Ethereum ist wieder auf rund 3.100 US-Dollar zurückgefallen. In den letzten 24 Stunden gibt die zweitwertvollste Kryptowährung der Welt um rund 5 Prozent nach. Dennoch bleibt der Jahresauftakt insgesamt solide. 2025 war für Ether ein enttäuschendes Jahr: Während andere Anlageklassen teils deutlich zulegen konnten, verzeichnete Ethereum zweistellige Verluste. Genau hier könnte sich jedoch eine Chance ergeben, denn Bewertung und fundamentale Entwicklung scheinen zunehmend auseinanderzulaufen.

Diese Diskrepanz birgt Aufholpotenzial. Passend dazu meldet das Ethereum-Ökosystem nun ein neues Rekordhoch.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Ethereum startet 2026 solide, obwohl der Kurs zuvor deutlich zurückgefallen ist.
  • Der Ökosystem-Durchsatz erreicht mit 58,9 Mgas pro Sekunde neues Allzeithoch.
  • Ethereum skaliert erfolgreich über Rollups statt über größere Blöcke.
  • Die Mainchain verzeichnet rund zwei Millionen Transaktionen pro Tag.
  • Täglich sind etwa 500.000 bis 600.000 aktive Ethereum-Adressen im Netzwerk.
  • Das New-Address-Momentum zeigt die stärkste Dynamik seit über fünf Jahren.
  • Fundamentale Stärke deutet auf mittelfristiges Aufholpotenzial trotz kurzfristiger Schwankungen hin.

Ethereum skaliert: Durchsatz erreicht neues Allzeithoch

Die Kennzahl „Ethereum Ecosystem Throughput“ beschreibt vereinfacht, wie viel Rechenarbeit (gemessen in Gas pro Sekunde) das gesamte Ethereum-Ökosystem aktuell verarbeitet. Gas ist dabei die interne Maßeinheit für Rechenaufwand auf Ethereum. Wenn der Durchsatz, aktuell rund 58,9 Mgas/s, ein neues Allzeithoch erreicht, bedeutet das: Auf Ethereum und seinen Layer-2-Netzwerken wird so viel genutzt, gebaut und abgewickelt wie nie zuvor.

Wichtig ist: Dieser Wert bezieht sich nicht nur auf die Ethereum-Mainchain (Layer 1), sondern auf das gesamte Ökosystem inklusive Rollups. Genau hier zeigt sich, dass die Skalierungsstrategie aufgeht. Ethereum hält die Layer 1 bewusst schlank, sicher und dezentral. Stattdessen wandern immer mehr Transaktionen auf Rollups.

Der steigende Durchsatz zeigt also nicht „mehr Belastung“ im negativen Sinne, sondern wachsende reale Nutzung: mehr DeFi-Transaktionen, mehr Stablecoin-Transfers, mehr Anwendungen und mehr Nutzer. Gleichzeitig bleiben Gebühren und Systemstabilität besser kontrollierbar, weil nicht alles direkt auf L1 stattfinden muss.

Fundamental ist das ein starkes Signal: Ethereum skaliert nicht durch größere Blöcke, sondern durch ein modular aufgebautes System. Das aktuelle Allzeithoch beim Durchsatz ist damit ein klarer Beleg dafür, dass dieses Design in der Praxis funktioniert

Auch die hier genannten Zahlen zeigen, dass auch die Aktivität direkt auf der Ethereum-Mainchain ein neues Rekordniveau erreicht hat. Rund zwei Millionen Transaktionen pro Tag und etwa 500.000 bis 600.000 aktive Adressen täglich bedeuten, dass Ethereum aktuell so intensiv genutzt wird wie nie zuvor. Das ist bemerkenswert, weil viele Aktivitäten inzwischen auf Layer-2-Netzwerke ausgelagert sind – und trotzdem wächst die Nutzung von Layer 1 weiter.

Fundamental spricht das für eine stark steigende Nachfrage nach Ethereum-Blockspace und Sicherheit. Historisch folgte auf solche Phasen erhöhter Netzwerkaktivität oft mit Verzögerung auch eine stärkere Kursentwicklung.

Neue Adressen treiben Ethereums Momentum

Die Metrik „Ethereum: New Address Momentum“ misst derweil, wie schnell neue Adressen im Netzwerk entstehen und ob diese Aktivität zunimmt oder abflacht. Sie ist ein guter Indikator dafür, ob frische Nutzer und neue Anwendungsfälle ins Ökosystem strömen. Besonders aussagekräftig wird sie, wenn man gleitende Durchschnitte vergleicht: Der 30-Tage-Durchschnitt (30D SMA) zeigt die kurzfristige Dynamik, während der 365-Tage-Durchschnitt (365D SMA) den langfristigen Trend abbildet. Aktuell steigt der 30D SMA steil an und liegt deutlich über dem 365D SMA. Das signalisiert, dass das Wachstum neuer Adressen nicht nur kurzfristig, sondern strukturell an Fahrt aufnimmt.

eth

Spannend ist, dass die Dynamik laut diesem Indikator so stark ist wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Historisch gingen solche Phasen oft mit neuen Wachstumszyklen einher, weil mehr Nutzer, mehr Wallets und mehr Aktivität die Grundlage für steigende Nachfrage nach Blockspace und ETH selbst bilden. Fundamental wirkt dieses Signal klar bullisch, da es reale Adoption statt bloßer Spekulation widerspiegelt.

Natürlich bedeutet diese Entwicklung nicht automatisch, dass der Ethereum-Kurs nun sofort explodieren muss. Fundamentale Metriken wirken in der Regel mit Zeitverzögerung und schlagen sich nicht von heute auf morgen im Preis nieder.

Kurzfristige Rücksetzer und Phasen der Konsolidierung bleiben also jederzeit möglich. Dennoch zeigen die aktuellen Daten klar, dass sich die Basis des Netzwerks deutlich verbessert. Genau dieses wachsende Fundament untermauert einen konstruktiven mittelfristigen Ausblick für ETH.


Ethereum Prognose 2026 – alles Wissenswerte 


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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