Stablecoins sind längst ein zentrales Fundament des Kryptomarktes geworden. Vor allem Tether mit USDT und Circle mit USDC dominieren das Segment und stellen die wichtigste Liquiditätsquelle für den Handel dar. Doch immer wieder rückt ein sensibles Thema in den Fokus: das Einfrieren von Vermögenswerten.

Während beide Anbieter diese Möglichkeit besitzen, gilt Tether als deutlich aktiver in der Zusammenarbeit mit Behörden. Nun sorgt ein neuer Fall für Aufmerksamkeit – mehr als 340 Millionen US-Dollar wurden eingefroren und werfen erneut Fragen zur Kontrolle von Stablecoins auf.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Tether friert nach Scam über 340 Millionen US-Dollar ein.
  • In den letzten Jahren hat der Stablecoin-Emittent schon über 4,4 Milliarden US-Dollar eingefroren.
  • Nach Kritik an Circle beim Drift-Hack übernimmt Tether mit USDT die zentrale Rolle beim Solana-Protokoll.

Tether friert über 344 Millionen US-Dollar ein – das steckt dahinter

Am 23. April 2026 bestätigte Tether, dass gemeinsam mit US-Behörden mehr als 344 Millionen US-Dollar in USDT eingefroren wurden. Konkret betraf die Maßnahme zwei Wallet-Adressen, die laut Ermittlern mit illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen sollen. Die Sperrung erfolgte unmittelbar nach der Identifizierung der Adressen, um eine weitere Bewegung der Gelder zu verhindern.

Die Grundlage für diesen Schritt lieferten Informationen mehrerer US-Behörden, darunter auch Erkenntnisse im Zusammenhang mit Sanktionsevasion und kriminellen Netzwerken. Tether betont in diesem Zusammenhang seine enge Kooperation mit internationalen Strafverfolgungsbehörden. Insgesamt arbeitet das Unternehmen inzwischen mit mehr als 340 Behörden in 65 Ländern zusammen. Diese Kooperation geht weit über eine rein reaktive Rolle hinaus: Tether greift aktiv in laufende Ermittlungen ein und kann Vermögenswerte einfrieren, noch bevor sie weiter transferiert werden.

Ein entscheidender Vorteil öffentlicher Blockchains spielt hierbei eine zentrale Rolle. Anders als bei Bargeld hinterlassen Transaktionen eine nachvollziehbare Spur. Wallets können markiert, Bewegungen analysiert und Gelder gezielt gestoppt werden. Genau diese Transparenz nutzt Tether laut eigenen Angaben in Kombination mit Echtzeit-Monitoring, um schneller als viele andere Marktteilnehmer zu reagieren.

CEO Paolo Ardoino unterstreicht diese Strategie deutlich: USDT sei kein sicherer Hafen für illegale Aktivitäten. Sobald belastbare Hinweise auf kriminelle Verbindungen vorliegen, werde konsequent gehandelt. Diese klare Linie ist Teil einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Missbrauch und orientiert sich unter anderem an den Richtlinien der Office of Foreign Assets Control (OFAC), insbesondere der SDN-Liste sanktionierter Personen und Organisationen.

Die aktuelle Maßnahme ist dabei kein Einzelfall. Insgesamt hat Tether nach eigenen Angaben bereits über 4,4 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten eingefroren, davon mehr als 2,1 Milliarden US-Dollar in Zusammenarbeit mit US-Behörden. Frühere Fälle umfassen unter anderem Maßnahmen gegen groß angelegte Betrugsmodelle wie sogenannte „Pig Butchering“-Scams, bei denen ebenfalls hohe Summen sichergestellt wurden.


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Kritik nach Drift-Hack: Circle zögert – Tether greift ein

Der jüngste Hack rund um Drift Protocol hat erneut die Schwächen im Umgang mit Sicherheitsvorfällen im DeFi-Sektor offengelegt. Nach dem Angriff, bei dem erhebliche Summen entwendet wurden, richtete sich die Aufmerksamkeit schnell auf die großen Stablecoin-Emittenten – insbesondere auf Circle. Kritiker bemängelten, dass Circle trotz technischer Möglichkeiten nicht schnell genug reagierte, um gestohlene Gelder in USDC einzufrieren. Gerade in den ersten Stunden nach einem Hack gilt Geschwindigkeit als entscheidender Faktor, da sich Funds in dieser Phase oft noch nachverfolgen und stoppen lassen.

Diese Zurückhaltung sorgte für deutliche Kritik aus der Krypto-Community. Viele Beobachter stellten infrage, ob der Anspruch von USDC als „sicherer“ Stablecoin tatsächlich gerechtfertigt ist, wenn in kritischen Momenten keine unmittelbare Intervention erfolgt. Der Vorwurf: Circle handle zu zögerlich und verliere dadurch wertvolle Zeit, in der Angreifer Gelder verschieben oder waschen können.

Im Kontrast dazu wird Tether deutlich proaktiver wahrgenommen. Im Zuge der Ereignisse rund um Drift unterstützte Tether aktiv Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufarbeitung. Neben der bekannten Kooperation mit Behörden beim Einfrieren verdächtiger Wallets wurde auch eine Zusammenarbeit mit Drift selbst bekannt, um den Neustart des Protokolls zu ermöglichen. Dabei stehen laut Ankündigungen Mittel in Höhe von bis zu 150 Millionen US-Dollar bereit, darunter kreditähnliche Strukturen zur Unterstützung der Recovery.

Diese Entwicklung verstärkt das Narrativ, dass Tether in Krisensituationen schneller und entschlossener agiert. Während Circle stärker regulatorisch geprägt und vorsichtiger agiert, setzt Tether auf unmittelbares Eingreifen.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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