zuletzt eine klare Schwäche. Während Aktienmärkte, KI-Werte und große Tech-Indizes weiter nahe ihrer Rekordstände notieren, fehlt Bitcoin aktuell jedes Momentum. Rund um die Marke von 60.000 US-Dollar testet die Kryptowährung erneut wichtige Tiefs im laufenden Bärenmarkt.

Ein nachhaltiger Bruch darunter könnte neue Verlaufstiefs und weitere Verkaufssignale auslösen. Besonders auffällig ist die relative Schwäche: Bitcoin liegt weiterhin mehr als 50 Prozent unter seinem Allzeithoch, während andere Risikoassets Stärke zeigen. Das zentrale Problem scheint derzeit nicht nur Krypto-intern zu sein. Viel Kapital fließt schlicht in ein anderes Narrativ: Künstliche Intelligenz. Das belastet die aktuelle Bitcoin Prognose:

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin bleibt schwach, doch Pessimismus kann antizyklische Chancen eröffnen.
  • LTH-SOPR zeigt, dass langfristige Halter zunehmend unter Druck geraten.
  • Historisch waren solche Phasen oft attraktive Bereiche für DCA-Akkumulation.

KI zieht Kapital ab: Alden und Novogratz erklären Crash

Lyn Alden bringt das aktuelle Problem von Bitcoin auf den Punkt: Lange Zeit galt Bitcoin als das schnellste Pferd im Markt. Wer auf asymmetrisches Wachstum, technologische Disruption und ein knappes digitales Asset setzen wollte, kam an BTC kaum vorbei.

Doch dieses Bild hat sich verändert. Mit dem Aufstieg von KI-Unternehmen, Halbleiterwerten und Infrastruktur-Aktien rund um Rechenzentren hat der Markt plötzlich eine neue Wachstumsstory gefunden. Für viele Investoren wirken Nvidia, Chip-Produzenten oder AI-Profiteure derzeit wie die attraktivere 10x-Wette. Kapital, das früher in Bitcoin geflossen wäre, jagt nun dem KI-Narrativ hinterher.

Wichtig ist dabei: Alden stellt nicht infrage, dass Bitcoin fundamental weiterhin einen einzigartigen Nutzen hat. Selbstverwahrung, globale Übertragbarkeit, Zensurresistenz und ein knappes Angebot bleiben starke Argumente. Doch aus reiner Performance-Sicht verliert Bitcoin derzeit Aufmerksamkeit. Genau diese Aufmerksamkeit ist an den Finanzmärkten entscheidend. Wo Momentum entsteht, fließt Kapital hin. Aktuell liegt dieses Momentum eben bei KI, nicht bei Bitcoin.

Auch Mike Novogratz sieht ein ähnliches Problem. Er betont, dass der Markt aktuell fast nur noch auf alles schaut, was Teil der KI-Wertschöpfungskette ist. Krypto wird zwar langfristig weiter relevant bleiben, besonders wenn es Schnittstellen zu KI, Payments oder digitaler Infrastruktur schafft. Kurzfristig fehlt aber der große Kapitalmagnet. Bitcoin leidet deshalb weniger an einem zerstörten Investmentcase, sondern vielmehr an einem Aufmerksamkeitsschock.

Die Chance liegt dennoch genau darin: Sollte die KI-Euphorie abkühlen oder seitwärts laufen, könnte Kapital wieder nach Alternativen suchen. Dann hätte Bitcoin mit seiner günstigen Bewertung, seiner relativen Schwäche und seinem klaren Knappheitsnarrativ wieder Raum für ein Comeback.

Bitcoin-Bullen werden vorsichtiger: Prognosen kippen weiter ins Negative

Die Stimmung rund um Bitcoin verschlechtert sich zunehmend. Besonders auffällig ist, dass selbst bekannte Bitcoin-Bullen ihre Erwartungen deutlich nach unten korrigieren. Swan-Bitcoin-CEO Cory Klippsten sieht laut dem Beitrag inzwischen nur noch eine Chance von 10 bis 15 Prozent, dass Bitcoin 2026 ein neues Allzeithoch erreicht. Das ist ein massiver Stimmungswandel. Noch im Dezember, als BTC nahe 90.000 US-Dollar notierte, lag seine Einschätzung offenbar bei über 50 Prozent. Im Mai, bei Kursen um 73.000 US-Dollar, senkte er die Wahrscheinlichkeit bereits auf 25 Prozent.

Nun, bei rund 60.000 US-Dollar, wird die Prognose nochmals deutlich pessimistischer. Das zeigt, wie stark der Kursverfall auch die überzeugtesten Marktteilnehmer verunsichert. Bitcoin liegt mehr als 50 Prozent unter seinem Hoch aus 2025. Je länger die Erholung ausbleibt, desto stärker werden technische Schwäche, fehlendes Momentum und sinkendes Vertrauen zum Belastungsfaktor.

Bitcoin Prognose: Schlechte Stimmung kann antizyklische Chancen eröffnen

Die foglende Analyse zum Long-Term-Holder-SOPR liefert ein spannendes antizyklisches Signal. Der Indikator misst vereinfacht gesagt, ob langfristige Bitcoin-Halter ihre Coins mit Gewinn oder eher nahe am Einstand beziehungsweise mit Verlust bewegen. Fällt der LTH-SOPR in Richtung 1 oder darunter, deutet das darauf hin, dass selbst überzeugte Langfristinvestoren unter Druck geraten. Genau das ist psychologisch oft eine Phase, in der die Marktstimmung besonders schwach ist, Unsicherheit dominiert und viele Anleger eher kapitulieren als optimistisch nach vorne zu blicken.

Historisch waren solche Phasen jedoch oft keine schlechten Verkaufszonen, sondern eher interessante Bereiche für schrittweisen antizyklischen Aufbau. Wenn langfristige Halter bereits nahe am Verlustniveau agieren, ist ein großer Teil der Euphorie meist schon aus dem Markt gespült. Die Erwartungshaltung ist niedrig, Angst hoch und die Bewertungen wirken häufig deutlich attraktiver als in überhitzten Marktphasen. Gerade deshalb kann DCA in solchen Situationen sinnvoll erscheinen: nicht weil sofort die Trendwende garantiert ist, sondern weil das Chance-Risiko-Verhältnis langfristig besser werden kann.

Wichtig bleibt dennoch: Ein solches Signal ist kein perfekter Timing-Indikator. Kurzfristig kann Bitcoin trotzdem weiter fallen. Für langfristig orientierte Anleger kann schwache Stimmung aber genau der Moment sein, in dem antizyklisches Denken belohnt wird.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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