Als Reaktion auf das jüngste Supreme Court Urteil nutzt US-Präsident Trump den Trade Act von 1974 für neue Zölle. Der Markt reagiert volatil.
Das Wichtigste im Überblick:
- Zollschock 2.0: Nach einem für Trump negativen Supreme Court Urteil weicht die US-Regierung auf den Trade Act von 1974 aus, um Zölle auf 15 % zu erhöhen.
- Marktreaktion: Bitcoin korrigierte kurzzeitig auf 65.600 US-Dollar (-3,3 %), während Altcoins wie Solana stärkere Verluste von über 7 % verzeichneten.
- Liquidationskaskaden: Long-Positionen im Wert von 360 Millionen US-Dollar wurden laut Coinglass liquidiert, was den Abwärtsdruck beschleunigte.
- Institutionelle Abflüsse: Bitcoin-ETFs verzeichneten Abflüsse von 3,8 Milliarden US-Dollar in fünf Wochen, wobei der BlackRock IBIT besonders betroffen ist.
- Vergleichswert: Die Panik fällt im Vergleich zum Oktober 2025 geringer aus, was auf eine zunehmende Abstumpfung des Marktes gegenüber geopolitischen Störfeuern hindeutet.
Die erneute Eskalation im globalen Handelsstreit hat die Krypto-Märkte zu Wochenbeginn erfasst, doch der befürchtete Totalabsturz blieb aus. Nachdem der Oberste Gerichtshof Trumps Nutzung von Notstandsrechten zur Zollerhöhung eingeschränkt hatte, kündigte der US-Präsident überraschend eine Anhebung der globalen Zölle auf 15 Prozent an, gestützt auf „Section 122“ des Trade Act von 1974. Während Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) unter dem unmittelbaren Druck nachgaben, deuten On-Chain-Daten darauf hin, dass die Bitcoin Resilienz deutlich ausgeprägter ist als noch beim „Zoll-Crash“ im vergangenen Jahr.
Historischer Vergleich: 2026 vs. 2025
Die aktuelle Marktlage weckt ungute Erinnerungen 2025, als erste protektionistische Maßnahmen der US-Administration den Kryptomarkt um fast 29 Prozent einbrechen ließen. 2026 zeigt jedoch eine veränderte Marktdynamik. Während die Ankündigung von 15-Prozent-Zöllen zweifellos belastend wirkt, fällt die Korrektur mit rund 3 bis 5 Prozent bei den Marktführern vergleichsweise moderat aus.
Daten zeigen, dass Ethereum sich trotz des Rückgangs auf 1.880 US-Dollar in einer Zone bewegt, die von langfristigen Investoren noch immer als Akkumulationsbereich betrachtet wird. Zuletzt hatten wir hier eine Bereinigung im Derivate-Sektor durch überhebelte Positionen gesehen, während Spot-Verkäufe weniger aggressiv ausfallen. Diese Abverkäufe markieren historisch oft Wendepunkte, an denen ‚Smart Money‘ die tieferen Kurse nutzt, um Bestände aufzubauen.
On-Chain-Daten und Krypto-Marktanalyse
Quelle: CryptoQuant
Der jüngste Kursrutsch war primär durch den Futures-Markt getrieben wurde. Der Dip löste hierbei Liquidationen von Long-Positionen im Umfang von 360 Millionen US-Dollar aus. Dies ist ein klassisches „Flush-Out“-Szenario, bei dem überoptimistische Trader aus dem Markt gedrängt werden.
Dennoch gibt es Warnsignale. Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock verlor innerhalb von fünf Wochen über 2,13 Milliarden US-Dollar an Assets under Management. Dieser Trend der institutionellen Risikoaversion dürfte mit der Unsicherheit über die makroökonomischen Folgen von Trumps Zöllen weiter anhalten.
Quelle: Coinglass
Gleichzeitig zeigen On-Chain-Indikatoren wie das MVRV Z-Verhältnis, dass sich Bitcoin einem Bereich nähert, welcher auf eine deutliche Unterbewertung hindeuten würde. Besonders bei Ethereum deutet die fundamentale Lage auf eine Diskrepanz zwischen Preis und Netzwerkwert hin. On-Chain-Daten zur Layer-2-Aktivität suggerieren weiterhin eine intakte fundamentale Nachfrage, die durch die makroökonomisch bedingte Preiskorrektur derzeit überlagert wird.
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Was bedeutet das für deutsche Anleger?
Für Investoren in Deutschland ergibt sich aus der Gemengelage ein zweischneidiges Schwert. Ein erneutes Aufflammen eines Handelskrieges zwischen den USA und der EU könnte den Euro gegenüber dem US-Dollar schwächen, falls die EU mit Gegenmaßnahmen zögert oder wirtschaftlich stärker betroffen ist. Ein starker Dollar drückt traditionell auf den Bitcoin-Kurs in USD, doch für Euro-Anleger könnte Bitcoin als Absicherung gegen eine Währungsabwertung an Attraktivität gewinnen.
Kritische Marken und Szenarien
Die kommenden Tage sind entscheidend. Sollte Bitcoin die Marke von 65.000 US-Dollar nachhaltig unterschreiten, droht ein Test der unteren Support-Zonen im Bereich von 60.000 bis 62.000 US-Dollar. Ein solches Szenario würde wahrscheinlich eintreten, wenn die EU harsche Vergeltungszölle ankündigt und sich die Fronten verhärten.
Bullisch hingegen wäre eine Stabilisierung oberhalb von 66.000 US-Dollar, sobald der Markt realisiert, dass Trumps Zölle möglicherweise wieder durch Gerichte oder Ausnahmeregelungen (z.B. für Rohstoffe) aufgeweicht werden könnten. Historische Daten weisen darauf hin, dass geopolitische Dips oft schnell aufgekauft werden.
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