Bitcoin fällt zum Wochenstart erneut unter 78.000 US-Dollar und bleibt damit mehr als 30 Prozent unter seinem Allzeithoch. Während der Kurs schwach bleibt, verweist Binance Research auf vier On-Chain-Signale, die auf ein zunehmend knapperes Angebot und nachlassenden Verkaufsdruck hindeuten – ohne dass daraus bereits eine Trendwende folgt.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin fällt unter 78.000 US-Dollar, der Bärenmarkt bleibt laut Coincierge intakt
- Binance Research nennt vier On-Chain-Signale für abnehmenden Verkaufsdruck
- Rund 60 Prozent der BTC-Supply wurden seit mindestens einem Jahr nicht bewegt
- Börsenbestände fielen laut Binance auf das niedrigste Niveau seit rund sechs Jahren
Vier Binance-Charts deuten auf weniger Verkaufsdruck hin
Binance Research veröffentlichte die Analyse am 17. Mai 2026 und stützt sich dabei auf vier separate On-Chain-Kennzahlen. Die erste zeigt, dass rund 60 Prozent des Bitcoin-Angebots seit mindestens einem Jahr nicht mehr bewegt wurden – 2012 lag dieser Anteil noch bei etwa 27 Prozent, Anfang 2024 kurzzeitig bei fast 70 Prozent.
Die zweite Grafik betrifft das SLRV-Ratio, das kurzfristig bewegte Coins mit langfristig gehaltenen vergleicht. Laut Binance befindet sich dieser Wert derzeit tief in der historischen Bodenzone, während die Aktivität kurzfristiger Marktteilnehmer deutlich zurückgegangen ist.
Die dritte Kennzahl beleuchtet die Börsenbestände: Sie fielen von rund 17,6 Prozent des Gesamtangebots während der Corona-Phase auf aktuell etwa 15 Prozent – das niedrigste Niveau seit rund sechs Jahren. Nach Angaben von Binance wurden in diesem Zeitraum ungefähr 500.000 BTC dauerhaft von Börsen abgezogen. Die vierte Grafik, der STH-MVRV-Indikator, hat zuletzt die Marke von 1 wieder überschritten, nachdem er seit Ende 2024 über weite Strecken darunter lag.
Bitcoin bleibt trotz Signalen unter Druck
Die jüngste Erholung wirkt bereits wieder beendet. Der übergeordnete Bärenmarkt bleibt intakt, und die vier Kennzahlen liefern laut Binance keine Garantie für ein unmittelbares Ende der schwachen Marktphase.
Vielmehr deuten sie darauf hin, dass ein großer Teil der spekulativen Übertreibung bereits aus dem Markt gespült wurde. Zwischen kurzfristiger Preisschwäche und langfristig verknapptem Angebot besteht damit ein klarer Kontrast, den Binance selbst als vorsichtig positiv einordnet.
Warum die vier Kennzahlen relevant sind
Ein hoher Anteil unbewegter Supply bedeutet, dass ein wachsender Teil aller Bitcoins gehalten statt aktiv gehandelt wird. Coins auf Börsen lassen sich dagegen vergleichsweise schnell verkaufen – sinkende Börsenreserven reduzieren daher theoretisch das kurzfristig verfügbare Angebot.
Dass der STH-MVRV-Indikator wieder über 1 notiert, zeigt zudem, dass kurzfristige Halter langsam wieder unrealisierte Gewinne aufbauen. Historische Parallelen sprechen laut Binance für nachlassenden Verkaufsdruck, sind aber keine Garantie für einen bestimmten Kursverlauf – ein Punkt, den auch Analysen zu institutionellen Kapitalflüssen im Bitcoin-Zyklus regelmäßig betonen. Wer die Signale zusätzlich technisch einordnen möchte, findet in unserer Analyse zum Golden Cross als bullisches Chartsignal einen ergänzenden Blickwinkel.
Welche Signale jetzt entscheidend werden
Entscheidend wird laut der Analyse, ob sich die Nachfrage in den kommenden Monaten stabilisiert und ob institutionelle Zuflüsse oder ETF-Käufe auf das reduzierte verfügbare Angebot treffen. Erst die Kombination aus geringerem Verkaufsdruck und knapperem Angebot könnte die Grundlage für eine nachhaltigere Erholung bilden.
Binance verweist zudem darauf, dass eine nachhaltige Trendwende zusätzliche Impulse und neue Narrative benötigt – etwa rund um Bitcoin-Layer-2-Projekte, die dem Netzwerk mehr Nutzen jenseits des reinen Wertspeichers verleihen sollen. Dieser Aspekt bleibt jedoch klar von den vier On-Chain-Signalen zu trennen, die sich ausschließlich auf Angebot und Verkaufsdruck beziehen.
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