Der Krypto-Markt blieb im September schwach. Von 35 großen Coins schlossen 23 im Minus. Bitcoin konnte sich mit plus 5 Prozent behaupten, während Ethereum 5 Prozent verlor. Besonders auffällig war das starke Comeback von Binance Coin (BNB), der um 16 Prozent zulegte. Grund war die Einführung der neuen Perp-Börse Aster sowie der Chain-Launch von Plasma (XPL) mit einem Airdrop über 1,25 Milliarden US-Dollar.
Der Monat reiht sich in ein historisches Muster ein: Seit 2016 verzeichnet Bitcoin in 62 Prozent der Fälle negative September-Ergebnisse. Der durchschnittliche Verlust lag bei 3 Prozent, bei Ethereum bei 7 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze:
Onchain blieb die Aktivität weitgehend konstant. Dezentrale Spot-Börsen verzeichneten Handelsvolumina von etwa 365 Milliarden US-Dollar. Dagegen legten Perpetual-Futures auf DEXs um 30 Prozent zu – allerdings fast ausschließlich wegen des Aster-Hypes. Ohne diesen Effekt wäre der Markt um 15 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig sanken die Blockchain-Einnahmen um 16 Prozent, weil geringere Volatilität weniger Gebührenauslastung bedeutete. Ethereum erzielte 6 Prozent weniger Einnahmen, Solana 11 Prozent, Tron sogar 37 Prozent weniger.
DATs und sinkende Volatilität
Digital Asset Treasuries (DATs) verwalten laut VanEck mittlerweile rund 135 Milliarden US-Dollar, wovon etwa 53 Prozent auf MicroStrategy entfallen. Diese Konstrukte nutzen Marktschwankungen, um über Aktienemissionen weiteres Kapital für Krypto-Käufe zu beschaffen. Doch die Volatilität sinkt seit Jahren.
BNMR Handel ist weitaus am stärksten, Quelle: Bloomberg bzw. VanEck
Ein Beispiel: Bitmine Immersion (BNMR) verkaufte Aktienpakete inklusive Warrants deutlich unter dem rechnerischen Optionswert. Solche Deals wirken kurzfristig attraktiv für Trader, signalisieren aber, dass DATs ihre Volatilität zu günstig abgeben müssen. BNMR unterbewertete sie laut VanEck um rund 75 Prozent.
Fällt die Marktbewegung weiter, wird es für DATs schwer, neue Krypto-Bestände zu finanzieren. Einige Akteure verkaufen bereits selbst Optionen, um Einnahmen zu generieren. Doch dieser Effekt senkt die implizite Volatilität weiter und schwächt langfristig das Geschäftsmodell. Ohne starke Kursschwankungen könnten DATs ihre Expansionsdynamik verlieren.
Solana mit technologischem Schub
Die Bitcoin Alternative erlebte einen volatilen Monat. Mitte September stieg der Kurs kurzzeitig über 250 US-Dollar, fiel dann aber wieder unter 200. Treiber waren Spekulationen rund um ein Solana-ETP und neue Fondsstrukturen, die für zusätzliche Nachfrage sorgten. Insgesamt halten Solana-bezogene DATs inzwischen rund 2,5 Prozent des Token-Angebots.
Technisch stand das Alpenglow-Upgrade im Mittelpunkt. Mit 98 Prozent Zustimmung stimmten die Validatoren für eines der wichtigsten Updates der Solana-Geschichte. Die Neuerung verkürzt die Blockzeit von 12 Sekunden auf 150 Millisekunden und verbessert Effizienz, Validator-Belohnung und Netzwerkstabilität. Parallel plant Solana eine Erhöhung der Blockkapazität um 25 Prozent bis Jahresende.
⚡️SOLANA BIG UPGRADE INCOMING
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Alpenglow upgrade could transform #Solana’s decentralization by distributing validator rewards more evenly. pic.twitter.com/5FbAjPksQb— Coin Bureau (@coinbureau) September 12, 2025
Das neue „P-Token“-Format soll den Rechenaufwand um 95 Prozent reduzieren und die Transaktionsrate um 10 Prozent steigern. Damit stärkt Solana seine Rolle als Plattform für tokenisierte Wertpapiere. Bereits 60 Prozent des Handels mit tokenisierten Aktien laufen über die Solana-Chain, die Stablecoin-Bestände sind auf 14,3 Milliarden US-Dollar angewachsen.
Ethereum und die nächste Upgrade-Phase
Ethereum verlor im September 5 Prozent, blieb aber die aktivste Plattform im DeFi-Bereich. Die Transaktionen sanken leicht um 8,7 Prozent, während das DEX-Volumen um 20 Prozent auf 111,9 Milliarden US-Dollar zurückging. Auch wen der Ethereum Kauf schwächelte, lag das Stablecoin-Transfer-Volumen mit 1,74 Billionen US-Dollar nahe am Rekordwert.
Das nächste große Upgrade Fusaka steht für Dezember 2025 an. Es bringt das System Peer Data Availability Sampling (PeerDAS), mit dem Validatoren Blöcke prüfen können, ohne vollständige Daten laden zu müssen. Dadurch sinkt die Belastung des Netzwerks und die Skalierung der Layer-2-Ketten wird weiter verbessert.
Ethereum Blobs haben neues Ziel erreicht, Quelle: Dune Analytics und VanEck Report
Schon jetzt stammen 60 Prozent der L2-Daten auf Ethereum von Coinbase Base und World Chain. Fusaka könnte Transaktionskosten für L2s deutlich senken und Ethereum so weiter als Basisinfrastruktur stärken. Allerdings verschiebt sich der Werttreiber des Netzwerks: Weg von Fee Burns am L1 hin zur monetären Funktion von ETH als Wertaufbewahrung und Staking-Asset.
Perp-DEXs übernehmen das Feld
Am dynamischsten entwickelte sich der Markt für Perpetual DEXs. Hyperliquid und Aster konnten im September zusammen rund 32 Prozent aller Blockchain-Gebühren auf sich vereinen. Hyperliquid läuft auf einer eigenen Layer-1 und bietet mit Onchain-Orderbuch eine CEX-ähnliche Handelserfahrung – kombiniert mit dezentraler Verwahrung. Das überzeugte institutionelle und private Trader gleichermaßen, viele erwarten schon bald eine Altcoin Season, wo dies besonders wichtig werden könnte.
Das native Token HYPE ermöglicht es Stakern, an den Plattformerlösen zu partizipieren. Mit 12,2 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung und 976 Millionen US-Dollar Jahresumsatz liegt das P/S-Verhältnis bei 12,5 – ähnlich wie bei Coinbase.
Aster sorgte mit massiven Airdrops und einem 4 Prozent Points Programm für enormes Volumen. Seit Start stieg das Token um über 1.600 Prozent, doch vieles davon dürfte auf „Farming“ statt echte Nachfrage zurückgehen. Während Hyperliquid mit tiefer Liquidität und Stabilität punktet, muss Aster noch beweisen, dass das Interesse anhält.
Mit dieser Entwicklung wird klar: Der DeFi-Sektor verlagert sich stark in Richtung Derivate. Perp-DEXs sind nicht mehr nur eine Nische – sie bilden inzwischen das neue Zentrum des Onchain-Handels.
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