Nutzt Russland Bitcoin-Mining als versteckten Export? Mit einer 25 %igen Steuer will der Staat jetzt daran mitverdienen.

Strengere Regeln sollen eine Körperschaftssteuer von bis zu 25 % auf Mining-Einnahmen in die russischen Staatskassen spülen. Der hochrangige Kremlbeamte und stellvertretende Leiter der russischen Präsidialverwaltung, Maxim Oreschkin, berichtet von intensiven Krypto-Mining-Aktivitäten in seinem Land und dass man diese bereits als versteckten Export in den zuständigen Behörden bewertet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die russische Zentralbank kündigt Lockerungen der Krypto-Gesetze an.
  • Handel mit Kryptowährungen über russische VTB Bank angekündigt.
  • Russland produziert jährlich Zehntausende Bitcoin, laut Branchenvertretern.
  • Tägliche Einnahmen liegen bei rund 1 Milliarde Rubel, etwa 13,84 Milliarden USD.
  • Die geforderte Körperschaftssteuer von bis zu 25 % würde sich für Russland lohnen.
 

Krypto News aus Russland

Russlands zweitgrößte Bank nach Vermögenswerten will Anlegern den Kauf und den Handel mit Kryptowährungen über Brokerage-Konten ab 2026 ermöglichen. Derzeit können Kunden der VTB Bank nur in Krypto-Derivate, das sind beispielsweise gehebelte Krypto-Positionen, sogenannte CFDs oder außerbörslich gehandelte Futures, investieren. Das direkte Investment in physische Coins wie BTC oder ETH war bisher nicht möglich. 

Quelle

Mit dem Schritt der mehrheitlich staatlichen VTB Bank wird klar, dass die Krypto-Geschäfte in Russland boomen. Als versteckten Import könnte man die Transaktionen durchaus ansehen, schließlich wandert Geld von A nach B, was anschließend für den Warenkauf verwendet werden kann. Von Spekulationen mit dem Kauf von Kryptowährungen ganz abgesehen. 

VTB-Kunden sind einerseits Millionen von Russen, die ihre Alltagsgeschäfte über die Bankkonten abwickeln und größere mittelständische Betriebe sowie regierungsnahe Organisationen. Von den Sanktionen ist nur das europäische Geschäft betroffen, die anderen Märkte, wie Asien und Afrika, arbeiten wie gewohnt. Mindestens 60,9 % der Bank sind in den Händen des Staates, was bedeutet, diese Krypto-Aktivitäten finden unter dem hoheitlichen Auge der russischen Regierung statt. 

VTB ist auch der größte Gläubiger der russischen Eisenbahnen. Nimmt die Bank hohe Summen an Gebühren ein, fließt dieses Geld indirekt also auch in die staatliche Infrastruktur, was am Ende auch der Versorgung der Armee dient. Gerade wurde bekannt, dass die russischen Banken bereit sind, dem staatlichen Eisenbahnkonzern einen Teil der Schulden zu restrukturieren, sodass der größte Arbeitgeber des Landes weiterhin operativ arbeiten kann. 

Die Banken sind bereit, Kredite umzustrukturieren und Zahlungen aufzuschieben, sofern die Zentralbank die Mindestreserveanforderungen für diese Kredite nicht erhöht, sagt VTB-Chef Andrei Kostin in einem Reuters-Interview.

Quelle

Derzeit belaufen sich die Schulden auf 4 Billionen Rubel laut Reuters, was rund 52,70 Milliarden USD entspricht. Mit verlängerten Laufzeiten und aufgeschobenen Zinszahlungen soll die Zentralbank Druck aus den Forderungen für die Eisenbahngesellschaft JSCo RZD nehmen. 

Quelle

Lockere Krypto-Regulierung in Russland

Am Anfang stand die russische Zentralbank CBR dem Krypto-Handel kritisch gegenüber. Angesichts der Möglichkeiten, Gelder zu transferieren, ohne unter die geltenden Exportbestimmungen zu fallen, lockert jetzt der Gesetzgeber die Krypto-Regulierung. Während es momentan nur hoch qualifizierte Anleger waren, also Broker und Vermögensverwalter etwa, können bald schon alle Bürger über Brokerage-Konten in Kryptowährungen investieren. Der von der Zentralbank im März vorgeschlagene experimentelle Rechtsrahmen führte jetzt auch dazu, dass die VTB-Bank ihre Leistungen einem breiteren Markt öffnet. 

Oreschkin erklärte auf dem Investitionsforum Russia Calling!, dass Russland enorme Einnahmen aus dem Bitcoin-Mining generiert. Der neue Exportartikel soll einer neuen Bewertung durch staatliche Organisationen unterzogen werden und eine neue Bewertung erhalten, die dem gerecht wird, was das Krypto-Mining für das Land tun kann. 

Luxor Technology schätzt, dass das Land mittlerweile rund 15,5 % der globalen Bitcoin-Hashrate kontrolliert und damit nach den USA an zweiter Stelle steht.

Quelle

Derzeit wird das Mining von Kryptowährungen in Russland nicht in den Devisenmärkten eingerechnet und die Zahlungsbilanz nicht in offiziellen Statistiken erfasst. 

Da Kryptowährungen zur Bezahlung von Importen über alternative Kanäle genutzt werden können, sollten diese Transaktionen laut Oreschkin bei der staatlichen Messung von Handelsströmen und Währungsdynamik berücksichtigt werden.

Quelle

Krypto-Mining in Russland als versteckter Export?

Das Ausmaß der Mining-Einnahmen soll laut Oleg Ogienko, CEO der Via Numeri Group, beträchtlich sein. Noch in diesem Jahr könnte die Zahl von mehreren Zehntausenden Bitcoins erreicht sein, sagt er. 

Russische Unternehmen bezahlen bereits ihre Importe mit Kryptowährungen und diese Transaktionen beeinflussen den Rubel. So spielt Krypto-Mining bereits eine bedeutende Rolle in der russischen Wirtschaft und wird längst nicht mehr experimentell betrieben. 

Quelle

Russland könnte zur Mining-Hochburg werden, nachdem man jahrelang auf höchster Ebene eine Politik der ablehnenden Krypto-Haltung nach außen gezeigt hatte. Russische Miner sind inzwischen bestens ausgestattet. 2023 wurden 54.000 BTC geschürft, 2024 auf Basis der Halbierung alle 4 Jahre 35.000 BTC. Mit hohen Investitionen in Hardware, Energie und Rechenzentren soll die Mining-Kapazität kontinuierlich ausgebaut werden. Branchenangaben nach liegen diese Investitionen bei über 1,3 Milliarden USD.

Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können

10+ Jahre

99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.

90hr+

Wöchentliche Recherche

100k+

Monatliche Leser

50+

Experten

2000+

Krypto-Projekte unter die Lupe genommen

Google News Icon
Folgen Sie 99Bitcoins in Ihrem Google News Feed.
Erhalten Sie die neuesten Updates, Trends und Einblicke direkt auf Ihr Gerät.
Jetzt abonnieren
Paul Schröder
Paul Schröder

Paul ist hauptberuflicher Content-Writer mit einem Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Finanzthemen. Seine Leidenschaft für Krypto begann 2016, als er seinen ersten Bitcoin für rund 900 Dollar kaufte. Seitdem hat er sich immer wieder intensiv mit dem Markt beschäftigt. 2024 machte er... Mehr lesen

Kostenloser Bitcoin-Crashkurs

  • Von über 100.000 Lesern genutzt
  • Eine E-Mail pro Tag, sieben Tage lang.
  • Kurz und lehrreich, garantiert!

1 Monat gebührenfrei traden

  • Bis zu 100 USD Gebühren im ersten Monat sparen.
  • Keine eigene Krypto-Wallet erforderlich.
  • Keine komplizierten Passwörter nötig.
1 Monat gebührenfrei traden
Nach oben