Bitcoin zeigt sich zum Start in die neue Handelswoche bemerkenswert stabil. Trotz wachsender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und neuer Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt hält sich die größte Kryptowährung weiter über der Marke von 80.000 US-Dollar. Damit notiert BTC nicht nur auf Wochensicht leicht im Plus, sondern auch weiterhin nahe der höchsten Kursniveaus seit Januar 2026.

Besonders auffällig: Während Aktienfutures zum Wochenbeginn unter Druck geraten, bleibt Bitcoin vergleichsweise robust. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt erklärt, mit dem jüngsten Vorschlag aus dem Iran unzufrieden zu sein – die Sorgen vor einer weiteren Eskalation steigen. Dennoch zeigt Bitcoin aktuell relative Stärke. Genau diese Stabilität könnte jedoch kurzfristig auf die Probe gestellt werden, so neue Bitcoin Prognosen:

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin-Markt zu optimistisch, Rücksetzer droht zur Abkühlung.
  • Börsenzuflüsse bleiben bis dato aus, BTC-Kurs wirkt stabil zum Wochenstart.
  • Erste Gewinnmitnahmen drohen – hält Bitcoin über 80.000 US-Dollar?.

Stimmung dreht schnell ins Bullische – Santiment warnt vor Überhitzung

Der Analyst „Rain“ verweist unter Berufung auf Daten von Santiment auf eine auffällige Entwicklung bei der Marktstimmung rund um Bitcoin. Demnach liegt das Verhältnis bullischer zu bearischer Kommentare in sozialen Netzwerken mittlerweile bei 1,5 zu 1 – und das, obwohl Bitcoin lediglich knapp über 80.000 US-Dollar notiert. Historisch betrachtet gilt genau dieses Verhalten oft als Warnsignal: Wenn Marktteilnehmer bereits früh wieder stark optimistisch werden, entstehen laut Santiment häufig lokale Hochpunkte statt nachhaltiger Fortsetzungen.

Zusätzlich zeigt sich auch On-Chain ein potenziell kritisches Signal. Die Bitcoin-Bestände auf Börsen sind zuletzt fünf Tage in Folge gestiegen. Das ist bemerkenswert, da die Exchange-Reserven zuvor über längere Zeit gefallen waren. Steigende Bestände auf Handelsplattformen können darauf hindeuten, dass Investoren wieder mehr Coins für mögliche Verkäufe transferieren.

Auch der Fear-&-Greed-Index unterstützt diese vorsichtige Sichtweise. Nachdem der Indikator am Donnerstag noch bei 38 Punkten lag und damit klar Angst signalisierte, sprang er innerhalb weniger Tage wieder auf 47 Punkte an. Die Stimmung hat sich also sehr schnell aufgehellt – möglicherweise zu schnell. Laut Santiment wäre sogar ein Rücksetzer in Richtung 75.000 US-Dollar denkbar, um den Markt emotional zurückzusetzen und neue Liquidität aufzubauen.

Entscheidend bleibt nun, ob Bitcoin die aktuelle Stärke trotz zunehmender Euphorie bestätigen kann. Sollte BTC trotz steigender Erwartungen und geopolitischer Risiken weiter stabil bleiben oder sogar ausbrechen, könnte genau das die skeptischen On-Chain-Signale widerlegen.


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Glassnode-Daten zeigen weiter Abflüsse von Börsen

Ein Blick auf die aktuellen Glassnode-Daten zeichnet derzeit allerdings noch kein vollständig bearishes Bild für Bitcoin. Denn während Santiment zuletzt vor überhitzter Stimmung und steigender Vorsicht warnte, zeigen die sogenannten „Exchange Net Position Change“-Daten weiterhin überwiegend negative Werte. Konkret bedeutet das: In den vergangenen Tagen wurden netto weiter Bitcoins von zentralen Börsen abgezogen.

btc

Genau diese Entwicklung gilt historisch eher als konstruktiv für den Markt. Denn wenn Investoren Coins von Handelsplattformen abziehen, deutet das häufig darauf hin, dass die BTC nicht kurzfristig verkauft, sondern langfristig gehalten oder in Cold Wallets transferiert werden. Besonders auffällig ist dabei, dass die Abflüsse bereits seit mehreren Wochen dominieren und sich trotz geopolitischer Unsicherheit sowie der jüngsten Kurserholung fortsetzen.

Damit entsteht aktuell ein interessantes Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Marktstimmung und On-Chain-Daten. Während Social-Media-Sentiment und Fear-&-Greed-Index kurzfristig eine gewisse Euphorie anzeigen, liefern die Börsenflüsse bislang noch keine klare Bestätigung für eine unmittelbar größere Verkaufswelle. Im Gegenteil: Massive Zuflüsse auf Exchanges, die typischerweise vor stärkeren Korrekturen auftreten, sind aktuell nicht zu erkennen.

Für Bitcoin bleibt damit entscheidend, ob die Nachfrage stark genug bleibt, um die Zone über 80.000 US-Dollar nachhaltig zu verteidigen. Solange größere BTC-Mengen weiter von Börsen verschwinden, bleibt das strukturelle Angebot am Markt zumindest eher begrenzt.

Onchain-Indikator mahnt zur Vorsicht: Gewinnmitnahmen nehmen zu

Ein weiterer Belastungsfaktor kommt vom Adjusted SOPR. Diese Kennzahl misst, ob bewegte Bitcoin im Durchschnitt mit Gewinn oder Verlust verkauft werden. Werte über 1 bedeuten, dass Marktteilnehmer Coins profitabel realisieren. Genau das ist zuletzt wieder der Fall: Seit Anfang Mai liegt der aSOPR laut der Analyse von Carmelo Alemán mehrere Tage in Folge über der wichtigen Marke von 1.

Auf den ersten Blick wirkt dies konstruktiv, weil Bitcoin Gewinnmitnahmen bislang absorbieren konnte. Zugleich entsteht daraus aber auch ein Risiko. Denn wenn Anleger zunehmend wieder im Gewinn verkaufen, steigt der Angebotsdruck am Markt. Besonders nach der schnellen Erholung über 80.000 US-Dollar könnte dies kurzfristig für eine Korrektur sprechen.

Wichtig ist dabei die Nachhaltigkeit. Solange Bitcoin trotz realisierter Gewinne stabil bleibt, zeigt der Markt Absorptionskraft. Kippt der aSOPR jedoch wieder unter 1, wäre das ein Warnsignal: Dann würden Coins erneut mit Verlust bewegt, was auf nachlassende Marktstruktur hindeuten könnte. In Kombination mit der schnell verbesserten Stimmung bleibt eine kurzfristige Abkühlung daher möglich.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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