Bitcoin handelt auf Wochensicht nahezu unverändert, fällt zuletzt jedoch wieder in Richtung 76.000 US-Dollar zurück. Damit bröckelt der Kryptomarkt nach der jüngsten Stabilisierung erneut etwas weg, ohne dass sich bereits eine klare neue Trendrichtung zeigt.
Im Fokus stand zuletzt dennoch besonders DeFi: Während Kurse schwächer tendierten, gab es mehrere fundamentale Entwicklungen bei Handelsplätzen, Yield-Protokollen, Risikoanalyse und Prognosemärkten. Die Nachrichten zeigen, dass im Hintergrund weiter Infrastruktur gebaut wird – trotz verhaltener Marktstimmung.
Das Wichtigste im Überblick:
- Hyperliquid übertrumpft erstmals in der Geschichte Robinhood.
- Pendle und DefiLlama starten neue Angebote.
- Polymarket führt innovatives CLOB V2 ein.
Hyperliquid überholt Robinhood bei Krypto-Umsätzen
Eine der auffälligsten DeFi-Nachrichten kam von Hyperliquid. Das Perp-DEX-Ökosystem erzielte im ersten Quartal laut aktuellen Marktbeobachtungen rund 192,3 Millionen US-Dollar an Protocol Income und lag damit über Robinhoods ausgewiesenem Krypto-Umsatz von 134 Millionen US-Dollar. Robinhood meldete für Q1 zwar insgesamt 1,07 Milliarden US-Dollar Umsatz, doch der Krypto-Bereich fiel um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Robinhood vs Hyperliquid Q1 results
Clear cyclical downtrend in crypto trading. Robinhood crypto revenue fell to $134 million (-39.4% QoQ), while Hyperliquid crypto trading revenue fell to $179.7 million (-31.0% QoQ).
Still, Hyperliquid’s crypto revenue was higher than… pic.twitter.com/6SrI4ySM4m
— shaunda devens (@shaundadevens) April 28, 2026
Bemerkenswert ist dabei der direkte Vergleich zwischen einem krypto-nativen Onchain-Protokoll und einem börsennotierten US-Fintech. Robinhood bleibt als Gesamtunternehmen deutlich größer und profitabler, doch im reinen Krypto-Handel zeigt Hyperliquid inzwischen eine relevante Größenordnung.
Für DeFi ist das deshalb wichtig, weil Perpetual-DEXs zunehmend echte Handelsvolumina, Gebühren und Cashflows generieren. Die Entwicklung unterstreicht, dass dezentrale Handelsinfrastruktur nicht mehr nur experimentell ist, sondern in einzelnen Segmenten bereits mit zentralisierten oder traditionellen Plattformen konkurriert.
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Pendle startet Omnichain PT Swaps
Pendle hat mit Omnichain PT Swaps eine neue Funktion eingeführt, die den Kauf von Principal Tokens über verschiedene Blockchains hinweg vereinfachen soll. Konkret können Nutzer etwa USDT auf der BNB Chain verwenden, um PT-USDG auf Ethereum zu kaufen und den PT anschließend direkt auf BNB Chain zu erhalten. Damit wird ein Vorgang, der zuvor mehrere Bridges, Swaps und manuelle Schritte erforderte, in eine deutlich einfachere Nutzerführung integriert.
Pendle PT,现已加入 OneKey DeFi “豪华午餐”。
买入持有到期,收益锁定。
不用担心利率波动,不盯盘,不焦虑。
零管理费,点开即用。
简单安心,往下看 👇 pic.twitter.com/q4rnkUoePs— OneKey 中文 (@OneKeyCN) April 29, 2026
Principal Tokens sind bei Pendle der Teil eines yield-tragenden Assets, der den Kapitalwert repräsentiert. Bei Fälligkeit können PTs grundsätzlich 1:1 gegen den jeweiligen Accounting Asset eingelöst werden; weil der variable Ertrag vom Yield Token getrennt wird, können PTs mit Abschlag gehandelt werden, woraus sich ein fixer Ertrag bis zur Fälligkeit ergibt.
Für DeFi ist das relevant, weil Fixed-Yield-Produkte einfacher zugänglich werden. Pendle adressiert damit nicht nur Renditejäger, sondern auch Nutzer, die planbare Erträge über mehrere Chains hinweg suchen.
Ostium startet institutionelle Hedging-Schicht
Ostium Labs hat ein größeres Infrastruktur-Upgrade vorgestellt, das das Protokoll stärker mit institutionellen Liquiditäts- und Hedging-Partnern verbindet. Nach Angaben des Teams hedgt die neue Architektur gerichtete Netto-Exposures künftig offchain über institutionelle Marktteilnehmer, darunter Jump, Prime Broker und weitere große Partner. Zuvor musste der öffentliche Liquiditätspool Trades abwickeln und zugleich die gesamte Netto-Richtung des Marktes tragen.
Ostium upgrades backend, adds offchain institutional liquidity providers like Jump https://t.co/zqRz2tAaJE
— The Block (@TheBlockCo) April 28, 2026
Das neue Modell trennt diese Funktionen stärker. Ein separater Kapitalpool routet Netto-Exposures programmatisch an Offchain-Hedging-Partner und rechnet einmal täglich ab. Der öffentliche Pool wird dadurch eher zu einer Intraday-Lending-Schicht, während ein Buffer Layer dazwischen liegt. Laut Ostium soll dies höhere Open-Interest-Grenzen, bessere Ausführung und tiefere Liquidität ermöglichen.
Das Protokoll verweist zudem auf über 50 Milliarden US-Dollar kumuliertes Volumen, fast eine Million Trades und rund 35 Millionen US-Dollar Protokollumsatz. Damit positioniert sich Ostium als Onchain-Zugang zu traditionellen Märkten wie Aktien, Rohstoffen, Indizes, ETFs und FX.
DefiLlama veröffentlicht neue Risk Metrics
DefiLlama hat neue Risk Metrics eingeführt, die DeFi-Risiken greifbarer machen sollen. Die zentrale Idee: Statt nur abstrakt über TVL, Liquidationen oder Sicherheitenquoten zu sprechen, soll sichtbar werden, wie viel Kapital in Lending-Märkten gefährdet wäre, wenn ein bestimmter Token gehackt oder wertlos würde. Damit entsteht eine Art Stresstest für Protokolle, die bestimmte Assets als Collateral akzeptieren.
Der Schritt passt in ein Umfeld, in dem Sicherheitsrisiken wieder stärker im Fokus stehen. DefiLlama führt bereits eine breite Hack-Datenbank.
📈 DefiLlama data shows a brutal decade for DeFi. Since 2016: 600+ hacks, ~$17B–$18B stolen.
The curve tells the story – relatively flat early on, then a sharp acceleration after 2021 as TVL exploded. The 2022–2024 period saw the steepest climb, and 2026 isn’t slowing down.… pic.twitter.com/AbeZ2Yg6p1
— Watcher.News (@watchernewsx) April 28, 2026
Die neuen Metriken erweitern diesen Blick von historischen Schäden hin zu potenziellen Systemrisiken. Besonders für Lending-Protokolle ist das relevant, weil einzelne Collateral-Assets Kaskadeneffekte auslösen können. Die Daten können Nutzern, Analysten und Protokollteams helfen, Konzentrationsrisiken transparenter zu bewerten.
Polymarket startet CLOB v2
Polymarket hat CLOB v2 live geschaltet und damit eines der größten Infrastruktur-Upgrades der Plattform umgesetzt. Laut offizieller Dokumentation läuft die neue Version seit dem 28. April 2026 produktiv auf der bisherigen CLOB-Adresse. Gleichzeitig gibt es keine Rückwärtskompatibilität: Alte V1-SDKs und V1-signierte Orders werden nicht mehr unterstützt, offene Orders vor dem Cutover mussten neu erstellt werden.
Yesterday's CLOBv2 was a major release. 235M PUSD have been migrated so far, and a big credit to the team for the months of work that went into it. CLOBv2 is the first step toward fixing the root cause of failed transactions but standalone isn't the final fix for it.
The final…
— Josh (@devjoshstevens) April 29, 2026
Bereits vor dem Go-live hatte Polymarket die wichtigsten Änderungen beschrieben. Dazu gehören neue Exchange Contracts, ein neu geschriebener CLOB-Backend-Aufbau und pUSD als neuer Collateral Token anstelle von USDC.e. Zudem wurden Order-Strukturen angepasst, Builder Attribution nativ integriert und die Signaturdomain auf Version 2 gehoben.
Für Prognosemärkte ist das relevant, weil Polymarket damit stärker auf professionelle Market Maker, bessere Liquidität und skalierbarere Infrastruktur setzt. In einem Marktsegment, das zuletzt deutlich mehr Aufmerksamkeit erhielt, ist CLOB v2 damit weniger ein kosmetisches Update als ein technischer Neustart der Handelsarchitektur
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