Der Kryptomarkt startet schwach in die neue Handelswoche und auch XRP gerät erneut unter Druck. Die Kryptowährung fällt wieder unter die Marke von 1,40 US-Dollar zurück und notiert aktuell nur noch bei rund 1,38 US-Dollar. Damit scheiterte zuletzt auch der wichtige Ausbruch über 1,50 US-Dollar, den viele Trader als Signal für eine größere Trendwende beobachtet hatten.
Auf Wochensicht summieren sich die Verluste inzwischen deutlich. Dennoch bleibt die Stimmung unter einigen Analysten überraschend konstruktiv. Gerade die zuletzt stark zurückgehende Aktivität im XRP-Netzwerk und am Derivatemarkt könnte laut Experten sogar die Grundlage für einen größeren Rebound bilden.
Das Wichtigste im Überblick:
- XRP scheitert an 1,50 Dollar und fällt deutlich zurück.
- Analysten sehen dennoch Chance auf massive Volatilitäts-Explosion bei XRP.
- On-Chain-Daten und Börsenzuflüsse belasten aktuell bullisches Setup deutlich.
Analyst sieht bei XRP Chance für starken Rebound
Der CryptoQuant-Analyst „CryptoOnChain“ spricht aktuell von einem sogenannten „Volatility Vacuum“ bei XRP. Gemeint ist damit eine Phase extrem geringer spekulativer Aktivität, in der sowohl On-Chain-Daten als auch der Futures-Markt deutlich abkühlen. Laut den aktuellen Daten fiel die Zahl der täglichen XRP-Ledger-Transaktionen in den vergangenen drei Monaten um rund 20 Prozent auf nur noch etwa 1,78 Millionen Transaktionen pro Tag. Gleichzeitig ging auch die Hebelwirkung am Futures-Markt massiv zurück.
Besonders auffällig ist dabei die sogenannte Estimated Leverage Ratio auf Binance. Diese fiel laut den Daten auf nur noch 0,173 und liegt damit deutlich unter dem jüngsten Hoch von 0,260. Die Grafik zeigt zudem, dass Liquidationen zuletzt regelrecht kollabierten und um rund 99 Prozent zurückgingen. Genau das interpretiert der Analyst jedoch nicht zwingend bearish. Stattdessen sieht er darin eine Art „Reset“ des Marktes. Viele spekulative Long-Positionen seien bereits aus dem Markt gespült worden. Dadurch nehme der Verkaufsdruck kurzfristig ab.
CryptoQuant analyst CryptoOnChain says $XRP is undergoing a “volatility vacuum” as trading activity and leverage decline.. #Ripple
XRP climbed to $1.58 on May 14 before falling to $1.38 during the wider crypto market correction.
XRP Ledger daily transactions dropped 20% over… pic.twitter.com/4CYx5sXrsr
— TheCryptoBasic (@thecryptobasic) May 19, 2026
Auch die Funding Rates drehen laut den Daten inzwischen wieder leicht ins Negative. Das deutet darauf hin, dass Trader aktuell eher vorsichtig bis bearish positioniert sind. Historisch entstanden größere Aufwärtsbewegungen häufig genau in solchen Phasen extremer Marktapathie. Der Analyst argumentiert deshalb, dass XRP derzeit in einer Art Spannungsphase steckt. Sobald ein neuer Katalysator auf den Markt trifft, könnte die geringe Positionierung vieler Trader zu einer schnellen Volatilitätsexpansion führen.
Unterstützung erhält diese Einschätzung auch vom bekannten Analysten Ali Martinez. Dieser erklärte zuletzt, dass ein nachhaltiger Schlusskurs über 1,50 US-Dollar XRP wieder in Richtung 1,80 US-Dollar treiben könnte. Genau diese Zone gilt nun für viele Trader als entscheidender Widerstand für eine mögliche Trendwende.
Glassnode-Daten zeigen schwaches Momentum im XRP-Ökosystem
Nicht alle aktuellen On-Chain-Daten sprechen derzeit für eine schnelle Trendwende bei XRP. Besonders der Glassnode-Indikator „Active Address Momentum“ zeigt seit Monaten eher eine Kontraktion im XRP-Ökosystem. Dabei vergleicht die Metrik den kurzfristigen Durchschnitt aktiver Adressen über 30 Tage mit dem langfristigen 365-Tage-Durchschnitt. Steigt die kurzfristige Aktivität über den langfristigen Trend, deutet das meist auf wachsendes Nutzerinteresse und Momentum hin. Genau das war im Sommer 2025 kurzfristig zu beobachten, als die aktiven Adressen stark anzogen und XRP gleichzeitig deutlich steigen konnte.
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Seit August 2025 zeigt sich jedoch das Gegenteil. Die 30-Tage-Linie fiel wieder unter den langfristigen Durchschnitt zurück und bewegt sich seitdem überwiegend schwach seitwärts. Das signalisiert eine rückläufige Netzwerkaktivität auf dem XRP Ledger. Neue Nutzerströme oder stark steigende Transaktionsaktivität bleiben aktuell also aus. Gerade im Vergleich zu früheren Rallye-Phasen fehlt damit bislang das klare On-Chain-Momentum, das größere nachhaltige Kursanstiege oft begleitet.
Auch Börsenzuflüsse sprechen aktuell eher gegen ein bullisches XRP-Setup
Zusätzlich belasten derzeit auch die Daten zur „Exchange Net Position Change“ von Glassnode. Dieser Indikator misst, ob mehr XRP auf Börsen transferiert oder von dort abgezogen werden. Zuflüsse zu Börsen gelten dabei häufig als potenziell bearish, da Anleger ihre Coins oft zum Verkauf auf Handelsplattformen schicken. Genau dieses Bild zeigt sich seit Anfang April zunehmend bei XRP.
Nach den starken Abflüssen im März dominieren zuletzt wieder deutlich häufiger grüne Balken in der Grafik. Das signalisiert steigende Nettozuflüsse an die Börsen. Gleichzeitig konnte der XRP-Kurs trotz dieser Aktivität keine nachhaltige Stärke entwickeln und bewegt sich weiter in einer schwachen Seitwärtsphase rund um 1,38 bis 1,40 US-Dollar.
Damit widersprechen auch diese Daten aktuell dem bullischen Rebound-Szenario vieler Trader. Solange größere Mengen XRP an Börsen transferiert werden und keine klaren Abflüsse einsetzen, bleibt das Risiko weiterer Verkäufe erhöht. Für eine nachhaltige Trendwende wäre daher wichtig, dass sich diese Exchange-Flows wieder deutlich stabilisieren.
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