Ethereum steckt weiter in einer schwierigen Marktphase. Der Kurs notiert aktuell nur noch knapp über 2.000 US-Dollar und hat damit seit Jahresbeginn einen erheblichen Teil seines Wertes verloren. Vom Allzeithoch ist ETH inzwischen rund 60 Prozent entfernt. Während Bitcoin trotz Korrektur von institutionellen Kapitalzuflüssen profitiert, fehlt Ethereum aktuell das Momentum.

Gleichzeitig wächst die Kritik innerhalb der Community. Immer mehr Stimmen werfen der Ethereum Foundation vor, den Fokus verloren zu haben, Innovationen zu langsam voranzutreiben und zu wenig auf den ETH-Kurs zu achten. Mehrere prominente Entwickler und Forscher haben die Organisation zuletzt verlassen. Hinzu kamen Diskussionen über regelmäßige ETH-Verkäufe der Foundation.

Doch während die Stimmung angespannt bleibt, gibt es auch Gegenstimmen. Einige Branchenvertreter sehen Ethereum trotz aller Kritik vor einer neuen Wachstumsphase.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Ethereum verliert Momentum, Foundation-Kritik wächst, zahlreiche Abgänge sorgen für Diskussionen.
  • Kritiker bemängeln ETH-Verkäufe, fehlendes Marketing und strategische Schwächen.
  • Experten sehen Ethereum dennoch vor institutioneller Adoption und Wachstumsoffensive.

Kritik an der Ethereum Foundation nimmt deutlich zu

Die Ethereum Foundation steht seit Monaten unter Druck. Auslöser waren mehrere personelle Abgänge innerhalb der Organisation. Allein im Jahr 2026 verließen zahlreiche bekannte Forscher, Entwickler und Führungskräfte die Foundation. Kritiker sehen darin ein Zeichen für interne Probleme und eine fehlende strategische Ausrichtung.

Ein weiterer Streitpunkt sind die wiederkehrenden ETH-Verkäufe der Foundation. Über Jahre finanzierte sich die Organisation teilweise durch den Verkauf eigener Bestände. Gerade in einer Phase schwacher Kurse sorgte dies regelmäßig für Kritik innerhalb der Community. Viele Investoren argumentieren, dass die Foundation dadurch zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugt habe.

Hinzu kommt die Wahrnehmung, dass konkurrierende Ökosysteme wie Solana oder Hyperliquid deutlich aggressiver wachsen und ihre Narrative besser vermarkten. Während andere Netzwerke auf Nutzerwachstum und Marktanteile fokussiert erscheinen, konzentrierte sich die Ethereum Foundation zuletzt stark auf Forschung, Sicherheit, Datenschutz und langfristige Infrastrukturthemen.

Besonders nach der schwachen Kursentwicklung von ETH wurden diese Diskussionen lauter. Für viele Anleger steht dabei nicht die Technologie im Mittelpunkt, sondern die Frage, warum Ethereum trotz seiner Marktstellung nicht stärker von der institutionellen Krypto-Adoption profitiert.

Experte sieht Ethereum vor neuer Offensive

Doch nicht jeder teilt die pessimistischen Einschätzungen. Joseph Chalom, CEO von SharpLink und ehemaliger BlackRock-Manager, widerspricht der aktuellen Kritik deutlich. In einem ausführlichen Beitrag argumentiert er, dass die Debatte um die Ethereum Foundation das eigentliche Bild verzerre.

Aus seiner Sicht erfüllt die Foundation genau die Aufgaben, die für eine langfristige institutionelle Adoption entscheidend sind: Sicherheit, Vertrauen und technologische Weiterentwicklung. Ethereum dominiere weiterhin zentrale Bereiche des Kryptomarktes. Das Netzwerk wickelt den Großteil des Stablecoin-Volumens ab, verfügt über den größten Markt für tokenisierte Real-World-Assets und bleibt die wichtigste Infrastruktur für DeFi-Anwendungen.

Chalom verweist außerdem auf die zahlreichen technischen Meilensteine der vergangenen Jahre. Vom Merge über EIP-1559 bis hin zu Dencun und Pectra habe Ethereum kontinuierlich geliefert. Weitere Skalierungsverbesserungen und Entwicklungen im Bereich Quantenresistenz stünden bereits auf der Roadmap.


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Besonders wichtig sei dabei die Dezentralisierung. Was von Kritikern häufig als Schwäche dargestellt werde, sei für Institutionen ein entscheidender Vorteil. Banken und Vermögensverwalter wollten keine Infrastruktur nutzen, die von einer einzelnen Organisation kontrolliert werden könne. Gerade die neutrale und dezentrale Struktur mache Ethereum langfristig attraktiv.

Chalom sieht Ethereum deshalb nicht in der Defensive, sondern am Beginn einer neuen Wachstumsphase. Neben Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten nennt er insbesondere DeFi und sogenannte Agentic-Finance-Anwendungen als zukünftige Wachstumstreiber. Mit zunehmender Nutzung des Netzwerks steige auch die Nachfrage nach ETH als Sicherheits- und Abwicklungsasset.

Neue Strategie: Kleinere Foundation, mehr Fokus auf das Kernprotokoll

Zusätzlichen Rückenwind erhielt diese Sichtweise zuletzt durch Aussagen von Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin. Demnach soll die Ethereum Foundation künftig deutlich schlanker aufgestellt werden. Gleichzeitig sollen ETH-Verkäufe reduziert und die Schwerpunkte noch stärker auf Dezentralisierung, Datenschutz, Sicherheit und Zensurresistenz gelegt werden.

Diese Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussionen innerhalb der Community besonders emotional geführt werden. Nach Angaben verschiedener Beobachter haben zuletzt mehrere hochrangige Mitarbeiter die Foundation verlassen. Für viele Anleger war dies ein weiterer Beleg für strukturelle Probleme.

Andere Stimmen sehen die Situation deutlich entspannter. So erklärte Ethereum-Insider Zak Cole jüngst, dass ein Großteil der aktuellen Kritik vor allem mit der schwachen Kursentwicklung zusammenhänge. Wäre ETH bei 5.000 US-Dollar, würden vermutlich deutlich weniger Menschen über die Arbeit der Foundation diskutieren. Aus seiner Sicht sei die negative Stimmung aktuell eng mit dem Bärenmarkt verknüpft und weniger mit den tatsächlichen Leistungen der Organisation.

Die kommenden Monate dürften zeigen, welche Sichtweise sich durchsetzt. Klar ist jedoch: Die Ethereum Foundation reagiert auf die Kritik, verändert ihre Struktur und setzt weiterhin auf die langfristigen Kernwerte des Netzwerks. Für Anleger bleibt damit die Frage offen, ob genau dieser Fokus langfristig wieder zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden könnte.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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