Ethereum zeigt sich angeschlagen. Der Kurs ist unter das letzte markante Zwischentief vom Donnerstag gefallen. Genau dieser Bruch liefert neues Futter für das Szenario, dass auf dem aktuellen Niveau bereits ein lokales Top ausgebildet wurde. Während bei Bitcoin noch Unsicherheit herrscht, wirkt das Chartbild bei Ethereum klarer und zugleich fragiler. Große Impulse sind zum Wochenende eher nicht zu erwarten. Geringe Liquidität und abnehmendes Volumen sprechen für eine Phase der Ruhe, bevor es in der kommenden Woche ernster wird.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ethereum ist unter das letzte Zwischentief gefallen, was das Szenario eines bereits gebildeten Tops verstärkt.
- Die zentrale Widerstandszone liegt zwischen 3.156 und 3.245 US-Dollar und begrenzt aktuell jede Erholungsbewegung.
- Eine neue Fibonacci-Unterstützung entscheidet über Bounce oder weiteren Abverkauf.
- Elliott: Die Struktur der nächsten Aufwärtsbewegung ist entscheidend, fünf Wellen sprechen für Trendfortsetzung, drei Wellen für Beginn einer größeren Korrektur.
- Im ETH-BTC-Chart bleibt der Rücksetzer kritisch, ein Bruch unter 0,03 BTC würde einen neuen Abwärtstrend bestätigen.
Kurzfristig dominiert Zurückhaltung. Der Markt scheint Luft zu holen, nachdem mehrere Anläufe nach oben nicht sauber durchgezogen wurden. Gerade solche Phasen täuschen oft über die eigentliche Bedeutung hinweg. Denn die nächste Bewegung der Bitcoin Alternative dürfte richtungsweisend werden. Entscheidend ist dabei weniger, ob Ethereum sofort steigt oder fällt, sondern wie die nächste Gegenbewegung strukturiert ist.
Widerstände und Unterstützungen
Auf der Oberseite hat sich eine neue Widerstandszone etabliert. Sie liegt zwischen 3.156 und 3.245 US-Dollar und basiert auf Fibonacci-Extensions.
Harter Brocken für Ethereum, Quelle: Analyse von “Krypto Trading und Investing” auf https://www.youtube.com/
Dieser Bereich wirkt aktuell wie ein Deckel. Jeder Versuch, darüber hinauszukommen, wurde zuletzt schnell wieder abverkauft. Solange dieser Widerstand nicht überzeugend gebrochen wird, bleibt Vorsicht angebracht.
Auf der Unterseite steht eine neue Unterstützungszone im Chart . Sie erstreckt sich vom 61,8- bis zum 50-Prozent-Retracement der vorherigen Aufwärtsbewegung. Diese Zone wurde aus der Länge der aktuellen dritten Welle abgeleitet und gilt als klassische Reaktionsfläche im Elliott-Wellen-Modell. Ein erster technischer Bounce wäre hier nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist jedoch nicht der Bounce selbst, sondern dessen Qualität.
Darunter liegt das Swing-Tief vom 7. Dezember als nächste relevante Marke. Ein Bruch dieser Zone würde das bärische Szenario deutlich stärken und Raum für eine tiefere Korrektur eröffnen. In diesem Fall rückt ein Zielbereich um 2.400 US-Dollar in Reichweite, ebenfalls abgeleitet aus Fibonacci-Projektionen.
If this is a flag, Ethereum $ETH could be heading toward $2,400 next. pic.twitter.com/a0RuQLRLF9
— Ali (@alicharts) December 12, 2025
Elliott-Wellen: Entscheidung über Trend oder Korrektur
Die aktuelle Struktur lässt zwei Hauptszenarien zu. Im optimistischeren Fall handelt es sich lediglich um eine korrektive vierte Welle innerhalb eines laufenden Aufwärtstrends. In diesem Szenario würde aus der aktuellen Unterstützungszone heraus eine fünfte Welle starten. Diese müsste sich klar impulsiv zeigen, idealerweise mit fünf sauberen Teilwellen und steigender Dynamik. Ein Bruch über 3.245 US-Dollar wäre dafür Pflicht. Ein Anstieg über 3.550 US-Dollar würde das Bild weiter klar machen und eine größere Aufwärtsbewegung bestätigen.
Das alternative Szenario ist defensiver. Hier wurde das Top bereits markiert und die laufende Bewegung ist der Start einer größeren Abwärtsphase. In diesem Fall bleibt jede Erholung korrektiv, typischerweise in drei Wellen. Für den Großteil des Marktes liegt diese Bewegung aktuell näher, Ethereum kaufen kommt hier nicht in Frage. Die Struktur der nächsten Aufwärtsbewegung wird den Ausschlag geben. Drei Wellen nach oben sprechen für das bärische Szenario, fünf Wellen für eine Fortsetzung des Trends.
Right now a lot of markets are simply moving sideways and yes that is tiring. People often say ranges are hard to track but honestly they are not. They are just undecided. What makes them frustrating is the expectation that the market has to give an answer right now. Up or down.…
— More Crypto Online (@Morecryptoonl) December 12, 2025
Auch der Blick auf ETH/BTC liefert Hinweise. Der Anstieg wirkte eher dreiteilig und wurde an einem wichtigen Widerstand gestoppt. Für echte Stärke hätte Ethereum hier weiterziehen müssen. Solange das Paar nicht überzeugend über die Trendlinie ausbricht, bleibt das Bild angeschlagen. Ein Bruch unter 0,03 BTC wäre ein klares Warnsignal und würde auf einen neuen Abwärtstrend hindeuten.
Unterm Strich deutet vieles auf ein ruhiges Wochenende hin. Die entscheidende Phase dürfte erst in der kommenden Woche starten. Dann wird sich zeigen, ob Ethereum nur Luft holt oder ob eine größere Korrektur bereits angelaufen ist.
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