Bitcoin kann sich nach dem jüngsten Rücksetzer weiterhin im Bereich von 64.000 US-Dollar behaupten. Zwar fehlt es dem Kryptomarkt unverändert an dynamischem Kaufdruck, doch ein erneuter massiver Abverkauf bleibt bislang ebenfalls aus. Damit wirkt die Kursentwicklung vergleichsweise stabil und resilient.

Besonders wichtig: Die Tiefs des laufenden Bärenmarktes halten mittlerweile seit mehreren Monaten. Bitcoin scheint somit schrittweise einen belastbaren Boden auszubilden. Nun liefert auch eine On-Chain-Kennzahl neue Hoffnung. Immer mehr Bitcoin werden seit mindestens einem Jahr nicht bewegt – ein Hinweis darauf, dass langfristige Anleger trotz zwischenzeitlicher Verluste offenbar nicht verkaufen möchten. Aktuell notiert Bitcoin knapp unter 64.000 US-Dollar. Doch was zeigen uns die neusten Bitcoin Prognosen?

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin hält 64.000 Dollar und zeigt weiterhin bemerkenswerte relative Stabilität..
  • Langfristige Anleger verkaufen kaum und stärken damit die aktuelle Bodenbildung.
  • Schwache Nachfrage verhindert bislang jedoch eine dynamische und nachhaltige Erholung.
  • MVRV Z-Score signalisiert günstigste Bitcoin-Bewertung seit dem Jahr 2023.

Langfristige Anleger akkumulieren Bitcoin – doch die Nachfrage bleibt entscheidend

Die betrachtete Kennzahl misst, wie viele Bitcoin seit mehr als einem Jahr nicht mehr bewegt wurden. Seit Dezember steigt dieser Bestand kontinuierlich an. Zuletzt hat sich die Entwicklung sogar beschleunigt: Im monatlichen Durchschnitt kommen demnach rund 217.000 Bitcoin hinzu, die inzwischen länger als zwölf Monate gehalten werden.

Grundsätzlich ist das zunächst positiv. Viele Anleger, die ihre Bitcoin vor mehr als einem Jahr und teilweise zu deutlich höheren Kursen gekauft haben, halten weiterhin an ihren Positionen fest. Trotz des Bärenmarktes und zwischenzeitlicher Buchverluste gelangen diese Coins nicht zurück auf den Markt. Dadurch sinkt das unmittelbar verfügbare Angebot, während sich eine stabilere Basis aus überzeugten Langfristinvestoren bildet. Ein solcher Prozess war historisch häufig während schwacher Marktphasen zu beobachten.

Allerdings besitzt die Entwicklung auch eine weniger bullische Seite. In starken Aufwärtsbewegungen fällt die Veränderung des langfristig gehaltenen Angebots häufig negativ aus. Dann realisieren ältere Anleger Gewinne, während neue Marktteilnehmer und kurzfristige Investoren die angebotenen Bitcoin aufnehmen. Derzeit steigt der langfristig gebundene Bestand hingegen weiter. Das zeigt zwar eine hohe Überzeugung der bestehenden Halter, deutet zugleich aber auf eine noch begrenzte Nachfrage neuer Käufer hin.

Bitcoin baut somit möglicherweise die Grundlage für eine nachhaltige Erholung auf. Für eine echte Trendwende reicht ein knappes Angebot allein jedoch nicht aus. Entscheidend wäre, dass zusätzlich frisches Kapital in den Markt fließt und die Nachfrage wieder sichtbar anzieht. Bis dahin spricht die Kennzahl eher für eine fortschreitende Bodenbildung als für den unmittelbaren Beginn einer neuen Rallye.

MVRV Z-Score signalisiert günstigste Bitcoin-Bewertung seit 2023

Auch der MVRV Z-Score liefert derzeit ein konstruktives Signal für Bitcoin. Die Kennzahl setzt den aktuellen Marktwert aller Bitcoin ins Verhältnis zum sogenannten realisierten Wert. Dieser basiert nicht auf dem heutigen Kurs, sondern auf dem Preis, zu dem die einzelnen Coins zuletzt bewegt wurden. Dadurch lässt sich besser einschätzen, ob Bitcoin gemessen an der Kostenbasis der Anleger eher teuer oder günstig bewertet ist.

Ein hoher MVRV Z-Score deutet historisch auf starke Buchgewinne und eine mögliche Überbewertung hin. Werte nahe null oder im negativen Bereich sprechen dagegen für eine deutlich niedrigere Bewertung und waren häufig in der Nähe langfristiger Marktphasen zu beobachten. Aktuell ist der Indikator auf ungefähr 0,4 gefallen. Damit befindet sich Bitcoin bewertungsseitig auf dem günstigsten Niveau seit Anfang 2023.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Bitcoin-Kurs weiterhin klar über den damaligen Niveaus liegt. Dennoch sind die nicht realisierten Gewinne im Netzwerk stark zurückgegangen. Das zeigt, wie umfassend die vorherige Überhitzung inzwischen abgebaut wurde. Ein unmittelbares Kaufsignal ist der MVRV Z-Score zwar nicht. Die Kennzahl deutet jedoch darauf hin, dass das Abwärtsrisiko aus Bewertungssicht deutlich geringer geworden ist und Bitcoin aktuell eine zunehmend attraktive Ausgangslage für langfristige Anleger aufbaut.

bitcoin

Weniger Spekulanten machen die Bitcoin-Struktur zunehmend stabiler

Auch die Verteilung zwischen kurz- und langfristigen Bitcoin-Anlegern wirkt grundsätzlich konstruktiv. Der Anteil der Short-Term Holder ist auf rund 23 Prozent gefallen und liegt damit so niedrig wie zuletzt während der Bodenbildungsphase 2022 und 2023. Gleichzeitig nähert sich der Anteil der Long-Term Holder historischen Höchstständen. Bitcoin wandert damit zunehmend aus den Händen kurzfristig orientierter Spekulanten zu Anlegern mit längerer Haltedauer.

Das reduziert potenziell den unmittelbaren Verkaufsdruck, da langfristige Investoren gewöhnlich weniger sensibel auf kurzfristige Kursschwankungen reagieren. Zugleich werden die Coins seltener bewegt, was für eine zunehmende Angebotsverknappung spricht. Vollständig bullisch ist das Signal dennoch nicht: Die geringe Aktivität zeigt auch, dass die Nachfrage neuer Käufer bislang schwach bleibt. Für eine bestätigte Trendwende müsste der Anteil kurzfristiger Halter wieder steigen, begleitet von höherem Handelsvolumen und nachhaltigem Kaufdruck. Die aktuelle Entwicklung schafft somit eine solide Basis, ersetzt aber noch keine echte Nachfrageerholung.

Fazit: Bitcoin baut eine immer stabilere Bodenstruktur auf

Insgesamt verdichten sich die Hinweise auf eine fortschreitende Bodenbildung. Bitcoin hält wichtige Kursbereiche, langfristige Anleger verkaufen kaum und der MVRV Z-Score signalisiert die günstigste Bewertung seit 2023. Gleichzeitig sinkt der Anteil spekulativer Marktteilnehmer deutlich. Damit nimmt das verfügbare Angebot ab, während die Marktstruktur robuster wird. Für eine nachhaltige Rallye fehlt jedoch weiterhin der entscheidende Auslöser: frische Nachfrage. Erst wenn neues Kapital in den Markt fließt und kurzfristige Anleger kontrolliert zurückkehren, wäre die Trendwende überzeugend bestätigt.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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