Solana erlebt derzeit eine der schwierigsten Phasen seiner jüngeren Geschichte. Der Kurs ist weit von seinen Höchstständen entfernt, die Stimmung unter Anlegern hat sich deutlich eingetrübt und zahlreiche Marktteilnehmer stellen die Zukunft des Netzwerks infrage. Gleichzeitig zeigen aktuelle On-Chain-Daten und Handelsstatistiken jedoch ein überraschend anderes Bild.

Während technische Analysten auf historisch überverkaufte Kursniveaus hinweisen, wächst die Aktivität im Solana-Ökosystem weiter. Besonders im Bereich DeFi und Derivatehandel konnte das Netzwerk zuletzt sogar Ethereum hinter sich lassen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Solana-Kurs ist rund 80 Prozent vom Allzeithoch entfernt und weist laut Analysten die stärkste Überverkauft-Situation seiner Geschichte auf.
  • Trotz des Kursrückgangs bleiben die Netzwerkaktivität und die Nutzerzahlen hoch. Mehr als 600.000 Wallets führen täglich mindestens zehn Transaktionen aus.
  • Im DeFi-Bereich übertraf Solana zuletzt Ethereum deutlich bei Perpetual-Futures- und DEX-Aggregator-Volumen und baut seinen Marktanteil weiter aus.

Historische Schwäche beim RSI

Mehrere Analysten verweisen aktuell auf technische Kennzahlen, die auf eine außergewöhnliche Marktphase hindeuten.
Laut Ash Crypto befindet sich Solana inzwischen rund 80 Prozent unter seinem Allzeithoch. Gleichzeitig wurden erstmals acht rote Monatskerzen in Folge verzeichnet – ein Ereignis, das es in der Geschichte des Netzwerks bislang noch nie gegeben hat.

Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei der Relative-Stärke-Index (RSI) auf Monatsbasis. Dieser signalisiert laut der Analyse eine stärkere Überverkauft-Situation als während des FTX-Crashs Ende 2022, als Solana zeitweise bis auf rund 8 US-Dollar gefallen war.

Historisch wurden vergleichbare RSI-Werte häufig in Phasen extremer Marktpanik erreicht, die sich später als bedeutende Wendepunkte herausstellten.

Wichtige Unterstützung wurde unterschritten

Auch charttechnisch befindet sich Solana an einer entscheidenden Stelle.

Der Analyst Crypto Tice verweist auf eine langfristige Unterstützungslinie, die bereits während des Bärenmarktes 2022 und 2023 mehrfach verteidigt wurde. Diese Struktur bildete damals die Grundlage für die anschließende Rallye auf neue Höchststände.
Mittlerweile wurde diese Trendlinie jedoch unterschritten.

Aus Sicht der Charttechnik entsteht dadurch eine kritische Situation. Sollte es Solana gelingen, die verlorene Zone zurückzuerobern, könnte dies den Grundstein für eine größere Erholungsbewegung legen. Bleibt der Kurs dagegen unterhalb der ehemaligen Unterstützung, würden sich die Risiken weiterer Abwärtsbewegungen erhöhen.

Die nächsten Wochen dürften daher entscheidend für den mittelfristigen Trend werden.

Nutzer bleiben dem Netzwerk treu

Während viele Anleger ihre Positionen reduzieren, zeigen die Fundamentaldaten weiterhin Stärke.
Daten von Blockworks zufolge führen täglich mehr als 600.000 Wallets mindestens zehn Transaktionen auf Solana durch. Diese hohe Aktivität deutet darauf hin, dass das Netzwerk weiterhin intensiv genutzt wird – trotz der negativen Marktstimmung.

Analysten sehen darin einen wichtigen Unterschied zu vielen früheren Marktphasen, in denen sinkende Kurse häufig auch mit einem deutlichen Rückgang der Nutzung einhergingen.

Die stabilen Aktivitätszahlen sprechen dafür, dass zahlreiche Nutzer weiterhin Anwendungen, DeFi-Protokolle und andere Dienste innerhalb des Solana-Ökosystems verwenden.


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Solana dominiert beim Handelsvolumen

Zusätzliche Unterstützung liefern aktuelle Daten aus dem DeFi-Sektor.
Laut Zahlen von DeFiLlama lag das Perpetual-Futures-Volumen auf Solana zuletzt bei rund 19 Milliarden US-Dollar innerhalb einer Woche. Ethereum erreichte im gleichen Zeitraum lediglich etwa 10,1 Milliarden US-Dollar.

Damit verzeichnete Solana einen Vorsprung von knapp 89 Prozent.

Auch bei DEX-Aggregatoren konnte sich das Netzwerk deutlich absetzen. Hier wurden rund 10,2 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen verarbeitet, verglichen mit etwa 4,8 Milliarden US-Dollar auf Ethereum.

Der Vorsprung von mehr als 100 Prozent verdeutlicht, dass Solana weiterhin eine zentrale Rolle im Bereich des dezentralen Handels einnimmt.

Zwischen Panik und Fundamentaldaten

Die aktuelle Situation bei Solana zeigt die zunehmende Diskrepanz zwischen Marktstimmung und Netzwerkentwicklung.
Auf der einen Seite steht ein Kurs, der sich nahe mehrjähriger Tiefstände bewegt und technische Indikatoren auf Extremwerte drückt. Auf der anderen Seite verzeichnet das Netzwerk weiterhin hohe Nutzerzahlen, starke Handelsaktivität und eine zunehmende Dominanz gegenüber Ethereum in wichtigen DeFi-Kennzahlen.

Ob sich daraus tatsächlich ein langfristiger Boden entwickelt, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Die aktuellen Daten sprechen jedoch dafür, dass Solana trotz des massiven Kursrückgangs weiterhin zu den aktivsten und meistgenutzten Blockchain-Netzwerken des Marktes gehört.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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