Der Bitcoin-Kurs hat zum Wochenbeginn erneut eine wichtige Unterstützungszone getestet und dabei die Marke von 98.437 US-Dollar erreicht. Dieses Preisniveau entspricht der 138-Prozent-Extension einer internen dritten Welle und stellt in der Elliott-Wellen-Analyse einen typischen Zielbereich dar. Die Bewegung fügt sich in das größere Bild eines sogenannten „Ending Diagonals“ ein – einem abschließenden Muster, das sich seit dem Zwischenhoch am 9. Juni gebildet hat und typischerweise ein Ende einer größeren Korrektur andeutet.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin hat mit 98.437 US-Dollar ein wichtiges Ziellevel laut Elliott-Wellen-Analyse erreicht.
  • Das aktuelle Muster entspricht einem „Ending Diagonal“ in der finalen C-Welle – weitere Tiefs möglich.
  • Ein kurzfristiger Ausbruch über 101.867 US-Dollar könnte die Struktur verändern, aber noch nicht entkräften.
  • Erst oberhalb von 104.044 US-Dollar wäre ein bullischer Strukturbruch wahrscheinlich.
  • Die Serie tieferer Hochs und Tiefs bleibt intakt – kurzfristige Gegenbewegungen gelten als korrektiv.

 

Elliott Wellen Struktur

Die übergeordnete Struktur ist aktuell als ABC-Korrektur zu interpretieren. Das Hoch vom 9. Juni markiert dabei den Beginn der B-Welle, auf die nun eine abschließende C-Welle nach unten folgt. Innerhalb dieser C-Welle hat sich inzwischen eine dritte Welle ausgebildet, die nach klassischer Lesart noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Etwa 60 % dieser dritten Welle scheinen bereits gelaufen zu sein – ein Indiz dafür, dass kurzfristig noch ein weiterer Rücksetzer möglich ist, bevor eine temporäre Gegenbewegung einsetzt.

Analyse Elliott Wellen von Bitcoin

Elliott Wellenanlyse von More Crypto Online auf https://www.youtube.com/watch?v=wiZKBgNpBwI

 

Idealerweise würde der Kurs nun noch ein tieferes Tief in der Kreis-Welle 3 markieren, bevor es zu einer kleinen Erholung in Welle 4 und anschließend zu einem letzten Abverkauf in Welle 5 kommt. Erst wenn dieser finale Schub nach unten abgeschlossen ist, wäre die Struktur der gesamten Korrektur vollendet – mit entsprechender Relevanz für mittelfristige Long-Szenarien und einer guten Gelegenheit zum Bitcoin kaufen.

Kurzfristige Betrachtung

In der kurzfristigen Betrachtung liegt der Fokus derzeit auf den Mikro-Zonen. Die Spanne zwischen kurzfristiger Unterstützung und Widerstand wurde in den letzten Stunden mehrfach getestet. Nach dem Erreichen der Zielmarke bei 98.437 US-Dollar ist der Kurs zunächst abgeprallt und hat die erste Mikroresistenz angelaufen. Die Futures-Eröffnung zum Wochenstart sorgte dabei für zusätzliche Schwankungen, die typisch für die Marktöffnung am Montagmorgen sind.

Ein möglicher Ausbruch über den ersten Mikro-Widerstand würde das aktuelle Szenario nicht sofort entkräften, könnte jedoch eine alternative Zählweise aktivieren. Besonders relevant ist dabei das Level bei 101.867 US-Dollar. Ein klarer Bruch dieser Marke würde darauf hindeuten, dass sich die Struktur möglicherweise verschiebt – etwa durch eine Verschiebung der B-Welle und eine verzögerte C-Welle, die sich dann weiter nach unten ausdehnt. Der Fokus liegt jedoch auf einer noch wichtigeren Zone: Erst oberhalb von 104.044 US-Dollar wäre ein bestätigter Trendbruch gegeben, der das derzeitige bärische Muster aufheben könnte.

Diese Marke stellt somit das zentrale Niveau dar, das über Fortsetzung oder Beendigung der aktuellen Abwärtsstruktur entscheidet. Ein Sprung über diese Hürde würde eine erweiterte dritte Welle nach unten ausschließen und könnte erste bullische Signale liefern. Bis dahin bleibt das Setup jedoch anfällig – vor allem für kurzfristige Fehlausbrüche und Richtungswechsel.

B-Welle und Abverkauf?

Auch wenn ein Anstieg über die erste Widerstandsmarke auf den ersten Blick positiv wirkt, könnte er im Kontext der Elliott-Wellen-Theorie eine neue korrektive Struktur andeuten. In diesem Fall würde die vermeintliche Erholung lediglich Teil einer fortlaufenden B-Welle sein, der dann noch ein weiterer Abverkauf in Form einer C-Welle folgt. Diese Möglichkeit würde das Ende der laufenden Korrektur weiter hinauszögern und die Gesamtsituation aus charttechnischer Sicht noch komplexer machen.

Technisch bleibt der Markt also klar unter Druck. Die Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs ist bislang intakt – ein klassisches Muster für einen intakten Abwärtstrend. Für eine nachhaltige Trendwende wären hingegen klare fünfwellige Bewegungen nach oben notwendig, die aktuell nicht zu erkennen sind. Stattdessen dominiert nach wie vor die Abfolge impulsiver Abwärts- und korrektiver Aufwärtsbewegungen, wie sie für Korrekturphasen typisch sind.

Ein Blick auf das Volumen und die Marktstimmung bestätigt die vorsichtige Haltung vieler Trader. Die Unsicherheit rund um makroökonomische Entwicklungen sowie regulatorische Fragen im Kryptobereich lasten weiterhin auf dem Markt. Solange sich der Preis nicht aus den genannten technischen Strukturen befreien kann, ist mit weiteren Tests tieferer Unterstützungsniveaus zu rechnen. Dennoch wird auch die politosche Lage einen entscheidenden Teil zum weiteren Verlauf beitragen.

 

Besonders spannend dürfte der weitere Verlauf in den kommenden Tagen werden. Sollte sich das angedeutete Elliott-Muster planmäßig fortsetzen, könnte ein letzter impulsiver Abverkauf bevorstehen. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit einer kurzfristigen Gegenbewegung bestehen – diese wäre jedoch aus Sicht der aktuellen Struktur eher als temporäre Erholung einzuordnen und nicht als Beginn eines neuen Aufwärtstrends.

Insgesamt zeigt sich die Bitcoin Aussichten technisch angeschlagen und bewegen sich weiterhin innerhalb eines korrektiven Musters. Die nächsten Tage dürften entscheidend dafür sein, ob das bearishe Szenario seine finale Phase erreicht oder sich durch einen impulsiven Ausbruch nach oben eine alternative Struktur bildet. Bis dahin bleibt Vorsicht geboten – insbesondere bei kurzfristigen Trades innerhalb enger Preiszonen.

 

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Stefan Haas
Stefan Haas

Nach dem Maschinenbaustudium war Stefan mehrere Jahre als leitender Angestellter tätig, bevor er 2020 in die Selbstständigkeit wechselte. Erste Berührungspunkte mit Bitcoin hatte er bereits 2016 – damals noch im kurzfristigen Trading. Später baute und betrieb er ein eigenes Mining... Mehr lesen

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