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Diese Nacht hat Cathie Wood erneut bewiesen, warum ihre Prognosen an den Kryptomärkten kaum ignoriert werden können. Die Gründerin und CEO von ARK Invest hat in der aktuellen Ausgabe des „Big Ideas 2026“-Reports ein Szenario vorgelegt, das selbst langjährige Bitcoin-Optimisten überrascht.
Die zentrale Zahl: rund 760.000 USD pro Bitcoin bis 2030.
Was wie eine provokante Schlagzeile klingt, ist aus Sicht von ARK das Ergebnis jahrelanger Modellrechnungen und Ausdruck eines strukturellen Wandels, der den gesamten Kryptosektor erfassen soll.
Nach den Annahmen von ARK Invest könnte die globale Krypto-Marktkapitalisierung bis zum Ende des Jahrzehnts auf etwa 28 Billionen USD anwachsen. Ein Großteil davon entfällt laut Basisszenario auf Bitcoin. Rund 70 Prozent Marktanteil traut ARK dem digitalen Urgestein zu. Hochgerechnet entspräche das einer Bitcoin-Marktkapitalisierung von etwa 16 Billionen USD. Ein Wert, der Bitcoin in eine Liga mit Gold, großen Staatsanleihemärkten und den wertvollsten Aktienindizes der Welt katapultieren würde.

Der rechnerische Preis pro Coin läge dann bei knapp 762.000 USD. Vom heutigen Kursniveau aus betrachtet wäre das eine Vervielfachung um mehr als das Achtfache.
63 Prozent Wachstum – jedes Jahr
Der Weg dorthin ist steil. ARK geht von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 63 Prozent über die nächsten fünf Jahre aus. Das klingt extrem, ist für Cathie Wood jedoch kein unrealistischer Wert, wenn man die bisherigen Adoptionszyklen betrachtet.
Entscheidend sei weniger die kurzfristige Volatilität, sondern der langfristige Kapitalzufluss – und der komme inzwischen aus einer völlig anderen Richtung als noch vor wenigen Jahren.
Wall Street übernimmt das Steuer
Während frühere Bitcoin-Rallyes vor allem von Privatanlegern geprägt waren, sieht ARK den aktuellen Zyklus klar institutionell dominiert. Pensionskassen, Vermögensverwalter, börsennotierte Unternehmen und ETFs spielen eine zunehmend zentrale Rolle.
US-Spot-Bitcoin-ETFs sowie öffentliche Unternehmen halten mittlerweile rund zwölf Prozent des gesamten Bitcoin-Bestands. Noch vor einem Jahr lag dieser Anteil bei knapp neun Prozent. Allein 2025 wuchsen die ETF-Bestände um fast 20 Prozent auf etwa 1,29 Millionen BTC. Für den Markt hat das weitreichende Folgen. Coins, die langfristig gebunden sind, stehen dem freien Handel nicht mehr zur Verfügung. Das verfügbare Angebot schrumpft, während die Nachfrage weiter steigt.
Knappheit als Preistreiber
In Kombination mit den regelmäßigen Bitcoin-Halvings entsteht ein struktureller Effekt, der sich kaum ignorieren lässt. Weniger neue Coins treffen auf mehr Kapital. Aus ökonomischer Sicht ist das ein klassisches Rezept für steigende Preise, unabhängig von kurzfristigen Stimmungsschwankungen.
Genau hier sieht ARK einen der wichtigsten Gründe, warum frühere Kursziele inzwischen überholt wirken.
Bitcoin und Diversifikation: Zahlen anstatt Narrative
In ihrem Marktüberblick verweist Cathie Wood zudem auf einen Punkt, der für institutionelle Investoren besonders relevant ist: die Korrelation.
Laut ARK-Daten weist Bitcoin seit 2020 eine vergleichsweise geringe Preis-Korrelation zu traditionellen Anlageklassen auf. Gegenüber dem S&P 500 liegt sie bei etwa 0,28. Aktien korrelieren untereinander oder mit Immobilien teils deutlich stärker.

Für Portfolio-Manager bedeutet das, das Bitcoin zur Risikoreduzierung auf Gesamtportfolio-Ebene beitragen kann. Entsprechend haben auch Häuser wie Morgan Stanley oder die Bank of America kleinere Bitcoin-Allokationen von zwei bis vier Prozent aufgenommen, vorsichtig, aber nicht mehr ablehnend. Trotz des insgesamt sehr optimistischen Ausblicks hat ARK seine Modelle angepasst. Die frühere Erwartung, Bitcoin werde sich in Schwellenländern als dominante Transaktionswährung etablieren, gilt inzwischen als überholt.
Der Grund liegt auf der Hand: Stablecoins.
Dollar-gebundene Kryptowährungen haben sich in vielen Emerging Markets als praktischer erwiesen. Sie sind weniger volatil, schneller einsetzbar und leichter in bestehende Zahlungssysteme integrierbar. ARK reagierte darauf und senkte das frühere absolute Bull-Case-Ziel von 1,5 Millionen USD leicht ab.
Für Bitcoin ist das jedoch kein negatives Signal. Stablecoins stärken die Krypto-Infrastruktur insgesamt und schaffen neue Zugangswege für Kapital. Passend dazu zeigte ARK Invest im Dezember 2025 erneut klare Kante. Inmitten eines Marktausverkaufs kaufte die Fondsgesellschaft gezielt Krypto-Aktien nach.
Rund 59 Millionen USD flossen an einem einzigen Tag in Titel wie Coinbase, BitMine Immersion Technologies oder Circle Internet Group. Zu diesem Zeitpunkt war Bitcoin bereits deutlich von seinem Oktober-Hoch über 126.000 Dollar gefallen.
Aktien bleiben Teil der Gleichung
Auch wenn Kryptowährungen im Fokus stehen, bleibt die ARK-Strategie breit angelegt. Zuletzt stockte Wood Positionen in Unternehmen wie AMD, Broadcom und Taiwan Semiconductor auf. Gleichzeitig wurden Anteile an etablierten Namen wie Tesla oder Unity Software reduziert, laut ARK taktische Anpassungen, keine strategische Abkehr.
Auffällig ist zudem der differenzierte Blick auf Nvidia. Zwar bleibt der Konzern führend im KI-Hardware-Segment, doch zunehmender Wettbewerb könnte Margen und Wachstumsperspektiven dämpfen. Für Krypto-Investoren ist das relevant, da Mining-Infrastruktur und Blockchain-Rechenleistung eng mit dem Halbleitermarkt verknüpft sind.
Fazit: Mehr als nur eine kühne Zahl
Ob Bitcoin bis 2030 tatsächlich die Marke von 760.000 Dollar erreicht, ist offen. Klar ist jedoch: Der Markt hat sich verändert. Institutionelles Kapital, ETFs, strukturelle Knappheit und eine gewachsene Infrastruktur verleihen der These heute eine andere Substanz als noch vor wenigen Jahren.
Für Investoren ist das keine Garantie – sondern eine Einladung, Bitcoin nicht länger als Randphänomen zu betrachten. Genau darin liegt die eigentliche Sprengkraft dieser Prognose.
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