Zum Ende der Handelswoche zeigt sich an den traditionellen Finanzmärkten erneut eine breite Schwäche, die auch den Kryptomarkt belastet. Bitcoin verliert in den vergangenen 24 Stunden rund 4 Prozent und fällt wieder unter die Marke von 67.000 US-Dollar. Als Belastungsfaktor gelten weiter vor allem geopolitische Risiken, die Risk-on-Assets unter Druck setzen. Auf Wochensicht summiert sich das Minus damit auf rund 5 Prozent.

Übergeordnet bleibt Bitcoin weiter in seiner bekannten Seitwärtsrange zwischen 60.000 und 72.000 US-Dollar gefangen. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben ist bislang nicht gelungen. Genau daran knüpft nun auch neue Kritik aus dem On-Chain-Sektor an, die den jüngsten Rebound als wenig überzeugend einordnet.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Rückgang aktiver Bitcoin-Adressen, Onchain-Daten zeigen kaum Dynamik.
  • Verkaufsdruck von Short-Term-Haltern sinkt, neue Panik bleibt aus.
  • Bitcoin in Seitwärtsrange gefangen, keine charttechnische Entscheidung.

Rückgang aktiver Bitcoin-Adressen nährt Zweifel an der Erholung

Die vorliegende Analyse von CryptoQuant verweist auf eine Entwicklung, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, für viele On-Chain-Beobachter jedoch große Aussagekraft besitzt: die Zahl aktiver Bitcoin-Adressen. Gemeint sind Wallets, die BTC senden oder empfangen und damit reale Aktivität im Netzwerk anzeigen.


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Laut der gezeigten Auswertung ist diese Kennzahl seit August 2025 deutlich rückläufig. Damals wurden noch rund 938.600 aktive Adressen gezählt, zuletzt lag der Wert nur noch bei etwa 655.900. Das entspricht einem Rückgang von etwas mehr als 30 Prozent.

Besonders wichtig ist dabei, dass nicht nur der Tageswert schwächer geworden ist. Auch die geglätteten Durchschnittswerte sind gefallen. Der 7-Tage-Durchschnitt sank demnach von rund 777.300 auf etwa 613.000 aktive Adressen. Der 30-Tage-Durchschnitt fiel von rund 743.700 auf ungefähr 636.300. Genau das ist der Kern der Kritik: Es handelt sich offenbar nicht um kurzfristige statistische Ausreißer, sondern um eine anhaltende Abschwächung der Netzwerkaktivität.

Der Analyst argumentiert deshalb, dass ein bloßer Preisanstieg nicht ausreicht, um eine echte strukturelle Erholung auszurufen. Wenn Kurs und Netzwerkaktivität nicht gemeinsam anziehen, fehle die Bestätigung durch organische Nachfrage. Weniger aktive Adressen deuten in dieser Lesart auf weniger Kapitalrotation, weniger Interaktion und eine geringere wirtschaftliche Intensität im Netzwerk hin. Der jüngste Rebound wirke damit fragiler, als es der Preisverlauf allein vermuten lässt.

On-Chain-Daten bleiben wichtig, aber nicht mehr allein entscheidend

Gleichzeitig muss man diese Kritik auch einordnen. Der Bitcoin-Markt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Ein wachsender Teil des Interesses wird heute nicht mehr direkt on-chain sichtbar, sondern über Futures, Optionen, ETFs, Verwahrungslösungen und andere institutionelle Produkte abgebildet.

Gerade durch die stärkere Einbindung in das traditionelle Finanzsystem verlagert sich ein Teil der Aktivität weg von der Blockchain selbst. Das bedeutet: Schwächere On-Chain-Daten sind weiterhin ein Warnsignal, aber sie erfassen längst nicht mehr die gesamte Nachfrage nach Bitcoin. Wer den Markt heute bewerten will, sollte deshalb On-Chain-Metriken, Derivatemärkte, ETF-Ströme und makroökonomische Faktoren gemeinsam in der Bitcoin Prognose betrachten.

Nachlassender Verkaufsdruck: Short-Term-Holder zeigen Stabilisierung

Trotz der schwachen On-Chain-Aktivität gibt es auch Argumente, die gegen einen unmittelbar weiter eskalierenden Verkaufsdruck sprechen. Eine aktuelle Analyse von CryptoQuant fokussiert sich dabei auf das Verhalten sogenannter Short-Term-Holder (STH), also kurzfristig orientierter Investoren. Diese Gruppe gilt als besonders sensibel gegenüber Marktbewegungen und neigt in unsicheren Phasen häufig zu panikartigen Verkäufen.

Genau dieses Verhalten war Anfang Februar zu beobachten, als Bitcoin unter die Marke von 60.000 US-Dollar fiel. In dieser Phase wurden laut Daten rund 100.000 BTC innerhalb von sieben Tagen auf die Börse Binance transferiert – ein klares Zeichen für erhöhten Verkaufsdruck. In den vergangenen Wochen hat sich dieses Bild jedoch deutlich verändert. Die Zuflüsse dieser Anlegergruppe sind massiv zurückgegangen und liegen aktuell nur noch bei rund 25.000 BTC.

Dieser Rückgang um etwa 75 Prozent deutet darauf hin, dass sich die kurzfristigen Investoren inzwischen deutlich weniger verkaufsbereit zeigen. Die Panik scheint abgeklungen zu sein, während sich gleichzeitig eine gewisse Marktstabilität ausbildet. Weniger Zuflüsse auf Börsen bedeuten in der Regel auch geringeren unmittelbaren Verkaufsdruck, da weniger Coins aktiv zum Verkauf bereitstehen.

Entscheidung steht noch aus: Bitcoin in kritischer Range

Die aktuelle Marktlage bleibt insgesamt uneinheitlich und liefert weder ein klares bullisches noch ein eindeutig bearishes Signal. Aus charttechnischer Sicht bewegt sich Bitcoin weiterhin in seiner etablierten Seitwärtsrange.

Zuletzt scheiterte der Kurs erneut im Bereich von 72.000 bis 73.000 US-Dollar am Widerstand, was die kurzfristige Schwäche unterstreicht. Nun rückt vor allem die Zone zwischen 65.000 und 66.000 US-Dollar in den Fokus.

bitcoin

Sollte Bitcoin dieses Niveau nachhaltig unterschreiten, könnte ein erneuter Rücksetzer in den Bereich zwischen 60.000 und 62.000 US-Dollar folgen. Solange jedoch keine dieser Marken klar gebrochen wird, bleibt der Markt in einer Phase der Unentschlossenheit.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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