Die ersten zehn Tage des Jahres 2026 sind bereits vergangen, doch an den Kryptomärkten hat sich bislang noch keine echte Aufbruchsstimmung eingestellt. Bitcoin und viele Altcoins bewegen sich in engen Spannen, die große Dynamik lässt weiter auf sich warten und vieles wirkt noch zäh und richtungslos. Genau das könnte sich nun jedoch ändern. In den kommenden Tagen stehen gleich mehrere potenziell marktbewegende Ereignisse an.

In unserer Krypto News Vorschau blicken wir auf die wichtigsten Impulse – von Bitcoin und Inflationsdaten über geopolitische Risiken rund um den Iran bis hin zu Solana, BNB Chain und weiteren spannenden Entwicklungen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Supreme Court-Urteil zu Trumps Zöllen könnte globale Märkte und Bitcoin stark bewegen.
  • Inflationsdaten erhöhen nächste Woche voraussichtlich die Volatilität.
  • Geopolitische Spannungen im Iran bleiben Risiko für Energie-, Aktien- und Kryptomärkte.
  • Bitcoin scheitert weiter an 94.000 US-Dollar und bleibt in fragiler Seitwärtsphase.
  • Niedrige Liquidität macht den Markt anfällig für plötzliche, starke Richtungsbewegungen.
  • US-Senat stimmt über CLARITY Act zur Krypto-Regulierung und Marktstruktur ab.
  • BNB Chain beschleunigt mit Fermi Hard Fork Transaktionen und Finalität deutlich.
  • Solana startet Privacy Hackathon und setzt Fokus stärker auf Onchain-Datenschutz.
  • Polygon präsentiert Open Money Stack als Infrastruktur für globale Krypto-Zahlungen.

Bitcoin vor Richtungsentscheid: Bullisch oder bärisch?

In der kommenden Woche dürfte sich Bitcoin weiterhin in einer besonders spannenden, aber auch fragilen Marktphase bewegen. Der Kurs könnte ein weiteres Mal die Widerstandszone um 94.000 US-Dollar testen, nachdem die Bullen diesen Bereich bereits mehrfach nicht überwinden konnten. Aus technischer Sicht hat sich zuletzt eine Art Seitwärtskanal gebildet, der nach dem vorherigen Impuls nach unten eher als Warnsignal gilt denn als klare Stärke. Auffällig ist zudem, dass die Orderbücher auf beiden Seiten relativ dünn bleiben und unterhalb des aktuellen Preisniveaus nur wenig echte Kaufunterstützung im Spotmarkt liegt.

Gleichzeitig zeigen die Spot-Zuflüsse kaum Dynamik, was auf geringes Interesse und abwartendes Verhalten hindeutet. In diesem Umfeld mit niedriger Liquidität könnte bereits ein vergleichsweise kleiner Impuls ausreichen, um eine größere Bewegung auszulösen. So erwartet der bekannte technische Analyst Dom eine zeitnahe Entscheidung.

Der Analyst Michaël van de Poppe sieht Bitcoin aktuell in einer technisch wichtigen, aber fragilen Ausgangslage. Zwar hält sich der Kurs über dem 21-Tage-Durchschnitt, was grundsätzlich als konstruktives Signal gilt, doch die Lage bleibt laut ihm wackelig. Vor allem die geopolitische Unsicherheit rund um Iran und die USA könnte kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen. Solange Bitcoin jedoch oberhalb der entscheidenden Unterstützungszone bleibt, erwartet van de Poppe eher ein langsames Hochschieben der Kurse. Seine Hauptthese bleibt, dass in den kommenden ein bis zwei Wochen ein Ausbruch über 94.000 US-Dollar in Richtung 100.000 US-Dollar folgen könnte.

Iran-Proteste und ungeklärte US-Unterstützung

In der kommenden Woche wird die Lage im Iran ein wichtiges geopolitisches Thema bleiben, da landesweite Proteste gegen wirtschaftliche Not, steigende Preise und politische Unterdrückung weiterhin andauern. Die Unruhen haben sich über zahlreiche Städte im ganzen Land ausgedehnt und wurden von einem harten Vorgehen der Sicherheitskräfte beantwortet. Gleichzeitig herrscht im Iran ein fast vollständiger Internet-Blackout, der unabhängige Beobachtungen erschwert und die Spannungen weiter erhöht.

Auch auf internationaler Ebene sind die Risiken spürbar. US-Präsident Trump hat wiederholt erklärt, die Vereinigten Staaten seien „bereit zu helfen“, falls das Regime die Proteste gewaltsam niederdrückt, ohne jedoch klarzumachen, wie diese Unterstützung konkret aussehen soll. Das hat in Teheran Befürchtungen ausgelöst, Washington könnte militärische Optionen ernsthaft erwägen – ein Eindruck, der durch die jüngste US-Operation in Venezuela verstärkt wurde. Geopolitische Risiken könnten wieder einmal für Volatilität an den Finanzmärkten sorgen.

Supreme-Court-Urteil als Makro-Risiko

In der kommenden Woche dürfte sich der Fokus der Finanzmärkte auf den US Supreme Court richten. Für den nächsten Mittwoch wird eine Entscheidung zu den von Präsident Trump verhängten Zöllen erwartet, nachdem der Termin ursprünglich schon für den vergangenen Freitag vorgesehen war.

Im Kern geht es um die Frage, ob der Präsident diese weitreichenden Importzölle auf Basis von Notstandsrechten rechtmäßig durchsetzen darf oder ob der Kongress hätte eingebunden werden müssen.

Inflationsdaten könnten Bitcoin bewegen

Ferner werden kommende Woche zwei wichtige US-Inflationsdaten im Fokus der Märkte stehen und voraussichtlich auch Bitcoin beeinflussen. Am Dienstag werden die CPI-Verbraucherpreisdaten für Dezember veröffentlicht, am Mittwoch folgen die PPI-Erzeugerpreise für November. Beide Zahlen gelten als zentrale Indikatoren für den Inflationsdruck in den USA und dürften die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der Federal Reserve spürbar verändern.

Sollten die Daten höher als erwartet ausfallen, könnte das die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen dämpfen und Risiko-Assets unter Druck setzen. Fallen die Werte hingegen schwächer aus, würde das die Spekulation auf eine lockerere Geldpolitik neu anfachen. Entsprechend ist rund um die Veröffentlichungen mit erhöhter Volatilität an den Märkten zu rechnen.

fed zinsen

In rund zweieinhalb Wochen wird die Federal Reserve erneut über die Zinsen entscheiden. Aktuell preist der Markt nach dem Fed-Watch-Tool der CME Group mit rund 95 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Zinspause ein. Die anstehenden Inflationsdaten könnten diese Erwartungen jedoch noch einmal deutlich verschieben.

US-Senat stimmt über Krypto-Regeln ab

Bereits am 15. Januar wird der US-Senat über den sogenannten CLARITY Act abstimmen, der als zentrales „Crypto Market Structure“-Gesetz gilt und erstmals klare Spielregeln für den amerikanischen Kryptomarkt schaffen soll. Das Ziel des Gesetzes ist es, die seit Jahren umstrittene Zuständigkeitsfrage zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Rohstoffbehörde CFTC verbindlich zu klären. Token sollen künftig je nach Struktur entweder als Wertpapiere oder als digitale Rohstoffe eingeordnet werden, was massive rechtliche Unsicherheiten für Börsen, Emittenten und Investoren beseitigen würde.

Darüber hinaus sieht der CLARITY Act ein einheitliches Regelwerk für Handelsplattformen, Broker und Verwahrer vor. Für den Markt wäre das ein möglicher Wendepunkt. Sollte der Senat zustimmen, könnte das Gesetz den Weg für mehr institutionelles Kapital ebnen. Bis das Gesetz Realität wird, dürfte es jedoch noch mehrere Monate dauern.

BNB Chain Fermi Hard Fork bringt schnellere Transaktionen

Am 14. Januar 2026 wird die BNB Chain den lang erwarteten Fermi Hard Fork auf dem Mainnet aktivieren. Dies ist ein technisches Upgrade, das die Leistung der Blockchain deutlich steigern soll. Die wichtigste Änderung ist eine drastische Reduktion der Blockzeiten: Nach dem Upgrade soll ein Block nur noch etwa 0,45 Sekunden statt bisher 0,75 Sekunden dauern, wodurch Transaktionen schneller bestätigt und die Netzwerk-Reaktionszeiten verbessert werden.

Zudem führt Fermi mehrere Protokollverbesserungen ein, darunter erweiterte Abstimmungsregeln für stabilere Fast Finality, effizientere Indexierungsmechanismen sowie Anpassungen für die EVM-Ausführung, die die Effizienz und Zuverlässigkeit erhöhen sollen. Entwickler und Validatoren müssen ihre Software vor der Aktivierung auf die Versionen v1.6.4 oder höher aktualisieren, um nach dem Fork synchron weiterarbeiten zu können.

Technisch soll der Hard Fork vor allem DeFi-Protokollen, On-Chain-Trading und zeitkritischen Anwendungen zugutekommen, da sie von schnelleren Bestätigungen und geringerer Latenz profitieren.

Polygon stellt Open Money Stack Vision vor

Am 13. Januar 2026 wird Polygon seine Vision für den Open Money Stack offiziell präsentieren. Dies ist ein neues Infrastruktur-Framework, das darauf abzielt, geldbezogene Transaktionen und Zahlungen vollständig onchain und interoperabel zu gestalten. Im Kern ist der Open Money Stack ein modularer Baukasten aus diversen Komponenten. Das langfristige Ziel ist es, Geldbewegungen künftig so nahtlos und schnell wie Informationsübertragungen im Internet zu machen. Dann sollen Nutzer nicht mehr über technische Details wie Gebühren oder Chain-Auswahl nachdenken müssen. Die Vision wurde bereits veröffentlicht, die Präsentation am Dienstag soll weitere Einsichten in technische Details und Roadmap-Schritte geben.

Polygon hat hier bereits eine strategische Neuausrichtung angekündigt, die weit über ein einzelnes Produkt-Update hinausgeht. Die Grundidee dahinter ist, Geld genauso frei und reibungslos über das Internet beweglich zu machen wie Informationen. Statt vieler einzelner, fragmentierter Krypto-Dienste will Polygon eine vertikal integrierte Infrastruktur schaffen, die alle wichtigen Bausteine für digitale Zahlungen in einem System vereint. Dazu gehören Blockchain-Rails, Stablecoin-Abwicklung, Wallet-Infrastruktur, On- und Offramps, Interoperabilität, Compliance und Identitätslösungen.

Hinter diesem Ansatz steht die Beobachtung, dass Stablecoins zunehmend als echte Zahlungsinfrastruktur genutzt werden und klassische Finanzsysteme bei Geschwindigkeit, Kosten und globaler Verfügbarkeit an Grenzen stoßen. Polygon sieht hier seine große Chance, weil das Netzwerk bereits mit großen Zahlungsanbietern und Finanzinstitutionen zusammenarbeitet und die technischen Grundlagen vorhanden sind.

Solana Privacy Hackathon startet am 12. Januar

Am 12. Januar 2026 beginnt der Solana Privacy Hackathon. Dies ist ein globaler Entwicklerwettbewerb, der sich auf den Aufbau von privatsphären-orientierten Lösungen im Solana-Ökosystem konzentriert. Der Hackathon läuft bis Ende Januar und lädt Entwickler ein, Tools und Anwendungen für vertrauliche Zahlungen, Datenschutz-Infrastruktur oder andere Privacy-Use-Cases zu bauen.

Der Wettbewerb umfasst mehrere Tracks wie Private Payments, Privacy Tooling und einen offenen Bereich, in dem Projekte mit Fokus auf Zero-Knowledge-Technologien, vertrauliche Token oder Entwickler-Infrastruktur bewertet werden. Während der Hackathon-Phase finden Workshops, virtuelle Sessions und intensives Networking statt, bevor Anfang Februar die Bewertung der Finalbeiträge folgt.

Dieses Event spiegelt Solanas wachsende Fokussierung auf On-Chain-Privatsphäre und Cypherpunk-inspirierte Technologie wider.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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