Der Preiscrash von vergangener Woche hat gezeigt, dass wir uns bei Bitcoin weiterhin in einem Bärenmarkt befinden. Wir schauen uns daher Bedingungen an, die eintreffen müssen, um wieder Vertrauen in den Bull Case zu schaffen.
Das Wichtigste im Überblick:
Preiscrash führt zu extremer Angst am Markt
Bitcoin hat in der vergangenen Woche einen Crash erlebt und ist dabei von etwa 89.000 USD am 29. Jan auf zunächst 84.000 USD gesunken. Es erfolgte eine weitere Korrektur auf zunächst 78.600 USD, wobei das lokale Tief (Kerzenschluss) bei etwa 76.800 USD liegt. Dies entspricht auch dem derzeitigen Preisniveau von Bitcoin.
Derzeit herrscht als Nachwirkung dieses Crashs auch noch immer erhebliche Angst am Markt, was die langfristige Bitcoin Prognose eintrübt. Der Fear and Greed Index zeigt dies mit einem sehr niedrigen Wert von 17 an, was extremer Angst entspricht:
Bitcoin Fear and Greed Index is 17. Extreme Fear
Current price: $75,834 pic.twitter.com/tsdVHZxgxP— Bitcoin Fear and Greed Index (@BitcoinFear) February 3, 2026
Doch sicher ist, dass nach der Baisse auch wieder ein Crypto Bull Run kommt. Daher werfen wir einen genauen Blick auf Indikatoren, die es jetzt zur Wiederherstellung eines bullischen Sentiments braucht.
Diese Bedingungen braucht es für die kurzfristige Trendwende
Der Relative Strength Index (RSI) ist einer der ersten Indikatoren, die Trendwenden anzeigen. Er deutet bereits jetzt auf ein “überverkauftes” Marktverhältnis an. Der RSI steht in der Tageschart nämlich bei 26,9. Jedoch zeigt der gleitende Durchschnitt der letzten 14 Tage (RSI 14) hier noch immer ein anderes Bild an. Mit 36,7 ist der Indikator mittelfristig noch immer stark negativ, sodass ein Weitergehen der Baisse durchaus noch immer möglich ist.
Die Moving Average Convergence Divergence zeigt den Umständen entsprechend noch immer ein bärisches Signal an. Die Signallinie und die MACD-Linie fallen dabei fast gleich stark, sodass das bärische Signal, das schon seit dem 19. Januar gilt, noch immer etabliert bleibt.
Bei diesen Indikatoren ziehen wir eine zumindest kurzfristige Trendwende in Erwägung, sobald der RSI-14 unterhalb von 30 sinkt. Derzeit lässt sich natürlich noch nicht sagen, ob dies auch den mittel- bis langfristigen Trend bedeuten wird. Diese Indikatoren sind daher für risikofreudige Trader interessant, die es auf kurzfristige Flips absehen.
Bullisches Crossing bei den Tagesdurchschnitten und positives Momentum
Beim mittel- bis langfristigen Trend spielen die beiden zuvor genannten Indikatoren ebenfalls eine Rolle. Hier wollen wir beim Relative Strength Index einen Wert von über 60 sehen. Vor allem der RSI 14 ist hier der relevantere Faktor des Indikators. Bei der vergangenen Rally, die sich als Bullenfalle herausgestellt hat, war der RSI 14 kurz davor in diesen bullischen Bereich zu gelangen, zeigte diesen jedoch nicht an. Ein einziger Indikator ist hierfür natürlich nicht allein ausreichend.
Für die langfristige Wiederherstellung des Vertrauens bei Bitcoin wollen wir daher vor allem auch noch ein bullisches Crossing bei den Tagesdurchschnitten sehen. Also, dass der gleitende Durchschnitt des 50 SMA das des 100er SMAs übersteigt. In anderen Analysen habe ich immer darauf hingewiesen, dass derzeit eine bärische Struktur bei den Tagesdurchschnitten vorherrscht. Die These, das wir uns selbst bei äußerst bullischen Momenten noch in einem Bärenmarkt befinden, sollte immer ernsthaft als Möglichkeit in Betracht gezogen werden, solange dies der Fall ist.
Die Tagesdurchschnitte liegen derzeit bei 88.700 (SMA 50), 92.300 (SMA 100) und 108.100 (SMA 200). Die Tagesdurchschnitte waren somit als Indikatoren relativ nah dran davor, ein bullisches Crossing abzubilden. Für die nächsten Wochen sind wir aber natürlich weiter auf bärischem Kurs, sodass wir mittelfristig mit dem derzeitigen Crash in einem Bärenmarkt bleiben. Wer langfristig bullisch bei Bitcoin eingestellt ist, mag dazu geneigt sein, hier günstige Einstiegsmöglichkeiten zu sehen und Bitcoin zu kaufen. Aus mittelfristiger Sicht ist die Angst, die der Fear and Greed Index anzeigt, aber berechtigt. Trader können hier in das sprichwörtliche “fallende Messer” greifen.
Wichtige Unterstützungen geraten nun in den Fokus
Wie in einer vorherigen Analyse besprochen, hat Bitcoin eine wichtige Unterstützung bei etwa 84.000 USD verloren. Diese entspricht dem bullischen Trendkanal seit der Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. In dieser Zeit fand eine auffällige Rally statt, die uns nun auch eine wichtige psychologische Unterstützung liefert.
Die US-Wahl fand am 5. November statt. Zu diesem Zeitpunkt lag Bitcoin bei 75.900 USD, während der Rally testete der Kurs diesen Preis einmal, was bislang das lokale Tief darstelle. So testete Bitcoin diesen Preis bereits am 9. April 2025. Beim Schreiben dieses Artikels testet der Bitcoin-Kurs diese Unterstützung erneut und liegt dabei derzeit etwas darunter bei 73.600 USD. Darunter befindet sich bei etwa 55.000 USD eine weitere Unterstützungslinie, die dem lokalen Tief vor der Rally entspricht.
Diese Unterstützungen kommen nun als mögliche Horizonte für die Baisse in Betracht. Da schon ein starker Abverkauf stattgefunden hat, ist derzeit sehr schwierig, kurzfristige Kursprognosen abzugeben. Wichtig ist, wie sich derzeit Bitcoin bei der derzeit unter Beschuss stehenden Unterstützung verhält. Sollte der Kurs diese verlieren, droht der Crash noch tiefer auszufallen als ohnehin schon.
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