Bitcoin bleibt auch im Jahr 2026 die dominierende Kryptowährung und hat sich längst als fester Bestandteil der globalen Finanzmärkte etabliert. Dennoch befindet sich der Markt weiterhin in einem Bärenmarkt, denn vom Allzeithoch notiert BTC aktuell noch rund 40 Prozent entfernt. Zum Wochenstart geraten die Kurse erneut unter Druck. Bitcoin verliert etwa 2 Prozent und fällt wieder unter die Marke von 73.000 US-Dollar.

Damit rückt ein erneuter Test der psychologisch wichtigen Unterstützung bei 70.000 US-Dollar in den Fokus. Für langfristige Anleger mag das zunächst wenig erfreulich wirken. Für aktive Trader könnten genau solche Rücksetzer jedoch attraktive Chancen eröffnen.

Ein bekannter Analyst sieht aktuell ein interessantes Setup entstehen, das insbesondere für kurzfristig orientierte Marktteilnehmer spannend sein könnte. Das zeigt die Bitcoin Prognose:

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin bleibt schwach, Analyst erwartet Liquiditäts-Sweep vor möglicher Trendwende nach oben.
  • Derivatemarkt liefert kaum Unterstützung, Open Interest deutlich unter Vorjahresniveau.
  • Historische Zyklen erlauben Rückgang bis 50.000 Dollar als Kaufchance.

Bitcoin-Analyst sieht Liquiditäts-Sweep als Chance

Der bekannte Krypto-Analyst Michaël van de Poppe sieht die aktuelle Schwäche nicht zwangsläufig als Beginn einer neuen starken Verkaufswelle. Vielmehr erwartet er zunächst einen sogenannten Liquiditäts-Sweep. Dabei könnte Bitcoin kurzfristig nochmals unter die jüngsten Tiefs fallen, um dort Stop-Loss-Orders und Liquidität einzusammeln. Genau dieser Bereich liegt laut seinem Chart im Bereich knapp oberhalb von 62.000 Euro beziehungsweise rund um die jüngsten lokalen Tiefpunkte.

Technisch befindet sich Bitcoin weiterhin in einem klaren kurzfristigen Abwärtstrend. Der Analyst verweist auf die Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs, die im Chart deutlich sichtbar ist. Dennoch nähert sich der Markt nun einer wichtigen Unterstützungszone. Sein bevorzugtes Szenario sieht vor, dass Bitcoin zunächst diese Tiefs anläuft, dort Liquidität einsammelt und anschließend wieder nach oben dreht. Denn rund um 60.000 US-Dollar könnte sich ein Einstieg lohnen.

Besonders wichtig wäre danach die Rückeroberung der Widerstandszone um 64.200 Euro. Gelingt dieser sogenannte Level-Flip, könnte sich laut van de Poppe ein attraktiver Long-Einstieg ergeben. Als aggressivere Variante nennt er sogar einen direkten Einstieg an der Unterstützung, sofern kein weiteres Verkaufssignal entsteht.

Das erste Kursziel sieht der Analyst im Bereich um 65.800 Euro. Sollte sich die Erholung fortsetzen, könnte Bitcoin anschließend sogar die Hochs im Bereich von 70.000 Euro erneut ins Visier nehmen. Entscheidend sei dabei vor allem die Bildung eines höheren Tiefs nach dem möglichen Liquiditäts-Sweep.

Interessant ist zudem seine Einschätzung zum Gesamtmarkt. Trotz der Schwäche bei Bitcoin sieht er aktuell keinen klassischen Bärenmarkt wie in früheren Zyklen. Immer mehr Altcoins würden bereits relative Stärke zeigen und sich zunehmend unabhängig von Bitcoin entwickeln. Dadurch sinken die Korrelationen innerhalb des Kryptomarktes, was selektiven Tradern zusätzliche Chancen eröffnet.

Historische Zyklen sprechen sogar für einen Rückgang bis 50.000 US-Dollar

Auch wenn viele Anleger bereits von attraktiven Einstiegskursen sprechen, könnte der aktuelle Bärenmarkt historisch betrachtet sogar noch etwas tiefer verlaufen. Ein Analyst verweist darauf, dass Bitcoin in den vergangenen Vierjahreszyklen regelmäßig im Sommer nach dem Halving-Jahr eine deutliche Korrektur erlebte. Sowohl 2014 als auch 2018 und 2022 kam es im dritten Quartal zu markanten Rücksetzern von teilweise rund 30 Prozent, bevor schließlich der finale Zyklusboden ausgebildet wurde.

Überträgt man dieses Muster auf die aktuelle Marktphase, wäre sogar ein Rückgang in Richtung 50.000 bis 55.000 US-Dollar denkbar. Auch die Wettplattform Kalshi sieht aktuell eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür, dass Bitcoin im weiteren Jahresverlauf nochmals deutlich tiefere Kurse erreicht. Natürlich gibt es keine Garantie, dass sich frühere Zyklen exakt wiederholen. Dennoch orientieren sich viele Marktteilnehmer an diesen historischen Mustern.

Gerade langfristig könnte ein solcher Rücksetzer jedoch eine interessante Chance darstellen. Im Bereich zwischen 50.000 und 55.000 US-Dollar würden zahlreiche Bewertungsmodelle, On-Chain-Indikatoren und historische Vergleichswerte wieder deutlich attraktivere Kaufzonen signalisieren. Kurzfristig wäre ein solcher Ausverkauf zwar schmerzhaft, langfristig könnten genau solche Phasen jedoch die besten Chancen für geduldige Investoren bieten.

Bitcoin-Derivatemarkt bleibt überraschend schwach

Ein wichtiger Grund für die anhaltende Schwäche von Bitcoin liegt aktuell im Derivatemarkt. Während sich der BTC-Kurs nach dem massiven Liquidationsereignis vom 10. Oktober 2025 zwischenzeitlich deutlich erholen konnte, bleibt die Aktivität im Futures-Markt weiterhin hinter den damaligen Niveaus zurück. Laut den aktuellen Daten lag das Open Interest vor dem Crash bei rund 375.000 BTC. Heute sind es lediglich etwa 351.000 BTC. Damit fehlen dem Markt noch immer mehr als 24.000 BTC an offenen Positionen.

Das zeigt, dass viele professionelle Trader und institutionelle Marktteilnehmer bislang nicht bereit sind, aggressiv neues Risiko aufzubauen. Genau darin liegt aktuell das Problem für Bitcoin. Starke Aufwärtsbewegungen werden häufig durch steigendes Open Interest begleitet, weil frisches Kapital in den Markt fließt und neue Long-Positionen eröffnet werden. Dieser Effekt bleibt derzeit weitgehend aus.

Zwar gibt es mit Binance eine bemerkenswerte Ausnahme. Dort liegt das Open Interest inzwischen sogar über dem Niveau vor den Liquidationen. Die Börse konnte ihren Marktanteil von rund 30 auf über 36 Prozent steigern. Dennoch reicht das nicht aus, um die Schwäche des gesamten Derivatemarktes auszugleichen. Vielmehr konzentriert sich die Aktivität auf eine einzelne Plattform, während andere Börsen weiterhin deutlich unter ihren früheren Niveaus liegen.

Für Bitcoin bedeutet das aktuell fehlende Unterstützung aus dem Futures-Markt. Die jüngsten Kursbewegungen werden überwiegend vom Spotmarkt getragen, während der spekulative Hebelmarkt deutlich vorsichtiger bleibt. Solange kein breiter Wiederaufbau des Open Interest erfolgt, fehlt ein wichtiger Treiber für eine nachhaltige Trendwende. Das erklärt auch, warum Erholungen zuletzt häufig schnell wieder verkauft wurden und warum die Marktteilnehmer trotz niedrigerer Kurse weiterhin zurückhaltend agieren. Erst wenn das Open Interest marktweit wieder deutlich anzieht, könnte dies als Bestätigung für eine stärkere bullische Phase gewertet werden.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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