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Der Kryptomarkt erholt sich. Der Bitcoin-Kurs ist auf fast 97.000 Dollar gestiegen und hat damit seit dem Jahreswechsel um über 10 % zugelegt. Auch viele Altcoins notieren heute deutlich höher als noch vor zwei Wochen, sodass Anleger zum ersten Mal seit Monaten aufatmen können. Dennoch steht für viele die Frage im Raum, warum der Bitcoin-Kurs nicht schon deutlich höher steht, wenn institutionelle Investoren Milliarden von Dollar in den Kauf der Kryptowährung gesteckt haben. Auch die Investitionen von Michael Saylor zeigen oft keine Kursbewegung. Matt Hougan, CIO von Bitwise, hat dafür eine gute Erklärung, die er am Beispiel von Gold veranschaulicht.
Geduld gefragt
Für viele Anleger ist es unbegreiflich, wie Michael Saylor fast schon wöchentlich Milliarden von Dollar in Bitcoin investieren kann, ohne dass der Kurs deutlich steigt. Auch an Tagen, an denen hunderte Millionen Dollar über die Spot Bitcoin ETFs in den Markt fließen, zeigt sich oft keine nennenswerte Bewegung. Allerdings ist das für Matt Hougan leicht zu erklären und seiner Meinung nach ein ähnliches Bild, das sich bei Gold in den letzten Jahren gezeigt hat, bevor der Kurs steil angestiegen ist.
Bitcoin's price will go parabolic if ETF demand persists long-term. A lesson from gold's 2025 move…
The price of both gold and bitcoin are set by supply-and-demand. The popular story is that gold prices spiked in 2025 (up 65%) because central bank purchases tilted the… https://t.co/yIzin9D0zs pic.twitter.com/EUAmKRCqxr
— Matt Hougan (@Matt_Hougan) January 13, 2026
Er erklärt, dass die Zentralbanken im Jahr 2022 damit begonnen haben, im großen Stil Gold zu kaufen und dass der Goldpreis dadurch gerade einmal um 2 % in diesem Jahr gestiegen ist. Auch 2023 wurden enorme Mengen Gold von Zentralbanken gekauft, worauf der Kurs mit einem Plus von 13 % reagiert hat. 2024 waren es dann bereits 27 %.
Erst im letzten Jahr hat Gold dann seine explosive Rallye hingelegt, bei der der Kurs um 65 % gestiegen ist. Bis der Effekt der Zentralbanken spürbar war, hat es also 3 Jahre gedauert. Das hat auch einen einfachen Grund.
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Noch zu viele Verkäufer
Zentralbanken konnten Gold über Jahre hinweg noch vergleichsweise günstig kaufen, weil es sehr viele Investoren gegeben hat, die bereit waren, zu leicht erhöhten Preisen zu verkaufen. Dasselbe ist in den letzten Monaten auch bei Bitcoin zu beobachten gewesen und das ist auch kein Wunder. Immerhin hat es bei Bitcoin sehr viele Investoren gegeben, die in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum extrem hohe Renditen erzielt haben. Immerhin konnte man im Jahr 2019 noch für 3.000 Dollar Bitcoin kaufen.
Das bedeutet, dass viele Anleger ihr Geld in den 6 Jahren von 2019 bis 2025 mehr als vervierzigfachen (x40) konnten. Coins, die damals für 3.000 Dollar gekauft wurden, wechselten nun Monat für Monat die Besitzer für 90.000 – 126.000 Dollar. Dass es hier genug Investoren gibt, die bereit sind, ihre Coins nach einer solchen Rallye zu verkaufen, ist verständlich.
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Kurz vor dem Durchbruch?
Inzwischen sind es Monate, in denen Bitcoin auf hohem Niveau seitwärts gelaufen ist. Das bedeutet, dass zahlreiche Coins nun die Besitzer gewechselt haben und viele in institutionelle Hände geflossen sind, die ebenfalls oft wieder einen Anlagehorizont von 5, 10 oder mehr Jahren haben. Damit könnte laut Matt Hougan die Zeit bald kommen, in der auch der Bitcoin-Kurs einen parabolischen Anstieg hinlegt.
Um das nachvollziehen zu können, ist es wichtig zu verstehen, wie ein Kurs überhaupt gebildet wird. Wer sich nicht mit der Materie befasst denkt oft, dass ein Anstieg der Marktkapitalisierung um 100 Milliarden Dollar auch wirklich 100 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital erfordert. Im Umkehrschluss denken viele, dass der Kurs nur auf 0 fallen könnte, wenn alle Bitcoin-Halter ihre Coins verkaufen würden. Da viele Coins bereits verloren sind und die Besitzer keinen Zugang mehr haben, wäre das laut dieser Theorie schon gar nicht mehr möglich.
Allerdings ist das nicht richtig. Ein Kurs ist immer der letztgehandelte Preis auf einer Börse. Würden sich heute alle Bitcoin-Halter gleichzeitig dazu entscheiden, ihre Coins nicht mehr verkaufen zu wollen, bei einem aktuellen Preis von 97.000 Dollar, dann würde die niedrigste Limit Order greifen, die ein Verkäufer abgegeben hat.
Das bedeutet, wenn die niedrigste Verkaufsorder erst bei 150.000 Dollar liegen würde, würde der Bitcoin-Kurs sofort auf 150.000 Dollar steigen. Das ist natürlich ein Extrembeispiel und in der Praxis so nicht umsetzbar, da Market Maker und weitere Instanzen eingreifen würden und jeder einen anderen Preis im Kopf hat, für den er bereits ist, zu verkaufen, aber das Beispiel macht deutlich, dass es eben nicht weitere 2 Billionen Dollar braucht, um die Marktkapitalisierung von Bitcoin von 2 auf 4 Billionen Dollar zu verdoppeln und damit auch den Kurs.
Alles, was es braucht, ist eine Phase, in der nur wenige Bitcoin-Halter bereit sind, zu verkaufen. Diese Phase könnte tatsächlich schon sehr bald erreicht sein, da eben viele Investoren erst im letzten Jahr dazu gekommen sind und Millionen von Coins gekauft haben. Diese Coins werden größtenteils eben nicht mit Verlusten oder wegen einem Kursplus von 5 – 10 % verkauft, sondern eben auch oft erst Jahre später.
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