Die Nachricht irritiert: Die deutsche Bundesbank hat unsere Goldreserven in den USA in diesem Jahr noch nicht geprüft.
Die deutschen Goldreserven machen auf Basis der jüngsten Goldrally immerhin satte 207,793 Milliarden Euro aus. Deutschland besitzt die zweitgrößten Reserven an Gold weltweit und hat einen Teil der Barren in den USA gelagert. Diese stammen größtenteils aus Exportüberschüssen und unterliegen der Kontrolle durch die deutsche Bundesbank. Doch jetzt gab es lebhafte Diskussionen im Bundestag.
Das Wichtigste in Kürze:
Schlimmer Verdacht: Hat Trump deutsches Gold für Bitcoins verwendet?
Nennen wir es nicht gleich einen schlimmen Verdacht. Sprechen wir lieber von einer kühnen Vorstellung: Der amtierende US-Präsident Donald Trump könnte an die deutschen Goldreserven gegangen sein, um seine staatliche Bitcoin-Reserve aufzubauen. Würden Sie ihm das zutrauen? Eben! So abwegig wie der Gedanke zunächst erscheinen mag, im Rahmen des Möglichen, so wie man Donald Trump kennt, bewegt sich diese Situation durchaus.
Ein Schreiben an den Bundesrechnungshof verweist auf die langjährige Kooperation mit der US-amerikanischen Notenbank FED, in deren Tresoren die immer wertvolleren Goldbarren für schlechte Zeiten liegen. Immerhin lagern rund 37 % der gesamten deutschen Goldreserven dort. Neben New York lagern deutsche Goldbestände in London und Frankreich. Insgesamt verfügen wir nach den USA über die zweithöchsten Sicherheiten in Goldbarren. Auf Platz 3 liegt Italien, gefolgt von Frankreich, Russland, China und mit Abstand Japan.
Die offiziellen Währungsreserven kann der US-Präsident natürlich nicht einfach unter dem Arm heraustragen. Dennoch ist es denkbar, dass bei fehlender Kontrolle, wie gerade jetzt, der ein oder andere Goldbarren für externe Ankäufe von Kryptowährungen verwendet wurde. Die Kontrolle der Geldpolitik durch Trump bezeichnet die Tagesschau als eine sehr ernste Gefahr und verweist auf die EZB-Chefin Christine Lagarde.
Kontrolliert Trump die globale Geldpolitik?
Laut offizieller Antwort des Präsidenten des Bundesrechnungshofs in Bonn gibt es derzeit keine aktuellen, abgeschlossenen Berichte oder Stellungnahmen zu Goldbeständen und deren Lagerung. Das bedeutet, die Überprüfung der deutschen Goldreserven in den Tresoren der FED in New York ist noch nicht erfolgt, und das Mitte Oktober!
Zugleich ist zu beobachten, dass sich das sicherheitspolitische und institutionelle Umfeld seitdem verändert hat. Politische Prozesse in den Vereinigten Staaten, währungspolitische Entwicklungen und Fragen transatlantischer Resilienz werden von Fachöffentlichkeit und Medien aufmerksam verfolgt – nicht zuletzt mit Blick auf die strategische Bedeutung der im Ausland verwahrten Reserven, sagt Stephan Mayer, CSU.
Auch der Steuerzahler-Bund ist besorgt und sieht eine große Gefahr durch die geldpolitische Einflussnahme des republikanischen Präsidenten Trump auf den „Notgroschen“. Die Reserven sind mehr wert als jemals zuvor, dank des rasanten und fast konstanten Anstiegs des Goldpreises. Besorgniserregend ist aber vor allem der Umgang von Trump mit der FED.
Dazu gehören zahlreiche Wutreden gegen die FED-Zinsentscheidungen und die Tatsache, dass die Unabhängigkeit der Notenbank ernsthaft in Gefahr ist. Das Haushaltsloch in den USA wird täglich größer und die Kreditwürdigkeit der Großmacht leidet. Schon deshalb hatte Trump den digitalen Dollar 1:1 in US-Staatsanleihen ausgegeben.
Die Schuldenfalle könnte der Grund dafür sein, dass die ein oder andere Goldreserve aus Deutschland den Weg in Bitcoins gefunden hat. Natürlich würde der Präsident keinen Handelskrieg mit uns wollen, der auf dem potenziellen Diebstahl von Goldbarren aus dem Keller der FED beruht, oder? Dieser letzte kleine Zweifel ist das eigentliche Problem der Sache, denn kaum einer, der dem Präsidenten nicht auch diesen Geniestreich zutrauen würde.
Eigenes Gold nehmen ist einfach, viel spannender und lukrativer wäre es, das Gold anderer Staaten zu verwenden, und davon haben die USA genug. Schließlich lagert nicht nur Deutschland Gold in den Tresoren der US-Notenbank. Auch andere Staaten sehen sich dem Lagerrisiko ausgesetzt, wenn politische Ereignisse wie ein Embargo oder ein politischer Machtwechsel à la Trump die Auslieferung der Goldbarren an die Eigentümer verhindern könnten.
Ein kleiner Fun-Fact zum Schluss: Die interne Revision der Bundesbank erfolgte in der Vergangenheit immer ohne Inventur. Daher gab es laut Welt schon 2021 den Verdacht, der zweitgrößte Goldschatz der Welt könnte unter Umständen gar nicht in New York real existieren.
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