Larry Fink, CEO von BlackRock, hat seine Meinung zu Bitcoin komplett geändert. Was er einst als Werkzeug für Kriminelle bezeichnete, sieht er heute als legitime Anlageklasse. Seine neue Haltung zeigt, wie stark sich die Wahrnehmung von Kryptowährungen in der Finanzwelt gewandelt hat – und was das für Anleger bedeutet.

Das Wichtigste im Überblick:

  • BlackRock-Chef Larry Fink vergleicht Bitcoin inzwischen mit Gold als alternatives Anlagegut.
  • BlackRock verwaltet den größten Bitcoin-ETF der Welt mit über 93 Milliarden Dollar an Vermögenswerten.
  • Trotz steigender Akzeptanz bleibt die Kryptoanlage laut Fink ein kleiner, aber strategisch wichtiger Teil eines Portfolios.

Vom Bitcoin-Skeptiker zum Befürworter

Larry Fink, der CEO des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, hat in einem Interview mit CBS erklärt, dass er seine früheren Annahmen über Bitcoin überdenken musste. Im Jahr 2017 bezeichnete er Bitcoin noch als „Index der Geldwäsche“. Heute räumt er ein, dass der Markt ihn eines Besseren belehrt hat. Fink sagte: „Es gibt eine Rolle für Krypto, so wie es eine Rolle für Gold gibt. Es ist eine Alternative.“ Damit stellt er klar, dass Kryptowährungen aus seiner Sicht nicht mehr nur Spekulationsobjekte sind, sondern als legitime Ergänzung in einem diversifizierten Portfolio dienen können. Dennoch warnt er Investoren davor, zu große Anteile ihres Vermögens in Bitcoin zu halten.

Market Cap

BlackRock treibt die institutionelle Krypto-Adoption voran

BlackRock verwaltet heute über 12,5 Billionen US-Dollar und hat im Jahr 2024 den iShares Bitcoin Trust ETF gestartet – einen der ersten US-Spot-Bitcoin-ETFs nach der Genehmigung durch die SEC. Mit über 93,9 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen ist er derzeit der größte Krypto-ETF der Welt. Der Schritt markiert einen Meilenstein für institutionelle Anleger, die zuvor nur über Derivate oder indirekte Wege Zugang zu Bitcoin hatten. Laut Fink stammen rund 50 Prozent der Nachfrage für diesen ETF von Privatanlegern, und drei Viertel dieser Investoren hatten zuvor noch nie ein iShares-Produkt gekauft. Das zeigt, wie stark das Interesse an Krypto-Investments inzwischen gestiegen ist – auch jenseits professioneller Investoren.

Die neue Offenheit der Wall Street

Noch vor wenigen Jahren war Bitcoin für viele CEOs der Wall Street ein rotes Tuch. Fink, JPMorgan-Chef Jamie Dimon und andere Top-Manager bezeichneten Kryptowährungen als Betrug oder Modeerscheinung. Dimon sprach sogar von einer „Tulpenblase“ wie im 17. Jahrhundert. Doch seit 2023 hat sich der Ton deutlich geändert. Große Finanzinstitute investieren inzwischen massiv in Blockchain-Technologie und digitale Vermögenswerte. Die Nachfrage von Kunden zwingt Banken und Vermögensverwalter dazu, neue Produkte zu entwickeln – trotz Bedenken über Volatilität und Regulierung. Fink sieht darin eine logische Entwicklung: „Die Märkte verändern sich, und wir müssen mit ihnen lernen.“


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Bitcoin als Ersatz für den US-Dollar?

Einige Beobachter gehen noch weiter. Fabian Dori, Chief Investment Officer bei Sygnum, erklärte gegenüber Decrypt, dass Finks Aussage als Signal für die mögliche Rolle von Bitcoin als globale Reservewährung verstanden werden könne – insbesondere, falls die US-Schuldenkrise eskaliere. Laut Dori hat die zunehmende Akzeptanz durch Institutionen die Bitcoin-Dominanz auf ein Niveau gehoben, das seit Jahren nicht erreicht wurde. Institutionen sehen in Krypto drei Hauptnutzen: als Wertspeicher, als alternatives Zahlungsmittel und als technologische Infrastruktur für dezentrale Anwendungen. Besonders in Zeiten geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit sehen viele Anleger Bitcoin als „digitales Gold“ und sicheren Hafen.

Inflationsschutz und strategische Nutzung von Bitcoin

Neben Fondsriesen wie BlackRock oder Fidelity haben auch Unternehmen wie Tesla und Metaplanet Bitcoin in ihre Bilanz aufgenommen. Sie betrachten es als Schutz vor Inflation und Währungsabwertung. Dori betont, dass die Kombination aus makroökonomischer Unsicherheit und sinkendem Vertrauen in traditionelle Fiat-Währungen Bitcoin attraktiver macht. Immer mehr Investoren verstehen die digitale Währung als strategisches Reservegut, das im Ernstfall Stabilität bieten kann. Trotzdem bleibt die Anlage riskant, da starke Preisschwankungen und politische Eingriffe jederzeit möglich sind. Wer investiert, sollte langfristig denken und nicht auf kurzfristige Gewinne hoffen.


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Zwischen Akzeptanz und Skepsis

Trotz der wachsenden institutionellen Akzeptanz bleiben viele Finanzakteure skeptisch. Das britische Investmenthaus Hargreaves Lansdown warnte kürzlich seine Kunden vor dem Kauf von Bitcoin. In einer Mitteilung bezeichnete die Firma die Kryptowährung als ein Asset ohne „intrinsischen Wert“ und betonte, dass sie sich nicht eigne, um langfristige finanzielle Ziele zu erreichen. Dennoch bietet Hargreaves Lansdown ausgewählten Investoren Zugang zu Krypto-Produkten, da die Nachfrage schlicht zu groß ist, um sie zu ignorieren. Mit über 226 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen kann sich das Unternehmen dem Trend nicht vollständig entziehen – ein Zeichen dafür, dass Krypto trotz Kritik seinen Platz in der Finanzwelt gefunden hat.

Bitcoin-Preis zeigt Stärke trotz Turbulenzen

Am Montag lag der Bitcoin-Kurs laut CoinGecko bei über 115.000 US-Dollar – ein Anstieg von 3,6 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Nur Tage zuvor war der Preis noch auf 109.000 Dollar gefallen, nachdem es zu massiven Liquidationen gekommen war. Rund 20 Milliarden Dollar wurden dabei aufgelöst, vor allem Long-Positionen. Trotz dieser Schwankungen zeigt der Markt, dass die Nachfrage stark bleibt. Immer mehr Anleger sehen Rücksetzer als Kaufgelegenheit. Für Fink und BlackRock ist das ein Signal, dass Bitcoin sich langfristig als fester Bestandteil des globalen Finanzsystems etabliert – auch wenn der Weg dorthin volatil bleibt.

Die Zukunft der Finanzmärkte ist hybrid

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass sich traditionelle und digitale Finanzsysteme immer stärker miteinander verbinden. Bitcoin wird zunehmend als Ergänzung zu klassischen Anlageformen gesehen, nicht mehr als deren Ersatz. Banken und Vermögensverwalter integrieren Blockchain-Technologien in ihre Prozesse, um effizienter und transparenter zu arbeiten. Dabei entstehen neue Produkte, die den Zugang zu digitalen Vermögenswerten erleichtern. Experten sind sich einig: Die Zukunft der Finanzmärkte wird hybrid sein – ein Zusammenspiel aus Fiatgeld, Krypto und tokenisierten Assets, das Investoren völlig neue Möglichkeiten eröffnet.

Finks Botschaft an Anleger

Larry Fink betont, dass er in Kryptowährungen eine Chance, aber auch ein Risiko sieht. Sein Rat: „Wer Bitcoin kauft, sollte verstehen, dass es eine langfristige Wette auf Vertrauen ist.“ Er erkennt den Wandel, den Bitcoin ausgelöst hat, als Teil eines größeren Umdenkens im globalen Finanzsystem. Für ihn ist klar, dass Krypto gekommen ist, um zu bleiben – allerdings mit einem realistischen Platz im Portfolio, nicht als Allheilmittel. Diese Haltung zeigt, dass selbst die konservativsten Stimmen der Finanzwelt bereit sind, digitale Assets ernst zu nehmen – solange sie klug und ausgewogen eingesetzt werden.

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Sergei Timurov
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Sergei Timurov ist seit 2016 großer Bitcoin Fan und ihn begeistert die Freiheits Idee sowie die Unabhängigkeit von Bitcoin. Sergei ist Bitcoin Maximalist und der Überzeugung, dass sich nur Bitcoin für einen langfristigen Vermögensaufbau eignet. Neben seinen journalistischen Tätigkeiten betreibt... Mehr lesen

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