Kryptowährungen starten relativ unverändert in die Weihnachtswoche. Bitcoin konsolidiert über 89.000 US-Dollar, auf Wochensicht gibt es hier kaum Veränderung. Das Jahr 2025 nähert sich dem Ende, naturgemäß gibt es insbesondere aus makroökonomischer Perspektive weniger wichtige Events. Nichtsdestotrotz können Krypto-Anleger die folgenden Dinge auch in der Weihnachtswoche berücksichtigen. Unsere Krypto News Vorschau:

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin konsolidiert über 89.000 Dollar und steht vor entscheidendem Jahresabschluss.
  • Die letzten zehn Tage entscheiden über Bitcoins positive oder negative Jahresbilanz.
  • Hyperliquid-Validatoren stimmen bis 24. Dezember über milliardenschweren HYPE-Token-Burn ab.
  • Drei Makrodaten prägen die Weihnachtswoche trotz insgesamt ruhiger Jahresendphase.
  • Uniswap stimmt über 100 Millionen UNI Burn und Aktivierung des Fee-Switches ab.
  • Prediction Markets gewinnen an Bedeutung, während Hey Anon mit ANON startet.
  • Superform launcht UP, Aster senkt Emissionen.

Bitcoin im Jahresendspurt – Entscheidung über Performance steht an

Bitcoin, die wertvollste Kryptowährung der Welt, zeigt im laufenden Jahr eine negative Year-to-Date-Performance von etwa -5 Prozent. Diese Entwicklung steht im starken Kontrast zu früheren Jahren, in denen der Markt meist deutliche Jahresgewinne erzielte. Eigentlich wäre das Jahr 2025 entsprechend den historischen Zyklen ein Jahr mit positiver Rendite gewesen.

Mit dem Eintritt in die letzten zehn Tage des Jahres rückt ein entscheidender Zeitraum in den Fokus: Anleger beobachten nun, ob Bitcoin das Jahr noch positiv abschließen kann oder ein negatives Jahresergebnis bestätigt wird. Historisch gesehen haben die letzten Wochen eines Jahres oft erhöhte Volatilität gebracht, getrieben von Steuer- und Portfolioumschichtungen sowie institutionellen Rebalancing-Aktivitäten.

Für Bitcoin ist dieser Zeitraum besonders wichtig, weil ein positiver Jahresabschluss das Sentiment für das Folgejahr beeinflussen könnte. Sollte Bitcoin den Abwärtstrend der YTD-Performance umkehren, könnte dies das Vertrauen institutioneller und privater Anleger stärken.

Hyperliquid im Fokus: Entscheidende HYPE-Burn-Abstimmung läuft

Im Hyperliquid-Ökosystem steht eine der bedeutendsten Governance-Entscheidungen des Jahres an: Ein Validator-Voting über den Burn von rund 1 Milliarde US-Dollar als HYPE-Tokens läuft und endet am 24. Dezember. Diese Abstimmung könnte die Tokenökonomie von HYPE fundamental verändern und spielt eine zentrale Rolle im Schlussquartal der DeFi-Narrative.

Die Hyper Foundation hat vorgeschlagen, alle im Assistance Fund gehaltenen HYPE-Tokens offiziell als permanent verbrannt anzuerkennen. Diese Token sind bereits technisch nicht mehr zugänglich, da sie in einer Adresse ohne private Schlüssel liegen. Der Vorschlag verlangt, dass Validatoren zustimmen, diesen Status formell zu bestätigen, was sie aus der Zirkulations- und Gesamtversorgung entfernen würde.

Das Ergebnis des Votes wird durch ein stake-gewichtetes System bestimmt: Je mehr HYPE ein Validator und seine Delegierten vertreten, desto größer ist sein Einfluss auf das Ergebnis. Bis zum 21. Dezember müssen Validator-Signale abgegeben werden, und der finale Konsens wird am 24. Dezember erwartet.  Dann könnte die vollständig verwässerte Bewertung von HYPER sinken.

Makro-Schlussphase 2025: Drei Termine im Fokus

Zum Jahresende 2025 richtet sich der Blick der Finanzmärkte auf drei zentrale Makro-Veröffentlichungen, die noch einmal die geldpolitischen Erwartungen beeinflussen können.

Den Auftakt bilden die PCE-Inflationsdaten für Oktober, die zu Wochenbeginn veröffentlicht werden. Der PCE-Index gilt als bevorzugter Inflationsmaßstab der US-Notenbank und liefert wichtige Hinweise darauf, ob der Preisdruck weiter nachlässt oder sich erneut verfestigt. Entsprechend sensibel reagieren Risikomärkte auf diese Zahlen.

Am Dienstag folgt die Veröffentlichung der US-BIP-Daten für das dritte Quartal 2025. Sie geben Aufschluss über die tatsächliche Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft nach einem Jahr mit restriktiver Geldpolitik.

Ebenfalls am Dienstag stehen die CB-Verbrauchervertrauensdaten für Dezember an. Sie gelten als Stimmungsbarometer für Konsum und Arbeitsmarkt und liefern einen wichtigen Ausblick auf die wirtschaftliche Ausgangslage zum Start ins Jahr 2026.

UNI im Zentrum einer Governance-Entscheidung

Für Uniswap (UNI) läuft aktuell eine der bedeutendsten Abstimmungen der letzten Jahre: Bis 25. Dezember läuft das On-Chain-Voting über einen Vorschlag, der vorsieht, 100 Millionen UNI aus dem Protokoll-Treasury dauerhaft zu verbrennen und zugleich die lange diskutierte Protokoll-Fee-Switch-Funktion zu aktivieren.

Der Plan kombiniert eine massive einmalige Angebotsreduktion mit der Einführung eines dauerhaften Wertschöpfungsmechanismus: Künftig sollen Teile der Handelsgebühren aus den Uniswap-Pools in UNI umgewandelt und verbrannt werden, was die Tokenökonomie deflationär ausrichten könnte.

Sollte die Abstimmung erfolgreich abgeschlossen und der Vorschlag umgesetzt werden, wäre dies ein grundlegender Wandel für Uniswap – von einer rein governance-orientierten Struktur hin zu einem tokenökonomisch stärker integrierten Modell.

Das Ergebnis scheint bereits einige Tage vor dem Ende der Abstimmung klar. Die Zustimmung ist überwältigend, das Quorum wurde längst erreicht:

Uniswap

ANON: Neues Prediction-Market-Projekt vor dem Start

Prognosemärkte gewinnen zuletzt deutlich an Aufmerksamkeit. Immer mehr Unternehmen und Krypto-Protokolle setzen auf Prediction-Market-Modelle, um kollektive Erwartungen handelbar zu machen. Auch Coinbase hat diesen Trend zuletzt aufgegriffen.

Im Umfeld dieses wachsenden Narrativs rückt nun ANON in den Fokus. Das Projekt Hey Anon, initiiert von Daniele Sesta, steht kurz vor dem Start einer neuen Prediction-Market-Plattform. Der Launch wird noch für diesen Monat erwartet und sorgt bereits im Vorfeld für erhöhte Aufmerksamkeit.

Hey Anon positioniert sich an der Schnittstelle zwischen DeFi, Marktpsychologie und datengetriebener Prognose. Ziel ist es, Vorhersagen zu realwirtschaftlichen, politischen oder krypto-spezifischen Ereignissen in ein transparentes, on-chain-basiertes System zu überführen. Anders als klassische Umfragen sollen finanzielle Anreize sicherstellen, dass sich Preise als aggregierte Erwartungswerte etablieren.

Pandora ist die AMM-Infrastruktur von Hey Anon, die speziell für Prediction Markets entwickelt wurde. Das System passt Liquiditätspools bereits beim Start an Eintrittswahrscheinlichkeiten an, statt neutral zu beginnen. Zusätzlich werden Gebühren dynamisch nach Nachfrage gesetzt, was effiziente Preisfindung fördert. Ein integrierter Manipulationsschutz soll Verzerrungen in illiquiden Phasen begrenzen. Market Maker erhalten dafür 1 Prozent des gesamten Handelsvolumens, was neue Anreize für frühe Liquidität schafft.

UP: Superform bereitet Token-Start vor

Mit UP steht in diesem Monat der Token-Launch von Superform an. Das Projekt positioniert sich als user-owned Stablecoin-Neobank und zielt darauf ab, klassische Neobank-Funktionen mit DeFi-Infrastruktur zu verbinden. Im Zentrum steht ein Modell, bei dem Nutzer nicht nur Kunden, sondern ökonomisch am Netzwerk beteiligt sind.

Superform setzt auf programmierbare Stablecoin-Strukturen, transparente On-Chain-Abwicklung und eine modulare Architektur für Spar-, Zahlungs- und Yield-Funktionen. Der UP-Token soll dabei eine zentrale Rolle übernehmen.

Der anstehende Launch fällt in eine Phase, in der Stablecoins zunehmend als Kernbaustein des Krypto-Finanzsystems gelten. Denn das Wachstum von Stablecoins sprengte 2025 ein weiteres Mal alle Erwartungen.

Der Analyst Tim Haldorsson ordnet die Bewertung von Superform vorsichtig ein. Eine klare Prognose zur FDV nach dem Launch sei kaum möglich, da der Markt viele Unsicherheiten enthält. Positiv hebt er hervor, dass vergleichbare Neobank-Projekte historisch hohe Bewertungen erreichten und Superform bereits langfristiges TVL sowie einen erkennbaren Umsatzpfad aufgebaut hat.

ASTER: Emissionskürzung rückt in den Fokus

Beim ASTER-Token steht eine wichtige Anpassung der Angebotsdynamik an. Das Projekt Aster reduziert ab dem 22. Dezember planmäßig die laufenden Token-Emissionen. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Inflationsdruck zu senken und die langfristige Tokenomics stabiler auszurichten.

Bei Aster startet am 22. Dezember mit Stage 5 „Crystal“ die nächste Phase des Airdrop-Programms. Dabei reduziert das Projekt die Emissionen bewusst auf 1,2 Prozent des Gesamtangebots, verteilt über einen Zeitraum von sechs Wochen. Ziel ist es, die Angebotsdynamik strenger zu steuern, während sich Aster technologisch auf den nächsten Entwicklungsschritt vorbereitet.

Kernstück ist ein optional dreimonatiges Vesting-Modell. Die Zuteilung teilt sich in einen sofort verfügbaren Anteil und einen Vesting-Bonus. Wer frühzeitig claimt, erhält nur den Basisanteil, während der Bonus verfällt und verbrannt wird. Wer wartet, erhält die volle Zuteilung.

Parallel markiert „Crystal“ die Brücke zur Aster Chain, mit Testnet-Start Ende 2025 und Mainnet im ersten Quartal 2026.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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