Mit dem sogenannten Clarity Act rückt in den USA ein weiteres zentrales Gesetz zur Regulierung des Kryptomarktes in den Fokus. Nachdem bereits im vergangenen Jahr mit dem Genius Act unter der Trump-Administration ein erster Grundstein für mehr regulatorische Klarheit gelegt wurde, soll nun der nächste, entscheidende Schritt folgen.
Der Clarity Act zielt darauf ab, bestehende Unsicherheiten im Umgang mit digitalen Assets zu beseitigen und klare Zuständigkeiten zwischen Behörden zu definieren. Zwischenzeitlich geriet der Gesetzgebungsprozess jedoch ins Stocken – insbesondere rund um die Frage, ob und in welcher Form Stablecoin-Zinsen erlaubt sein sollen.
Genau dieser Punkt sorgte für intensive politische Debatten. Doch zuletzt zeichnet sich eine deutliche Dynamik ab: Fortschritte in den Verhandlungen deuten darauf hin, dass der Clarity Act nun wieder an Fahrt gewinnt.
Das Wichtigste im Überblick:
- Clarity Act rückt näher, Kompromiss in Washington gefunden.
- Krypto-Industrie und Banken bekommen erstmals Einblick in den Kompromiss.
- Polymarket taxiert Wahrscheinlichkeit für Clarity Act in 2026 auf 68 %..
Clarity Act: Kompromiss bei Stablecoins rückt näher – Branche prüft Details
Die Krypto-Journalistin Eleanor Terrett berichtet aktuell, dass sich die Verhandlungen rund um den Clarity Act deutlich konkretisieren – insbesondere beim zentralen Streitpunkt der Stablecoin-Zinsen. Demnach sollen Vertreter großer Krypto-Unternehmen sowie Banken direkt nach Washington reisen, um den ausgearbeiteten Kompromiss erstmals im Detail zu prüfen. Die Gespräche fanden in enger Abstimmung zwischen dem Weißen Haus und führenden Senatoren statt. Diese markieren einen entscheidenden Fortschritt nach wochenlangen Verhandlungen.
Im Kern zeichnet sich bereits ab, dass ein Verbot von Zinsen auf ungenutzte Stablecoin-Guthaben Teil des Gesetzestextes sein dürfte. Genau dieser Punkt war lange umstritten, da Banken befürchteten, dass verzinste Stablecoins klassische Einlagen abziehen und das Kreditgeschäft destabilisieren könnten. Während die genaue Ausgestaltung des Gesetzes bislang unter Verschluss gehalten wird, ist klar: Die Branche selbst hat aktuell noch keinen vollständigen Einblick in die finale Version.
Parallel dazu stehen weitere zentrale Themen im Raum, darunter die Regulierung von DeFi, die Klassifizierung von Tokens sowie Fragen rund um Tokenisierung. Auch eine ökonomische Analyse der US-Regierung zu den Auswirkungen von Stablecoin-Zinsen könnte zeitnah veröffentlicht werden und zusätzlichen Einfluss auf die Debatte nehmen.
Entscheidend wird nun sein, wie die Industrie auf den Kompromiss reagiert. Denn bereits im April könnte der Clarity Act in die nächste legislative Phase übergehen.
🚨🗞️NEW: Crypto and Bank Reps Head to Capitol Hill to Review Stablecoin Deal as Details Remain Under Wraps
Some crypto industry leaders will meet with @BankingGOP today, with banks set for tomorrow, to review the product of a long-awaited compromise.https://t.co/C7UXBnjO65
— Eleanor Terrett (@EleanorTerrett) March 23, 2026
Dass die aktuelle Entwicklung so spannend ist, liegt vor allem am politischen Gewicht dieses Kompromisses. Schon im Januar hatte Coinbase-Chef Brian Armstrong dem Gesetz öffentlich die Unterstützung entzogen, weil die Vorlage aus seiner Sicht zu stark zugunsten der Banken formuliert war und unter anderem Stablecoin-Rewards faktisch ausbremsen würde.
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Genau dieser Widerstand brachte den Prozess trotz fortgeschrittener Verhandlungen ins Stocken. Wenn nun ausgerechnet bei diesem Streitpunkt wieder Bewegung entsteht, ist das ein Signal, dass der Clarity Act politisch doch noch mehrheitsfähig werden könnte.
🚨LATEST: TRUMP WINS OVER CLARITY ACT DEBATE
A few days ago, JPMorgan CEO claimed that stablecoin yield companies should be regulated like banks, despite operating very differently…
This led President Trump, frustrated by pushback from banks, to post that…
"The Banks… pic.twitter.com/McFEL30pKR
— BSCN (@BSCNews) March 22, 2026
Prognosemärkte bleiben vorsichtig – aber die Uhr tickt
Trotz der zuletzt klar besseren Dynamik bleiben die Prognosemärkte noch vorsichtig. Auf Polymarket wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act 2026 tatsächlich Gesetz wird, aktuell mit 68 Prozent eingepreist. Das ist zwar ein klar positives Signal, zeigt aber zugleich: Der Markt sieht noch immer erhebliche Unsicherheiten. Denn selbst wenn der Kompromiss beim Stablecoin-Thema zustande kommt, müssen weitere heikle Punkte finalisiert werden – etwa DeFi, Token-Klassifizierung und Tokenisierung.
Gleichzeitig wird über ein mögliches April-Markup nach der Osterpause gesprochen, wodurch das Zeitfenster enger wird. Hinzu kommt der politische Kalender: Je näher die Midterms Ende 2026 rücken, desto schwieriger werden große, komplexe Gesetzesvorhaben im Kongress.
Genau deshalb dürften die kommenden Wochen entscheidend sein. Gelingt jetzt eine tragfähige Einigung, könnte der Clarity Act neuen Schwung bekommen. Scheitert der Kompromiss erneut, droht eine weitere Verzögerung in einem ohnehin zunehmend sensiblen politischen Umfeld.
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