Bitcoin ist am Mittwoch um 0,5 Prozent auf 78.217,50 Dollar gefallen, nachdem die von der Federal Reserve bevorzugten PCE-Inflationsdaten für Juli über den Erwartungen der Ökonomen lagen. Damit verlor die Erholungsrally, die den Kurs zu Wochenbeginn noch über 80.000 Dollar getrieben hatte, spürbar an Schwung.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin fiel bis 09:55 ET um 0,5 % auf 78.217,50 Dollar, nachdem er zu Wochenbeginn die 80.000-Dollar-Marke überschritten hatte.
- Der PCE-Preisindex stieg im Juli um 0,2 % zum Vormonat, die Jahresrate lag mit 3,7 % über der Prognose von 3,6 %.
- Die Kern-PCE-Rate blieb mit 3,3 % im Jahresvergleich stabil und entsprach den Erwartungen der Ökonomen.
- Auch Ether, XRP und Cardano gaben nach, während BNB und Solana Gewinne verbuchten.
- Berichte über einen möglichen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran begrenzten die Verluste am Kryptomarkt.
Die PCE-Daten im Detail
Der PCE-Preisindex stieg im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent, nachdem er im Juni noch um 0,1 Prozent gefallen war, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Im Jahresvergleich lag die Teuerung bei 3,7 Prozent – unverändert gegenüber Juni, aber leicht über der Prognose von 3,6 Prozent.
Die Kernrate, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert und als Indikator für den zugrunde liegenden Preisdruck gilt, stieg im Monatsvergleich ebenfalls um 0,2 Prozent und lag im Jahresvergleich bei 3,3 Prozent. Beide Werte entsprachen exakt den Erwartungen der Ökonomen und dem Vormonatswert. Die Zahlen zeigen damit vor allem eines: Die Inflation kühlt sich nur langsam ab, was der Fed vor ihrer September-Sitzung wenig zusätzlichen Spielraum für Zinssenkungen gibt.
Warum die Daten Bitcoin belasten
Die jüngste Rally von Bitcoin wurde maßgeblich vom sogenannten Debasement Trade getragen – der Spekulation, dass Maßnahmen des US-Finanzministeriums gegen steigende Anleiherenditen den Dollar schwächen und Kapital in alternative Wertspeicher wie Bitcoin und Gold treiben. Anhaltend hohe Inflation konterkariert dieses Narrativ, da sie die Fed eher zu einer restriktiveren statt einer lockereren Geldpolitik zwingen könnte, was dem Dollar zugutekäme und die Attraktivität von Kryptowährungen mindern würde.

Wie stark der Einfluss von Fed-Politik und Anleiherenditen auf den Bitcoin-Kurs derzeit ausfällt, zeigt auch unsere Einordnung zum Zusammenspiel von Fed-Zinsentscheidungen und US-Renditen.
Altcoins folgen Bitcoin nach unten
Der breitere Kryptomarkt zog nach den jüngsten Gewinnen mit Bitcoin nach unten. Ether fiel um 0,4 Prozent auf 2.451,44 Dollar, XRP gab um 4,6 Prozent auf 1,3915 Dollar nach und Cardano verlor 3 Prozent. Solana gab leicht um 0,7 Prozent nach, während BNB um fast 1 Prozent zulegte. Die Memecoins Dogecoin und $TRUMP fielen um 2,9 beziehungsweise 3,3 Prozent.
Begrenzt wurden die Verluste durch geopolitischen Optimismus: Einem russischen Medienbericht zufolge haben die USA und der Iran ein Waffenstillstandsabkommen erzielt, das in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden soll. Positive Signale aus Pakistan sowie wiederaufgenommene Gespräche zwischen Iran und Oman über die Straße von Hormus stützten zusätzlich die Risikobereitschaft der Anleger.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Im Fokus der Anleger stehen nun die Quartalszahlen von Nvidia, die in den kommenden Wochen den Ton für die Risikobereitschaft bei KI-nahen Werten und darüber hinaus vorgeben dürften. Ob Bitcoin die Marke von 80.000 Dollar zeitnah zurückerobert, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die Fed die aktuellen Inflationsdaten vor ihrer September-Sitzung gewichtet.

Langfristig orientierte Anleger könnten die aktuelle Konsolidierung gelassener sehen: Das Analysehaus Bernstein hält trotz des kurzfristigen Rücksetzers an seinem Kursziel von 150.000 Dollar bis Mitte 2027 fest, gestützt durch fiskalischen Druck und den Debasement Trade. Wie ambitionierte Prognosen für die kommenden Jahre einzuordnen sind, zeigt auch unsere Analyse zu langfristigen Bitcoin-Kurszielen. Quelle: Investing.com.
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